Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Fokus aufs Industriegebiet Süd

Gewerbegebiet in Rinteln Fokus aufs Industriegebiet Süd

„Rinteln ist nicht bei einer bestimmten Art von Betrieben beliebt“, erzählt Andreas Wendt, Leiter des Bauamtes. Sondern bei vielen. Das zeige die vielfältige Unternehmensstruktur: Glasverarbeitung, Verpackung, Metallverarbeitung, Speditionen – in der Weserstadt ist alles zu finden.

Voriger Artikel
„Standort sorgfältig ausgesucht“
Nächster Artikel
Polizei geht bewaffnet auf Streife

Von 18 Ortsteilen in Rinteln gibt es in fünf industriell nutzbare Flächen. Die Erweiterung der Flächen ist aber oft stark eingeschränkt, etwa durch die Weser. Im Fokus steht daher unter anderem das Industriegebiet Süd. Durch das hier eingezeichnete Gebiet etwa würden 6,5 Hektar dazugewonnen werden.

Quelle: Grafik: LGLN

RINTELN. In der Vergangenheit stagnierten die Nachfragen nach Gewerbeflächen, doch das hat sich geändert: Für die Flächen, die noch zur Verfügung stehen, liegen Kaufanfragen vor. Die Stadt könne daher bald keine Gewerbeflächen mehr zur Verfügung stellen, heißt es in der Beschlussvorlage des Bauausschusses. Das hat den Ausschuss nun dazu gebracht, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die Industriegebiete der Stadt erweitert werden können.

Das ist gar nicht so einfach: Hanglage, die Weser, Trinkwasser- oder Landschaftsschutzgebiete sowie der Lärmschutz schränken viele Möglichkeiten ein. Von den fünf der 18 Ortsteile, die industriell nutzbare Flächen zur Verfügung haben, stehen daher derzeit vor allem die Industriegebiete Süd und Deckbergen im Fokus.

Die Attraktivität des Industriegebietes Süd liegt vor allem in der Nähe zur Innenstadt, zur B283 sowie zur A2. Daher will die Stadt dort nun Flächen aus dem Bereich des Bebauungsplans „In den Äckern III“ (siehe Grafik) aufkaufen. Insgesamt stehen 6,5 Hektar zur Verfügung. Sie müssen jedoch noch erschlossen werden. Die entsprechenden Mittel sollen in die städtischen Haushalte ab 2019 eingestellt werden.

„kurzfristige Ansiedlungswünsche“

„Über diese Kosten kann man noch nichts sagen“, so Wendt, „denn die hängen stark davon ab, ob sich beispielsweise ein großes Unternehmen oder mehrere kleine dort ansiedeln würden.“ Verhandlungen würden derzeit laufen, so Wendt. Und auch dort gelte: Interesse an den Grundstücken gebe es aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen.

Interessant für die Stadt sind auch Flächen mit einer Gesamtgröße von 3,7 Hektar nördlich des Zentrallagers von Aldi bei der Kreuzung Am Stumpfen Turm/Heisterbreite. Sie befinden sich ebenfalls noch in Privatbesitz, sind aber gewerblich nutzbar. Der Eigentümer wäre laut Beschlussvorlage zum Verkauf bereit.

Die Fläche bietet sich laut Stadt für „kurzfristige Ansiedlungswünsche“ an. Der Umfang der Erschließungsmaßnahmen ist aber noch unklar.

Ganz grundsätzlich böten sich für eine Erweiterung des Industriegebietes außerdem Flächen zwischen Stükenstraße, Höhe Grüner Markt, und Detmolder Straße an. Dort müssten aber ebenfalls noch mit den Grundstückseigentümern Verkaufsgespräche geführt und planungsrechtliche Voraussetzungen für die gewerbliche Nutzung geschaffen werden. Im Rahmen dieser weiteren Planungen kann erst festgestellt werden, in welcher Größe Flächen tatsächlich für die gewerbliche Nutzung infrage kämen. Diese Erweiterung soll nun „intensiv geprüft“ werden.

Noch sechs Hektar geeignet

Als attraktiv wird auch das Gewerbegebiet Deckbergen angesehen – gerade nach dem Umbau der Steinberger Kreuzung im kommenden Jahr. „Es ist das zukunftsbringende Industriegebiet“, sagt Bauamtsleiter Wendt. Bereits jetzt ist einige Industrie dort angesiedelt, Photovoltaik zum Beispiel – doch Erweiterungspotenzial ist vorhanden.

Im westlichen Teil des Gebietes sind noch etwa sechs Hektar gewerblich nutzbar. Diese befinden sich im Privatbesitz, doch die Besitzer haben laut Angaben der Stadt Verkaufsbereitschaft signalisiert. Für die Erschließung müsste die Industriestraße verlängert werden, zudem müssten Erschließungsanlagen für Ver- und Entsorgung gebaut werden.

Östlich der Kleinenwiedener Straße ist eine etwa 20 Hektar große Fläche für mögliche gewerbliche Nutzung ausgewiesen. Auch dort haben die Grundstückseigentümer bereits Verkaufsbereitschaft signalisiert. Ein Bebauungsplan müsste noch aufgestellt werden.

„Dieses Gebiet ist vor allem für größere Unternehmen attraktiv“, so Kay Steding (CDU) im Bauausschuss. Das soll Rinteln konkurrenzfähig halten: „Wir wollen nicht gegen Lauenau verlieren.“

In der Vergangenheit, da war die CDU sich einig, sei die Erweiterung von Industriegebieten zu „stiefmütterlich“ behandelt worden. Dabei seien die Ansiedlung von Aldi, Stüken und anderen großen Unternehmen Erfolge für Rinteln, da sie Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze bedeuteten.

Einstimmig für den Erwerb

Auch die SPD zeigte sich als Unterstützerin der Erweiterung beider Gewerbegebiete: „Das werden wir mittragen, da die Erweiterung die Attraktivität der Stadt erhöht“, so Dieter Horn. Allerdings befürworte er, dass die Priorität auf das Industriegebiet Süd gelegt werde. „Unser Problem ist die Fläche.“ Auch rund um das Deckberger Gewerbegebiet gebe es diese nur begrenzt, allein schon wegen der Weser, der Überschwemmungsgebiete und des Trinkwasserschutzes. Deshalb „müssen wir vorrangig das Industriegebiet Süd ausbauen.“ Junge Familien würden schließlich nur nach Rinteln ziehen, wenn Arbeitsplätze vorhanden seien.

Der Bauausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, dass die Verwaltung weiteren Grundbesitz im Industriegebiet Süd erwerben soll. Außerdem soll geprüft werden, inwiefern das Gebiet in westlicher Richtung erweitert werden kann.

Des Weiteren soll die Verwaltung planungsrechtliche Voraussetzungen schaffen, um das Gewerbegebiet Deckbergen östlich der Kleinenwiedener Straße zu erweitern.

Insgesamt sollen die Industriegebiete zudem attraktiver beworben und vermarktet werden. Auch für bereits angesiedelte Unternehmen sollen die Standortfaktoren verbessert werden. mld

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr