Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Regen

Navigation:
„Geld ist einfach alle!“

Rinteln / Krankenhaus „Geld ist einfach alle!“

Wie geht es weiter mit dem Rintelner Krankenhaus? Merklich war das die Frage, die die Mitgliederversammlung des Fördervereins des Kreiskrankenhauses Rinteln am Dienstagabend bewegte.

Voriger Artikel
Gegen Spielstätten und „weiße Ware“
Nächster Artikel
Keine Revision: Urteil gegen den „Pornomann“ hält

„Man merkt Ihnen die Motivation an, weiter für dieses Krankenhaus zu kämpfen“: Christian von der Becke (r.) bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins des Krankenhauses Rinteln. Hinten, sitzend: Torsten Clausing (l.) und Dieter Hanke vom Förderverein.

Quelle: mld

Rinteln (mld). Beantworten sollte die Klinikum-Geschäftsführer Christian von der Becke, der zur Versammlung eingeladen war. Die Nachfrage nach dem Rintelner Krankenhaus sei dramatisch, so von der Becke, sie gehe seit zehn Jahren kontinuierlich zurück und sei vergleichbar mit einem Autohändler, der früher fünf Autos pro Tag verkauft habe, heute aber nur noch „höchstens eins“ an den Mann bringe.

„Und wir wissen einfach nicht, woran es liegt“, so der Geschäftsführer: „Wir haben alles Mögliche versucht!“. Man habe versucht, mit knappen Ressourcen besser zu haushalten, „da ist vielleicht der Eindruck entstanden: Hier passiert nichts mehr“, so von der Becke. Er umschrieb die Situation so: „Schlicht und ergreifend: Das Geld ist alle!“

Eine Zusage, ob das Krankenhaus Rinteln noch so lange geöffnet bleibt, bis das Klinikum Schaumburg in Betrieb genommen werden könnte, mochte von der Becke nicht geben: „Das Krankenhaus wird während der Übergangszeit so lange wie möglich in Betrieb gehalten. Ich denke, dass uns das gelingen wird.“

In pessimistischer Grundstimmung wollte von der Becke die Mitglieder des Fördervereins aber nicht in den Abend entlassen: „Man merkt Ihnen die Motivation an, weiter für dieses Krankenhaus zu kämpfen“, so von der Becke. Dies sei nicht nur in finanzieller, sondern vor allem in emotionaler Hinsicht ein „wichtiges Zeichen an die Mitarbeiter“.

„Wir appellieren an alle, das Krankenhaus Rinteln auch in Anspruch zu nehmen. Hier wird gute Arbeit geleistet“, so Dieter Hanke, Vorsitzender des Fördervereins. Auch schafft der Förderverein weiterhin Gerätschaften für das Rintelner Krankenhaus an, so zum Beispiel ein Intubations-Bronchioskop im Wert von knapp 6000 Euro. Dieses Hilfsmittel kommt zum Einsatz bei Patienten, die sich auf gewöhnlichem Wege schlecht intubieren lassen – was allerdings vor einer OP kaum festgestellt werden kann, wie Friedrich-Wilhelm Eichler, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, erläuterte.

Ein „Alleinstellungsmerkmal“, sagt von der Becke, sei die „geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung“ (kurz: Geri-Reha), da das Krankenhaus Rinteln dies als einziges Krankenhaus in Schaumburg anbietet.
Was sich hinter dem Namen verbirgt, erläuterte Christoph Hunnius, Chefarzt der Inneren Abteilung: Gedacht sei sie als „eigenständige Therapiesäule“ meist für über 60-jährige Patienten. Sie kommt infrage für Patienten, die zum Beispiel nach großen Bauchoperationen oder orthopädischen Eingriffen noch nicht in eine Reha aufgenommen werden können. Liegen bei ihnen mehrere Symptome vor wie etwa Schwindel oder Inkontinenz, würden sie in die „Geri-Reha“ des Krankenhauses kommen.

50 Prozent aller Patienten, erzählte Hunnius, gingen aus der Geri-Reha direkt nach Hause und nicht zusätzlich in eine Reha. „Die Zahl ist erstaunlich und bestätigt uns“, so Hunnius. Es sei geplant, Patienten aus Stadthagen und Bückeburg aufzunehmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr