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Gebürtige Rintelner

Rinteln / Exotische Tiere Gebürtige Rintelner

Ein Hauch „Jurassic Park“ weht durch das Wohnzimmer von Karin Böger und ihrer Familie. Die Reptilien in den Terrarien sind zwar nicht so groß wie ihre Verwandten aus dem Hollywood-Klassiker, die Ähnlichkeit ist dennoch unverkennbar.

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13 junge Zwergbartagamen hat Karin Böger aktuell – auf diesem Bild sind drei davon zu sehen.

Quelle: pr.

Von Jessica Rodenbeck. Es sind Zwergbartagamen, kleine Echsen, die ursprünglich aus Australien kommen. Bei den Tieren der Familie Böger handelt es sich jedoch zum Großteil um geborene Rintelner. Erst vor wenigen Wochen sind 13 kleine Echsen im Böger’schen Wohnzimmer aus dem Ei geschlüpft. Und sie waren nicht die ersten Reptilien, die dort das Licht der Welt erblickt haben. Auch Chamäleons, Geckos und Schildkröten starteten hier schon ins Leben.

 Karin Böger war eigentlich schon immer fasziniert von Reptilien und Amphibien. Als Kind beobachtete sie leidenschaftlich gerne Frösche und Kaulquappen an den Sassenberg’schen Kiesteichen. „Ich bekam sogar ein Mikroskopset geschenkt, das auch einen nachgebildeten Frosch enthielt“, erzählt die Inhaberin des Bestattungsunternehmens Böger. Diesen Frosch konnte man auseinandernehmen und dann die Einzelteile unter dem Mikroskop betrachten. „Das habe ich aber nie übers Herz gebracht“, sagt sie und lacht.

 Als sie älter wurde, verlagerten sich ihre Interessen zunächst auf andere Dinge, und später, als sie eine Familie gründete und gemeinsam mit ihrem Mann drei Kinder bekam, fehlte schlichtweg die Zeit für Reptilien. Doch irgendwann meldete sich das Interesse an den Tieren zurück, und als die Kinder vor etwas mehr als zehn Jahren aus dem Gröbsten raus waren, schaffte die Familie sich ihr erstes Reptil, eine Landschildkröte, an.

 Zunächst wurde das Tier in einem Terrarium untergebracht, „aber uns wurde schnell klar, dass das nicht die ideale Haltungsform für diese Tiere ist“, sagt Karin Böger. Die Schildkröte siedelte daher in ein Freigehege im Garten um. „Und wir hatten ein freies Terrarium“, erinnert sich die Rintelnerin. Der Weg für weitere Reptilien war damit frei. Zunächst zogen Geckos ein, die aber nach einiger Zeit Chamäleons weichen mussten. Und egal, welche Art von Reptilien Karin Böger hielt, sie alle vermehrten sich prächtig.

 Vor einem Jahr trennte sich Karin Böger dann auch von den Chamäleons, nur für ein etwa fünfjähriges Männchen fand sich bisher kein neuer Besitzer, sodass es noch immer einen Platz im Wohnzimmer der Familie hat.

 Im Sommer vergangenen Jahres zog dann das erste Zwergbartagamen-Pärchen ein. Bis zur Geschlechtsreife ging auch alles gut, doch danach belagerte das Männchen das Weibchen förmlich. Im Internet erfuhr Karin Böger, dass es sinnvoll sei, mehrere Weibchen mit einem Männchen zusammen zu halten, sodass der Herr in der Runde quasi „Auswahl“ hat und seine Aufmerksamkeit auf mehrere Damen verteilt. Sie machte sich also im Internet auf die Suche nach weiteren Tieren, doch die Angebote waren alle sehr teuer.

 Zur gleichen Zeit verbuddelte ihr eigenes Zwergbartagamen-Weibchen die ersten Eier im Sand des Geheges – und Karin Böger tat das naheliegende. Sie grub die Eier aus, legte sie in eine beheizte Brutkiste, und wenige Wochen später schlüpften die ersten kleinen Zwergbartagamen. Auch ein zweites Gelege wurde auf diese Weise ausgebrütet, sodass mittlerweile 13 kleine Echsen im Alter von sechs bis acht Wochen in den drei Terrarien ein Zuhause gefunden haben.

 Die Gruppen, in denen sie leben, sind nach Alter geordnet – eine zwingend notwendige Vorsichtsmaßnahme, erklärt Böger. Denn so friedlich, wie sich die Zwergbartagamen Menschen gegenüber verhalten, so aggressiv können sie Artgenossen gegenüber sein. „Bis zur Geschlechtsreife ist es eigentlich kein Problem, die Tiere zusammen zu halten“, erklärt die Rintelnerin. Spätestens, wenn diese eintritt, müssen die Echsen – auch die Gleichaltrigen – jedoch getrennt werden. „Sie können sich sonst stark verletzten.“

 Karin Böger sucht deshalb für die meisten der jungen Zwergbartagamen ein neues Zuhause. Sie möchte nur einige Weibchen behalten, um diese dann gemeinsam mit den beiden älteren Tieren in einer Gruppe zu halten – wenn die Tiere denn mitspielen und sich miteinander vertragen.

 Wie in der Vergangenheit noch einmal alle Tiere abzugeben und auf eine neue Reptilienart umzusteigen, kann sie sich zurzeit nicht vorstellen. „Die Tiere sind einfach so putzig. Ich denke, ich werde sie erst mal behalten.“

 Kontakt: Wer sich für eine junge Zwergbartagame interessiert, erreicht Karin Böger unter der Telefonnummer (05751) 957749.

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