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Gastgeber trotzen Misslichkeiten

Rinteln Gastgeber trotzen Misslichkeiten

Beim Passieren der Kreissporthalle an der Burgfeldsweide hörten es Spaziergänger drinnen rumpeln, rufen und jubeln wie auf einer Kegelbahn: Rintelns Versehrtensportverein (VSV) hatte zur 26. Auflage des Stadtturniers im Bosseln geladen.

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So sehen Stadtmeister aus. Die Mannschaft des Rintelner Versehrtensportvereins: August Kneidl (v.l.), Heinz Buth, Walter Sperlich und Hans-Jörg Stein.

Quelle: kx

Rinteln. Elf Freizeit-Teams kämpften um Ehre, Urkunden und den mächtigen Wanderpokal aus schwerem Holz, der vor gut 30 Jahren in der Orthopädie-Werkstatt von Vereinsmitglied Alfons Ordelheide erschaffen wurde.

 Bosseln wird gerne mit dem vornehmlich auf Landstraßen gespielten Boßeln verwechselt. Erinnert Letzteres an eine Art Fern-Boccia, so könnte man das nur in Hallen stattfindende Bosseln als Stockschießen ohne Eis bezeichnen. Die Regeln sind erfreulicherweise einfach. Auf einer Spielbahn visieren zwei Teams mit jeweils drei Spielern (zu jeder Mannschaft gehört zusätzlich ein Mannschaftsführer, der die Würfe dirigiert) ein Zielfeld von vier mal zwei Metern an. Jeder Spieler einer Mannschaft hat pro Durchgang einen Wurf. Durch abwechselnde Würfe wird nun versucht, die Bosseln genannten Stöcke nahe an die Daube, ein auffallend roter Holzwürfel inmitten des Zielfeldes, heranzubringen. Dabei dürfen gegnerische Bosseln mit dem Wurf aus dem Zielfeld entfernt oder die Daube selbst in ihrer Lage verändert werden. Alle Bosseln im Zielfeld erhalten Wurfpunkte; der am nächsten an der Daube platzierte erhält zwei Punkte, alle anderen je einen. Gewonnen hat die Mannschaft, die nach sechs Durchgängen (Kehren) die meisten Punkte erzielt hat.

 Das Spielsystem hieß „Jeder gegen Jeden“; zehn Partien mussten demnach von allen absolviert werden. Aufgrund des etwas stumpfen Hallenbodens verlor so mancher Bossel die geplante Route, krachte in die Bande oder rollte hochkant wie ein Irrläufer durch die Halle. Unbeirrt von solchen Misslichkeiten erspielte sich das Team des gastgebenden Vereins in der Besetzung Heinz Buth, Walter Sperlich, Hans-Jörg Stein und Mannschaftsführer August Kneidl stolze 18:2 Punkte und errang den Stadtmeistertitel 2014. Auf das imaginäre Treppchen stiegen die Teams 2 (einziger Bezwinger des VSV-Teams) und 3 des „Doktorsees“, die erfolgsverwöhnten Bossler der Stadt/Stadtwerke mussten diesmal mit dem „Holzrang“ vorlieb nehmen.

 Rund 125 aktive Mitglieder zählt derzeit der anno 1958 gegründete Versehrtensportverein Rinteln laut Vorsitzendem Heinrich Bredemeier. Jeden Montagabend wird in der Sporthalle der ehemaligen Hauptschule in der Ostertorstraße von 19 bis 20 Uhr trainiert. Vorher macht man sich locker und geschmeidig mit Gymnastik und Rückenschule, um die beim Bosseln besonders geforderten Knie- und Rückengelenke zu entlasten. Längst sei jeder herzlich willkommen im Verein, betont Heinrich Bredemeier angesprochen auf den Vereinsnamen. Das Angebot an Reha-Sport werde ständig erweitert und die Kurse stießen zunehmend alters- und geschlechterübergreifend auf Interesse.

Von Karl-Heinz Thenhart

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