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Freispruch nach Überholmanöver

Straftat nicht nachzuweisen Freispruch nach Überholmanöver

Knapp eineinhalb Jahre nach einer undurchsichtigen Verkehrssituation auf der A2 ist nun ein Autofahrer (47) vom Vorwurf der Nötigung freigesprochen worden. Der Berliner war angeklagt, mit seinem VW Golf einen BMW-Fahrer (65) rechts überholt, geschnitten und zu einer Vollbremsung veranlasst zu haben.

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Quelle: dpa

RINTELN.  „Eine Straftat ist ihm nicht nachzuweisen“, erklärte Richter Christian Rost. Mit dem Freispruch ist zugleich ein zuvor im Raum stehendes Fahrverbot für den Arbeitslosen vom Tisch. Auch für eine Einstufung des Vorgangs als Ordnungswidrigkeit kann der Mann nicht mehr belangt werden: Diese wäre längst verjährt. Mit dem Urteil entsprach Rost dem Antrag des Ersten Staatsanwalts André Lüth.

 Der Fall: An einem Nachmittag im März 2016 war ein Geschäftsmann aus Ostwestfalen mit seinem BMW auf der A2 in Richtung Berlin unterwegs. In der Gemarkung Rinteln bemerkte er den Angeklagten, der mit seinem VW Golf hinter ihm auf der linken Spur fuhr. Der Zeuge sprach von einer aggressiven Fahrweise des Berliners: Dieser sei auf der vollen Autobahn dicht aufgefahren, habe ihn bedrängt.

Als „Lückenspringer“ von einer Spur auf die andere

Während der Geschäftsmann mit einer Geschwindigkeit von rund 130 Stundenkilometern weiter auf der linken Spur fuhr und wegen des Verkehrsaufkommens die Spur nicht frei machen konnte, soll der Angeklagte als „Lückenspringer“ aufgefallen sein. Er soll sogar mal auf dem Standstreifen gewesen sein.

 Schließlich, so der Zeuge, überholte ihn der Berliner auf der mittleren Spur und zog vor den BMW in eine Lücke. Bei diesem Einscheren musste der Geschäftsmann eine Vollbremsung machen, um einen Unfall zu vermeiden. Weil das Überholmanöver für ihn so bedrohlich war, rief er anschließend bei der Polizei an. Daraufhin zogen die Beamten den Berliner bei Garbsen aus dem laufenden Verkehr.

 Vor Gericht bestritt der Angeklagte, den BMW in der beschriebenen Weise überholt zu haben. Der Geschäftsmann konnte jetzt im Prozess vor Gericht nicht mehr ausschließen, dass sich der Berliner in der besagten brenzligen Situation womöglich verschätzt hatte. Zudem konnte der Zeuge nun auch nichts mehr dazu sagen, ob er das Gefühl hatte, damals ausgebremst worden zu sein. maf

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