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Für Kastanien ist Spätherbst

Rinteln Für Kastanien ist Spätherbst

Die ersten Linden werden innen gelb, eine Folge mehrerer kühler Nächte. Aber auch immer mehr Kastanien färben sich von Grün auf Braun um, der Grund bei ihnen ist dramatischer.

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Die Kastanien sind noch nicht reif, da vertrocknen bereits die Blätter. Ein von Bakterien befallener Baum in Volksen färbt sich bereits, während der gesunde daneben noch komplett grün ist.

Quelle: dil

Rinteln. Erst war es die Miniermotte, die die Blätter zum Absterben bringt, damit die Fotosynthese des Baumes bremst und diesen mehr und mehr von Nährstoffversorgung trennt. Der Baum wird geschwächt, anfällig für Bakterien und Pilze, bis Äste abbrechen und die Verkehrssicherheit gefährden. „Die Rosskastanie ist inzwischen ein echter Problembaum, sie steht auch hier unter verstärkter Beobachtung“, sagt Baumsachverständige Antje Wiskow. „Und es wird davon abgeraten, Kastanien im öffentlichen Raum zu pflanzen.“

 Die Miniermotte legt ihre Larven in die Blätter der Rosskastanie. Die Larven ernähren sich vom Blattgrün. Die Blätter werden schneller braun und fallen ab. In diesem Jahr waren die Larven offensichtlich sehr gefräßig. Ältere Kastanien würden diesen Prozess über Jahre aushalten und nur langsam geschwächt, jüngere sterben schneller ab, weiß auch der Chef des Rintelner Bauhofs, Klaus Ulrich Hartmann. Zu den älteren Exemplaren zählen zwei Kastanien an einem Grillplatz in der Nähe des Volksener Friedhofs. „Würden sie nahe an einer viel befahrenen Straße stehen, müssten sie wohl schon weg“, sagt Wiskow. Ein jüngerer Baum am Spielplatz neben dem Sportplatz in Krankenhagen sei ebenfalls dem Bakterium „Pseudomonas syringae pv. asculi“ befallen und werde verstärkt beobachtet. Dieser Erreger führt zum Absterben der Rinde, Pilze folgen und zersetzen das Holz. Irgendwann muss dann die Motorsäge ran.

 Der Baumbestand im öffentlichen Raum Rintelns wird wieder geprüft, ab 1. Oktober sind dann Pflegemaßnahmen, Auslichtungen und schlimmstenfalls das Fällen von Bäumen (zur Verkehrssicherung immer erlaubt) geplant. „Aber nicht mehr so wie vor zwei Jahren“, sagt Wiskow. „Da mussten wir ja noch viele Altschäden beseitigen.“

 An der Steinberger Straße sind vor Jahren schon einige Kastanien gefällt und durch Eichen ersetzt worden, an der Dankerser Straße droht dieses Schicksal wohl noch nicht. Viele andere Rosskastanien stehen auf privatem Grund, und immer mehr sehen schon jetzt stark nach Spätherbst aus.

 Wenn ein Kastanienbaum bereits stark mit Pseudomonas befallen ist und stark beschnitten oder gefällt werden muss, ist die Entsorgung auch noch ein Problem. Wiskow: „Die Schnittwerkzeuge müssen desinfiziert werden. Das Holz darf nicht gehäckselt werden, sondern sollte am besten in großen Stücken der thermischen Verwertung zugeführt werden.“ Also ab ins Feuer, sonst breitet sich dieses Bakterium noch weiter aus. In diesem Herbst sollen vor allem Pflegemaßnahmen vorgenommen werden.dil

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