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Fröhliches Amöbengewimmel

Rintelner Gymnasiasten proben Theaterstück Fröhliches Amöbengewimmel

In dem kleinen Übungsraum des Gymnasiums Ernestinums tobt das Leben. Ganz wörtlich. Amöben schwimmen zischend am Boden herum. Mit Siegen in Schnick-Schnack-Schnuck-Duellen können sie die Leiter der Evolution hinaufsteigen.

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 Die Schüler der Theatergruppe üben für eine Kampfszene.

Quelle: cm

Rinteln. Bald wimmelt es von brüllenden Dinosauriern, Hühnervögeln und kriegerischen Menschen, jedes Wesen ist durch Schnick-Schnack-Schnuck-Niederlagen vom erneuten Abstieg bedroht. Doch langsam erhebt sich ein Kreis bewusster Menschen aus der evolutionären Suppe, der das Getümmel „Om“ singend umschreitet – und ist endlich nicht mehr durch Duellanten gefährdet. Wird hier auf das Thema des neuen Stückes angespielt? Keineswegs. Das fröhliche Amöbengewimmel der Schüler dient der Auflockerung.

 Das neue Vorhaben der Theatergruppe „TimE“ des Gymnasiums Ernestinum unter der Leitung von Alexander Wolf ist anspruchsvoll und hat eher einen ernsten Charakter. Die Schüler des elften und zwölften Jahrgangs haben sich das Stück „Die Befristeten“, das Elias Canetti 1952 geschrieben hat, ausgesucht. Es beschreibt eine utopische Gesellschaft, in der alle Bewohner ihr Todesdatum, „ihren Augenblick“, von Geburt an kennen, tragen sie doch eine Kapsel um den Hals, in der die Daten verwahrt sind.

 Bürger dieser Gesellschaft haben keine Namen, sondern werden mit der Zahl ihres zu erwartenden Alters angesprochen. Auf den ersten Blick scheint man hier eine glückliche Gesellschaft vorzufinden, doch nach und nach wird deutlich, dass die Menschen unter der diktatorischen Herrschaft eines „Kapselans“ leben und durch Repressionen und Gehirnwäsche „auf Kurs“ gehalten werden.

 In dem Stück wird nachgezeichnet, was geschieht, wenn ein Mensch, in diesem Fall Mensch „50“, den Mut findet, Fragen zu stellen und gegen scheinbar Unumstößliches aufzubegehren. „Philosophisch betrachtet wird die Frage gestellt, ob es besser ist, alles schon im Vorhinein zu wissen oder ob es menschlicher ist, mit Unsicherheit und Nichtwissen zu leben“, lotet Wolf die Tiefe des Themas aus.

 Doch bevor Zuschauer zu solchen Gedanken angeregt werden können, ist noch viel zu tun. An den Kostümen wird noch gearbeitet, Texte noch gelernt, einzelne Szenen in Form gebracht und Betonung und Ausdruck geübt.

 Am Donnerstag, 25. Juni, soll es so weit sein. Dann wird es im Brückentorsaal die Premiere geben, gefolgt von zwei weiteren Aufführungen am 26. und 27. Juni. Die Beteiligten wirken gelassen und zuversichtlich. „Das schaffen wir. Das haben wir immer geschafft.“ cm

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