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Geldübergabe am Balkon

Sechs Monate Haft wegen Betruges Geldübergabe am Balkon

In einer verrückten Geschichte um den gescheiterten Einbau einer Heizungsanlage ist ein 40 Jahre alter Mann aus dem Raum Hannover nun hart bestraft worden: Richter Christian Rost verhängte gegen den arbeitslosen Mann eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung wegen Betruges.

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RINTELN. Während der Angeklagte bis zuletzt den Tatvorwurf bestritt, war Rost überzeugt davon, dass der 40-Jährige eine Anzahlung von 7000 Euro kassiert hatte, Heizkörper und Brenner aber bis heute nicht geliefert wurden.

 Im Frühsommer 2015 lernte eine Frau (33) den Angeklagten über eine Dating-Seite im Internet kennen. Während der nur wenige Monate dauernden Beziehung kaufte ihre Familie ein Haus im Schaumburger Land. Von ihrer Mutter erfuhr die 33-Jährige, dass dieses Haus über keine Heizung verfügte. Sie erzählte dies dem Angeklagten, der daraufhin vortäuschte, er könne günstig eine Heizungsanlage besorgen. Er kam dann mit einer unbekannt gebliebenen Person in das Gebäude. Dort wurde offenbar halbherzig für die Installation der Anlage vermessen.

Geld fliegt vom Balkon

 Als Anzahlung wurde eine Summe von 7000 Euro gefordert. Um das Geld aufzutreiben, verkaufte die Familie ihren Goldschmuck bei einem Juwelier. Kurz darauf fand die kuriose Geldübergabe für die Heizung statt: Die Mutter warf das in einer Plastiktüte befindliche Geld vom Balkon, unten nahm es die 33-jährige Tochter in Empfang. Diese händigte es dann dem vermutlich im Auto sitzenden Angeklagten aus. Er sollte die 7000 Euro an den Installateur weiterreichen. Wochen später wurde die Heizung immer noch nicht geliefert, die Familie stets vertröstet. Dann trennte sich die 33-Jährige vom Angeklagten und zog zu ihrem neuen Freund nach Franken. Dort wurde das Paar kürzlich im Rahmen der Rechtshilfe vernommen. Die 33-Jährige bestätigte dabei, dass sie dem Angeklagten damals das Geld gegeben und dieser ihr in einem späteren Telefonat gestanden habe, er habe das Geld verzockt.

 „Ich habe kein Geld bekommen“, beteuerte dagegen der erheblich vorbestrafte Angeklagte vor Gericht. Danach will er das Geschäft mit der Heizung nur vermittelt, aber niemals das Geld in die Hand bekommen haben. Schlimm für die Familie: Durch die bis heute fehlende Heizung ist das Haus immer noch kaum bewohnbar.  maf

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