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Frauen durch Reizspray verletzt

Rinteln Frauen durch Reizspray verletzt

„Ich halte für nicht geklärt, was sich da im Einzelnen abgespielt hat. Wir haben sehr widersprüchliche Aussagen“, resümierte Richter Christian Rost und sprach zugleich einen Rintelner (22) vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung frei.

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Symbolbild

Quelle: DPA

RINTELN. Der junge Mann hatte sich vor dem Amtsgericht Rinteln zu verantworten, war angeklagt, zwei Frauen (19, 23) im Bereich der Diskothek „Happy Night“ mit Pfefferspray besprüht zu haben. Beide klagten danach über Probleme mit den Atemwegen. Zu einer anderen Wertung des Geschehens vor fast genau einem Jahr kam Staatsanwalt Timo Goldmann: „Ich sehe das als wahlloses Rumsprühen.“ Goldmann plädierte für eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung und forderte eine Geldstrafe von 400 Euro.

An einem frühen Morgen kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem Türsteher der Diskothek. Dieser wollte den alkoholisierten Rintelner (1,8 Promille) nicht in das Tanzlokal lassen. Es ging hoch her, irgendwann wurde mit Pfefferspray gesprüht. Während der Türsteher gar nichts abbekam, hatte eine sich in der Nähe aufhaltende Frau danach Probleme mit den Atemwegen und musste husten. Ihre Freundin, die aus einem angrenzenden Bistro kam, lief offenbar direkt in den Reizstoffnebel. Sie bekam keine Luft mehr und stürzte zu Boden.

„Ich mach dich weg!“

Keiner hatte allerdings konkret gesehen, dass der Angeklagte der Anwender des Sprays war. Dieser flüchtete zunächst beim Eintreffen der Polizei und warf dabei einen Gegenstand weg. In dem Bereich fand ein Beamter später das Pfefferspray. „Ich bin unschuldig“, beteuerte der Angeklagte jetzt vor Gericht. Auch in der Tatnacht hatte er den Vorwurf bestritten, gleichzeitig aber von einem Polizisten die Rückgabe des Pfeffersprays verlangt.

Ein weiterer Vorfall, der sich ein halbes Jahr später ebenfalls in der Nähe der Disko abgespielt hatte, ist dagegen vom Tisch. Damals soll der Rintelner mit einem Küchenmesser auf einen Mann zugelaufen sein und gerufen haben: „Ich mach dich weg!“ Der mutmaßlich Bedrohte konnte nicht als Zeuge vernommen werden. Auch zwei Beobachter hatten nur ein Messer in der Hand eines Mannes gesehen, identifizieren konnten sie diesen nicht. Die Einstellung dieser Bedrohungsgeschichte erfolgte jetzt in Bezug auf weitere Vorwürfe gegen den Angeklagten: Dem Vernehmen nach sollen noch drei andere Verfahren gegen ihn offen sein. maf

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