Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
„Ge-wichtigster“ Minister

CDU-Wahlkampf „Ge-wichtigster“ Minister

Zwar traf Peter Altmaier erst mit gut einer Stunde Verspätung zu seinem Wahlkampfauftritt im Rintelner Ratskeller ein, legte dann aber ordentlich vor. Er sei zwar nicht der wichtigste, sagte Altmaier, aber auf jeden Fall der "ge-wichtigste" Minister im Kabinett von Angela Merkel.

Voriger Artikel
Durch DNA-Spur überführt
Nächster Artikel
Parteien stellen Anträge

Peter Altmeier

Quelle: jak

Rinteln. „Gabriel hat zwar drei Jahre lang versucht, mir Konkurrenz zu machen, aber er hatte nicht den Hauch einer Chance.“

Rund eine Stunde lang galoppierte Altmaier durch die deutsche Innen- und Außenpolitik. Er sparte nicht mit Seitenhieben auf politische Konkurrenten und mit Lob für die eigenen Reihen. Mit dem heimischen Direktkandidaten Maik Beermann habe man einen profilierten jungen Familienpolitiker auf dem Wahlzettel. Beachtlich, dass er sich trotz der familiären Herausforderung (Er wurde gerade Vater von Zwillingen, Anm. d. Red.) auch noch einen zweiten Ausschuss zugetraut habe.

Zuvor hatte der CDU-Kreisverbandsvorsitzende Klaus-Dieter Drewes die ungeplante Wartezeit genutzt, um das zahlreich erschienene Publikum für die wahlkämpfenden Kandidaten einzupeitschen. Der Bundestags-Direktkandidat Maik Beermann und der Landtags-Direktkandidat für Rinteln-Hameln, Martin Brügge, hielten eine kurze Rede, bevor Altmaier seinen Auftritt orchestrierte.

Helfer der SPD?

Grund für seine Verspätung seien nicht nur Baustellen, Staus und Unfälle auf der Autobahn gewesen – dazu beigetragen hätten auch die vielen SPD-Abgeordneten, die seine Hilfe gebraucht hätten. Generell scheinen in der Schilderung von Altmaier die politischen Konkurrenten mehr hilf- und zügellose Anfänger, die sich von ihm und Bundeskanzlerin Merkel aus der Patsche helfen lassen müssten. So habe er dem SPD-Justizminister Heiko Maas geholfen, seine Mietpreisbremse durchzubringen: Nur genützt habe die dann nichts. Stattdessen müsse man mehr Wohnungen bauen; 50 Prozent mehr Wohnbau wolle die CDU künftig erreichen.

Kanzlerin Merkel und die CDU hätten die Arbeitslosigkeit von fünf Millionen auf 2,5 Millionen gesenkt, seit drei Jahren keine neuen Schulden gemacht und Deutschland „zukunftssicher“ aufgestellt. Dabei sei die Bundesrepublik nicht mit Bodenschätzen oder auf andere Art gesegnet „Unser Reichtum ist in den Köpfen der Leute.“

Die rapide Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung und Automatisierung – beispielsweise Pflegeroboter – könne und solle man nicht aufhalten. Aber Deutschland müsse aufpassen, dass im Zuge der Digitalisierung die alten Arbeitsplätze nicht in Europa wegfallen, die neuen aber in China und Amerika entstehen.

"Vereinsmeierei" als Retter in der Krise

Erhalten müsse man in Deutschland auch, was abfällig gerne als „Vereinsmeierei“ bezeichnet werde: „Das hat uns über viele Krisen gerettet“, betont Altmaier. Das ehrenamtliche Engagement müsse gestärkt und gefördert werden. Und die EU – bei all ihren Schwächen und Fehlern – sieht Altmaier weiterhin als das „erfolgreichste Friedensprojekt aller Zeiten“. Während Europa in fürheren Zeiten über Jahre alle paar Jahrzehnte von verheerenden Kriegen überzogen worden sei, säßen heute Menschen im Ratskellersaal, die vielleicht 1950 geboren sind und ihr gesamtes langes Leben in Frieden verbringen konnten. „Bei allen Schwächen und Fehlern, es ist das Beste, was unseren Ländern passiert ist.“

Was Altmaier dagegen etwas Sorgen macht, ist, „dass so wenige junge Leute noch die Tageszeitung lesen“. Es reiche nicht, immer nur eine Seite, nur eine Perspektive zu hören. „Sie müssen die ganze Bandbreite der Gesellschaft kennenlernen.“ Daher appelliert Altmaier: „Wenn Sie noch nicht wissen, was sie Ihren Kindern und Enkeln zu Weihnachten schenken, dann schenken Sie ihnen doch ein Jahresabo der Lokalzeitung.“ jak

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr