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Gaffen diesmal erwünscht

Erster Brandschutztag in Rinteln Gaffen diesmal erwünscht

Auch wer geglaubt hat, über Feuerwehren doch eigentlich ganz gut Bescheid zu wissen, hat am Sonnabend noch mal ins Staunen kommen können.

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Rintelns Feuerwehrleute demonstrieren das Bergen eines Unfallopfers aus einem Auto. Von dem ist nach der Vorführung nicht mehr viel Brauchbares übrig.

Quelle: cm

Rinteln. Rintelns Feuerwehren zeigten sich beim ersten Brandschutztag auf dem Marktplatz für Überraschungen gut.

 Viele Neugierige zog beispielsweise das knallrote Feuerwehrmotorrad mit zwei Blaulichtern rechts und links und einer zusätzlichen, per Stange angebauten Leuchte oben an. „Wofür wird das denn gebraucht?“, wollten die Bürger wissen. „Wenn wir in Großschadensfällen, bei Waldbränden oder Hochwasser zu Hilfe gerufen werden, sichern die vier im Kreis Schaumburg stationierten Motorräder die Durchfahrt für die Feuerwehrfahrzeuge ab“, erklärte Stadtbrandmeister Friedel Garbe den Interessierten. „Zwei fahren vor, stoppen den Verkehr an den Kreuzungen und lassen den Konvoi – das können bis zu 30, 40 Fahrzeuge sein – passieren.“ Danach gelte es, die ganze Reihe wieder zu überholen, um das Spiel abwechselnd mit den beiden anderen Kraftradfahrern von vorne zu beginnen.

 Kürzlich hätten seine Fahrer einen eher ungewöhnlichen Einsatz gehabt. „Bei einem langen Stau auf der Autobahn, hatten die Autofahrer keine Rettungsgasse gebildet, und das DRK kam mit seinen Versorgungsfahrzeugen nicht durch. Da haben wir die Packtaschen der Motorräder mit Brötchen und so weiter gefüllt – und die dann auf die Piste geschickt.“

 Ein Fahrzeug ganz anderer Art wurde am Sonnabend beständig von einer Schar Kinder belagert. Das aus Holz gebaute Feuerwehrauto von Mareike Schlüter entspricht in seiner Größe nicht nur perfekt den kindlichen Proportionen, es bietet auch beinahe alles, was zu einem echten Feuerwehrauto dazugehört: Lenkrad, Funkgerät, Schalter für das Blaulicht im Fahrerraum, und hinten – man staune – einen Tank plus Pumpe, an die an diesem Tag der Schlauch für das Zielspritzen angeschlossen war. „Wir haben für heute extra eine Elektropumpe eingebaut. Die Leute, die hier gleich nebenan ihr Eis essen, sollen doch nicht von Dieselqualm und Motorgerappel gestört werden“, erklärte die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin.

 Dafür, dass die Kinder eine Erinnerung an ihre „Fahrt“ im roten Löschfahrzeug mitnehmen konnten, war auch gesorgt. Es wurden Fotos gemacht, gleich vor Ort ausgedruckt und dann auf eine wunderbar gestaltete Urkunde – Daniel Jakschik, Stadtjugendfeuerwehrwart, hat ein Händchen für gute Grafik – geklebt. Da dürften so einige dieser gelungenen Exemplare Einzug in die Kinderzimmer gefunden haben.

 Kinderzimmer ist ein weiteres Stichwort, zu dem es Neues zu berichten gibt. Mithilfe von Sponsoren aus dem Versicherungsbereich werden jetzt nämlich „Kinderfinder“ in Umlauf gebracht. 100 dieser nützlichen neongelben, dreieckigen Aufkleber hat die Rintelner Feuerwehr allein an diesem Wochenende verteilt. „‚Kinderfinder‘ sollen den Rettern im Brandfall bei der Orientierung in den Räumen helfen“, so Jakschik. Dafür müssten die Aufkleber in Kniehöhe an der Kinderzimmertür angebracht werden. „Unsere Atemgeräteträger gehen im Krabbelgang durch verrauchte Einsatzorte. Kniehöhe entspricht dann deren Augenhöhe.“

 Die Vorführungen, bei denen es ordentlich knallen und lodern durfte, zogen Jung und Alt in den Bann. Und während sich die Erwachsenen bei den demonstrierten Fettbränden und Spraydosenexplosionen wohlig grausten und drei Kreuze machten, dass das Ganze nur auf dem Marktplatz und nicht in der heimischen Küche stattfand, sah man den Kleinen an, dass sie doch einen ziemlichen Schrecken bekamen. Da dürfte für die nächste Zeit die Mahnung „Feuer ist gefährlich“ überflüssig geworden sein. cm

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