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Freispruch im Prozess um Nachbarschaftsstreit

Landgericht Freispruch im Prozess um Nachbarschaftsstreit

Im Prozess um den merkwürdigen Wurf einer Bierflasche hatte ein Rintelner (57) mit seiner Berufung Erfolg: Das Bückeburger Landgericht hat nun die erstinstanzliche Entscheidung aufgehoben und sprach den Mann vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung frei.

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Quelle: Archiv

Rinteln/Bückeburg. Das Amtsgericht Rinteln hatte ihn vor gut einem halben Jahr zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. „Ein Flaschenwurf ist jedenfalls nicht eindeutig bewiesen“, urteilt dagegen Landgerichtspräsidentin Eike Höcker.

Die Kammer unter ihrem Vorsitz folgte damit den Anträgen von Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt und Verteidiger Volkmar Wissgott. Der Rechtsanwalt hatte mit rund einem halben Dutzend Beweisanträgen an zwei Verhandlungstagen die Rekonstruktion des Falles vorangetrieben. Dabei ging es um den Vorwurf, der Angeklagte habe seinem Nachbarn eine leere Bierflasche an den Hinterkopf geworfen und damit leicht verletzt.

Streit um Einfahrten und Parklplätze

Seit ungefähr acht Jahren sind die Nachbarn zerstritten. Beide sind Unternehmer mit angrenzenden Geschäften und setzen sich ständig um versperrte Einfahrten und zugestellte Parkplätze auseinander. So kam es auch an einem Nachmittag im Januar 2015 zu einem Konflikt. Damals räumte der Nachbar gerade seine Terrasse auf, als der Angeklagte aus seinem Haus trat. Der Nachbar sah dann etwas auf sich zufliegen, spürte etwas am Kopf und bemerkte eine unbeschädigt über den Holzbelag rollende Bierflasche.

Später wurde eine leichte Rötung an seinem Kopf festgestellt. Gesehen hatte er den Wurf nicht, laut Kammer stellte er Vermutungen dazu an. Die Aussage einer Zeugin zu dem Geschehen wurde als fragwürdig eingestuft. „Niemand hat den Angeklagten werfen sehen“, so Höcker.

Zweifel an Wurf aus zehn Meter Entfernung

Und Wissgott hegte weitere Zweifel an einem Wurf aus etwa zehn Meter Entfernung: „Wenn ich von der Flasche getroffen werde, würde ich mindestens eine Beule erwarten.“

Zweifellos hielt sich der Angeklagte an jenem Nachmittag mit seinem Sohn in einem Rintelner Backshop auf. Eine Verkäuferin konnte sich an die beiden Stammgäste erinnern. Durch den Anruf des Sohnes und den Eingang des Notrufs bei der Polizei konnte auch ein Zeitfenster ermittelt werden.

Allerdings war der genaue Zeitpunkt des Aufenthalts nicht zu bestimmen. „Das Strafverfahren ist zu Ende. Nicht zu Ende ist der Nachbarschaftsstreit“, sagte Höcker und riet den beiden, sie sollten versuchen, zu einer Einigung zu kommen. maf

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