Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Flüchtlingsunterbringung: Aufgaben verteilt

Rinteln/Obernkirchen Flüchtlingsunterbringung: Aufgaben verteilt

Die Aufgaben, wer in der Vorbereitung auf die Ankunft der 600 Flüchtlinge in der ehemaligen Prince Rupert School in Rinteln was zu tun hat, sind verteilt.

Voriger Artikel
Bis dass der Bolzenschneider uns scheidet
Nächster Artikel
Ein Umzug, der Geduld erfordert

Zunächst wird nur der südliche Bereich (vorne im Bild) der ehemaligen Prince Rupert School als Notunterkunft genutzt werden. Das nördliche Areal (oben links im Bild), in dem sich auch das einstige Internat der Briten befindet, wird vorerst nicht genutzt.

Quelle: tol

Rinteln/Obernkirchen. Darüber kamen die vielen mit der Unterbringung der Flüchtlinge befassten Organisationen am Dienstag beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Obernkirchen überein. Derzeit steht Montag, 12. Oktober, für das Eintreffen der Flüchtlinge aus der Jägerkaserne in Bückeburg im Raum. Wenn das Gesundheitsamt dann grünes Licht gibt, steht der Notunterkunft nichts mehr im Wege. Doch bis dahin muss noch einiges erledigt werden.

Deutsches Rotes Kreuz: Das DRK ist der Betreiber der Notunterkunft, für die das Land Niedersachsen finanziell aufkommt. Geleitet wird die Unterkunft von dem Rotkreuzbeauftragten Eckhard Ilsemann.

Zunächst wird nur der südliche Teil der einstigen Prince Rupert School als Flüchtlingsunterkunft genutzt, teilt der DRK-Vorsitzende Bernd Koller mit. Der nördliche Bereich, in dem sich das Internat der britischen Schüler befand, böte zwar vor allem Familien eine ideale Unterkunft, am Ende aber nur Platz für 150 Personen, der nichtsdestotrotz extra hergerichtet werden müsste. Tatsächlich sei man mit der Vorbereitung des 8000 Quadratmeter großen südlichen Areals bereits ausgelastet. In Anbetracht der Aussage von Alexander Götz vom niedersächsischen Innenministerium, in Rinteln „zunächst 600 Flüchtlinge“ unterzubringen, ist also nicht auszuschließen, dass auch der nördliche Bereich der Schule früher oder später als Notunterkunft genutzt wird.

Inzwischen habe das DRK mehreren Rintelner Handwerkerbetrieben Aufträge erteilt, sagt Koller. So wird das Gelände eingezäunt, die Toiletten, Waschbecken und die Löschwasserversorgung werden instand gesetzt, und – wie berichtet – die Trinkwasserversorgung wird auf Keimfreiheit untersucht.

„Decken und Feldbetten sind bestellt“, führt Koller aus. „Es gibt in Deutschland keine Feldbetten mehr, erst wieder Ende Oktober.“ Bis dahin behelfe man sich mit Feldbetten „befreundeter Wehren“. Zudem ziehen die Feldbetten aus der Jägerkaserne mit den Flüchtlingen mit um nach Rinteln. Ferner seien 100 „Bierzeltgarnituren“ bestellt. Der Kleidershop des DRK stehe und sei gut ausgerüstet.

Die DRK-Organisation verteilt sich auf fünf Zuständigkeitsbereiche: die Sozialpädagogik unter Leitung von Ute Hornbostel, die Küche/Catering (DRK Service GmbH, Steinbergen), Facility Management (Reinigungsdienst, Sicherheitsdienst, Hausmeister und Ähnliches), die medizinische Versorgung, für die sich 16 Schaumburger Ärzte freiwillig gemeldet haben, und die Finanzen unter Federführung von Bernd Koller.

Reinigungsdienst? Catering? Bei diesen Schlagworten fragt sich womöglich mancher Rintelner, wieso die Flüchtlinge ihre Unterkunft nicht selbst reinigen und selbst für sich kochen. Darauf hat Koller zwei Antworten: Hygiene und Brandschutz. „Die Flüchtlinge dürfen auf ihren Zimmern nicht kochen. Das lässt weder der Brandschutz noch das für Lebensmittelsicherheit zuständige Veterinäramt zu“, erläutert der DRK-Chef. Und die Reinigung der Räume, insbesondere der sanitären Anlagen, wird aus gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitsrichtlinien von einem professionellen Dienst erledigt.

„Manche der Flüchtlinge sind infolge der Reisestrapazen krank, haben die Krätze. Es wäre unverantwortlich, sowohl den anderen Flüchtlingen als auch der Bevölkerung gegenüber“, führt Koller aus. Aber natürlich gebe es Besen, mit denrn die Flüchtlinge zur Sauberkeit der Räumlichkeiten beitragen werden. Davon abgesehen werden mehrsprachige Hausordnungen angefertigt und verteilt.

Die Sozialpädagogin Ute Hornbostel betreut mit drei Mitarbeiterinnen die Flüchtlinge vor Ort, erklärt ihnen etwa, wo sie sich befinden, was es zu beachten gilt und wie sie sich in Rinteln zurechtfinden.

Stadt Rinteln: Die Stadt Rinteln ergreife nur „flankierende Maßnahmen“, teilt Stadtdezernent Joachim Steinback mit. Derzeit werden Flyer entworfen, auf denen Ansprechpartner aufgelistet sind, an die sich die Bürger, insbesondere die Anwohner, mit Anregungen, Hilfsangeboten, aber auch mit Kritik und Beschwerden richten können.

Außerdem werde die bereits für potenzielle Vermieter von Flüchtlingswohnungen eingerichtete städtische Hotline, Telefon (05751) 403303, um ein Bürgertelefon erweitert. Angedacht sind darüber hinaus auch Flyer, die den Flüchtlingen helfen sollen, sich in der für die fremden Umgebung zurechtzufinden.

Polizeiinspektion Göttingen: Sie erstellt in Zusammenarbeit mit Rintelns Polizeichef Wilfried Korte sogenannte Alarmierungspläne.

Feuerwehr Rinteln: Heute Vormittag kommen Ortsbrandmeister Thomas Blaue und Stadtbrandmeister Friedel Garbe, Marco Behrens, der Werkbrandmeister der Werksfeuerwehr der Lebenshilfe (die in den Brandschutz der Unterkunft aufgrund ihrer Nähe mit einbezogen werden soll) und der Brandschutzprüfer des Landkreises, Bernd Kretschmer, zusammen, um die sogenannte Ausrückordnung neu zu planen. Eine Besichtigung der Prince Rupert School gemeinsam mit den Ortsbrandmeistern folgt in Kürze, um den Brandschutz auf den neuesten Stand bringen zu können.

Erst wenn all diese Maßnahmen getroffen worden seien, werde das DRK grünes Licht für die Aufnahme der Flüchtlinge geben, sagt Koller. pk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg