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Fußgänger als Slalomstangen

Radfahrer in der Fußgängerzone Fußgänger als Slalomstangen

In der Fußgängerzone kann es gerade zu Stoßzeiten wie etwa am Mittag ziemlich voll werden. Und insbesondere bei gutem Wetter, wenn die vielen Cafés und Eisdielen ihre Tische vor ihren Läden aufstellen, wird der ohnehin schon begrenzte Platz noch enger.

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Fahrradfahrer können zur Gefahr in Rintelns Fußgängerzone werden, beklagt der Seniorenbeirat. Hier versucht sich ein Jugendlicher an einem „Wheelie“, also dem Fahren auf nur einem Rad.

Quelle: lb

RINTELN. Eine wirkliche Gefahr und ein großes Problem stellen in dieser Situation Fahrradfahrer dar, die ungeachtet der Hinweisschilder an beiden Enden der Fußgängerzone, mit hoher Geschwindigkeit Kloster- und Weserstraße entlang rasen, beklagten die Mitglieder des Seniorenbeirats in ihrer aktuellen Sitzung. Sie fordern ein zeitlich begrenztes Verbot.

 Nicht selten komme es vor, dass im letzten Moment mit waghalsigen Manövern ein Zusammenstoß verhindert werden muss. Ein Zustand, der laut Seniorenbeirat nicht länger hinzunehmen ist.

 Gerade Jugendliche neigen nach Schulschluss dazu, mit ihren Drahteseln ein halsbrecherisches Tempo anzuschlagen und ahnungslose Fußgänger als Slalomstangen zu missbrauchen.

 Besonders für ältere oder in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkte Menschen stellen Fahrradfahrer in der Fußgängerzone eine allgegenwärtige und ernst zu nehmende Gefahr dar. Ein Zusammenstoß unter solchen Bedingungen könnte langfristige gesundheitliche Folgen für alle Beteiligten haben.

 Dass das Fahrradfahren in der Fußgängerzone Rintelns überhaupt erlaubt ist, verwundert umso mehr, wenn man einen Blick in Nachbarstädte wie Hameln wagt: Dort ist das Fahrradfahren in der Fußgängerzone von 10 bis 20 Uhr verboten. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen. Auch in Münster, der fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands, besteht ein generelles oder zumindest zeitlich begrenztes Radfahrverbot in den Fußgängerzonen.

 In Rinteln hingegen ist laut Hinweisschildern das Fahrradfahren in Schrittgeschwindigkeit erlaubt.

 Die Problematik der „Zweiradraser“ in Rintelns Innenstadt ist seit Längerem auch ein Thema für den Seniorenbeirat der Stadt Rinteln: Dieser hat in einer Sitzung am letzten Donnerstag nochmals einstimmig beschlossen, sich für ein zeitlich begrenztes Fahrverbot für Fahrräder in der Zeit von 9 bis 20 Uhr einzusetzen.

 Ein entsprechendes Schreiben wurde bereits in der vorherigen Sitzung am 1. Juni erstellt und nun an die Verwaltung und an den Bürgermeister weitergegeben.

 „Die Fahrradfahrer stellen eine hohe Unfallgefahr in der Fußgängerzone dar. Wir vom Seniorenbeirat setzen uns deswegen auch stellvertretend für alle Fußgänger für ein Fahrverbot ein“, sagte der Vorsitzende Wilfried Althof.

 Ein weiterer Punkt wird in besagtem Schreiben auch erwähnt: Laut Straßenverkehrsordnung gelte in ausgewiesenen Fußgängerzonen ein allgemeines Fahrverbot. Wird zusätzlicher Verkehr durch ein Zusatzzeichen erlaubt, hat der Fußgängerverkehr stets Vorrang und genießt besondere Beachtung, etwa durch Fahrradfahrer. In Rinteln sei das in der jetzigen Situation nicht gegeben.

 Genauso gestaltet sich die Einhaltung der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit aufgrund fehlender Kontrollen schwierig. Viele Fahrradfahrer sind mit deutlich höheren Geschwindigkeiten als 4 bis 7 Kilometer die Stunde unterwegs. lb

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