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Frühere Erdbeerernte und höhere Preise

Trockenheit verkürzt Saison Frühere Erdbeerernte und höhere Preise

Erdbeeren satt und zuckersüß, nicht nur die Selbstpflücker sind begeistert. Das sonnige Wetter treibt die Zuckerwerte in den Früchten nach oben, im Boden ist zudem noch genug Feuchtigkeit, und über ausgestreutes Stroh läuft es sich bequem und sauber zu den roten Beeren.

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Früchte für Marmelade, Bowle und selbst gemachtes Eis: Da bücken sich Annegret Franzmeier und Alexander Rachow gern im Erdbeerfeld.

Quelle: dil

Rinteln. „Aber teuer, teuer“, schimpft eine Kundin an der Hartler Straße bei Verkäufer Ombud Farin. Dieser kontert: „Das ist wegen der mehrmonatigen Abdeckung mit Folie, die war sehr arbeitsintensiv. Dafür sind die Früchte früher reif.“

 Aber in dieser Woche fallen die Preise, weil nun die mittleren, zuvor nicht abgedeckten Sorten zusätzlich auf den Markt drängen. Hossein Moktazzal aus Hameln, Ombuds Chef, steht nämlich doppelt unter Druck – mehr Früchte, und wegen der Trockenheit vielleicht eine wesentlich kürzere Saison: „Wenn es so bleibt, erreichen wir vielleicht nur 30 bis 40 Prozent der Erntemenge. Deshalb werde ich nächste Woche anfangen zu wässern.“

 Auf dem Feld an der Hartler Straße sind Annegret Franzmeier und Alexander Rachow aus Rinteln dabei, ihre Körbe zu füllen. Franzmeier mittags: „Ich habe heue morgen schon vier Kilo geholt, jetzt noch mal zweieinhalb, alles für Marmelade und ein bisschen Bowle.“ Rachow plant mit seinen drei Kilogramm anders: „Ich mache Erdbeereis und backe Kuchen.“

 Mia Schünemann aus Köln, im Moment Urlaubsgast auf dem Campinggelände in Varenholz, hat gerade Geburtstag: „Heute kommen die Nachbarn und Enkel zum Kaffee, da habe ich mit einem Enkel zwei Kilo gepflückt, und schon ein Pfund kostenlos gegessen. Hmmmh, sind die süß, der Geschmack ist hier wunderbar. Und alles hängt so voll, in einer halben Stunde war der Korb voll.“

 Bequemer machten es sich gestern Irene und Wilhelm Steinhaus aus dem Kalletal. Nur kaufen, an anderen Tagen geht Wilhelm auch mal selbst ins Feld: „Wir kommen immer wieder, hier schmeckt es uns am besten.“

 Für die Bequemen haben die Feldbetreiber angestellte Pflücker oder gehen wie Ratan Mohammed an der Siemensstraße auch selbst ins Beet. Der Lemgoer aus Bangladesch ist seit fünf Jahren im Geschäft, verkaufte früher an der Detmolder Straße. Er hat jetzt einen Hektar hinter Aldi gepachtet und ärgert sich, dass Moktazzal 100 Meter weiter vor dem Aldi eine zweite Bude hat. Die Konkurrenz ist nah, was sich auch bei den Preisen bemerkbar macht. Sechs Euro das Kilo an der Hartler Straße, 2,60 Euro für Selbstpflücker. Ratan Mohammed bietet die abgepackte Ware einen Euro billiger an, Selbstpflücken kostet auch 2,60 Euro. Aber in seinem Feld ist weniger los. „Ich profitiere von den Kunden des Einkaufszentrums Süd“, sagt Mohammed. „Aber am Wochenende wird es sehr ruhig, dann haben die ja zu.“ Bewässern will er nicht. Er habe die Fläche aber für vier Jahre gepachtet, sagt er, dann ziehe es ihn vielleicht wieder an die Detmolder Straße.

 „Machen sie nicht zu viel Werbung. Wer weiß, wie lange meine Erdbeeren noch reichen“, gibt sich ein Aladin am Verkaufsstand neben dem Doktorsee-Gelände wortkarg. Auch seinen Nachnamen will er nicht nennen. Das Feld sieht von den drei betrachteten am trockensten aus. Bewässerung ist nicht geplant, eher vorzeitiger Saisonabbruch, deutet er an. Mittags pflückt dort niemand im Feld, höchstens er selbst, wenn gerade niemand am Stand ist.

 Gute Stimmung und reges Leben dagegen an der Hartler Straße. „Das Essen beim Pflücken ist das Schönste“, sagt Franzmeier und lacht. „Wir werden ja anschließend nicht gewogen.“ dil

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