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Gemeinsam unter einem Dach

Generationen können kommen Gemeinsam unter einem Dach

Mehrere Generationen unter einem Dach, voneinander lernen, sich helfen, Gemeinschaft statt Einsamkeit in der Single-Welt: Dieses Wohnmodell hatte vor Jahren schon Bremens Ex-Bürgermeister Henning Scherf in Rinteln vorgestellt.

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Jan-Frederik Tadge (links) und Henrike Vogt (rechts) stellen den ersten Interessenten das Mehrgenerationen-Mietshaus an der Virchowstraße vor. Mit dabei auch Annette Mundt (Zweite von links) von der Wohn-Initiative Rinteln.

Quelle: dil

Rinteln. Eine Wohn-Initiative Rinteln bildete sich jüngst unter Leitung der Demografiebeauftragten, ist aber über die Planungsphase noch nicht hinausgekommen. Es fehlt an Geld und Einigkeit. Ein privater Investor ist dagegen schon weiter und stellte am Sonnabend sein im Rohbau fertiges Mietshaus für mehrere Generationen vor.

Unter dem Motto „Gemeinsam. Neu. Gewohnt“ standen die bundesweiten Aktionstage zu neuen Wohnformen und beispielhaften Initiativen. In Rinteln war es die Initiative eines Privatinvestors, der die Ideen der jüngsten Zeit aufgenommen hat, aber damit auch verdienen und seine eigene Altersvorsorge absichern will. Die Nachfrage nach Mehrgenerationenwohnen schien ihm vorhanden, also schuf er die Voraussetzungen. Die ersten drei Mieter sind schon da. „Aber wir können eine Durchmischung de Generationen nicht garantieren, das regelt der Markt“, schränkten Jan-Frederik Tadge (Geschäftsführer) und Henrike Vogt (Vertriebsleiterin) der Firma ImmoControl GmbH aus dem Auetal ein. Diese wurde von Bauunternehmer Bruno Tadge 2003 als Spezialist für den Büro- und Wohnungsbau gegründet. Ihr Ziel: innovative Projekte auf anspruchsvollen Grundstücken.

Anspruchsvoll ist das Grundstück Virchowstraße 12 schon. Hanglage, in den oberen Geschossen Fernblick über die Stadt. Auf der ehemaligen Rasenfläche wurden dreieinhalb Geschosse hochgezogen, Balkons an der Südseite. Die Dachgeschosswohnungen haben noch ein Oberstübchen unter dem Giebel mit Innentreppe. 70 Quadratmeter haben die Außenwohnungen, 40 die inneren. Man kann die kleine auch mit einer großen Wohnung kombinieren. Sieben Euro warm pro Quadratmeter, das ist die kalkulierte Miete. Wasser und Strom, Garage und Stellplatz kosten jeweils extra.

Bei dem mit einem KfW-Darlehen geförderten Niedrigenergiebau sorgen Erdwärme, Wärmepumpe und Photovoltaik für kostenlose Beheizung und Belüftung. Die Wärme wird über Rohre in den Betonwänden verteilt, Heizkörper gibt es also nicht, individuelle Wärmereglung dagegen schon. Die Grundrisse sind variabel, weil die Innenwände aus versetzbaren leichjten Trockenbauelementen bestehen.

Annette Mundt vom Verein Wohn-Initiative Rinteln (WIR) gehörte zu den ersten Besuchern. Von einer eigenen Lösung sei der Verein noch weit entfernt, so Mundt. „Dazu müssten wir uns erst fest zusammenschließen, zum Beispiel als Genossenschaft, um investieren zu können.“ Andere Interessenten fragten nach Lösungen für verwitwete Verwandte oder schauten einfach für sich selbst.

Nicht amüsiert dürften allerdings die Anwohner auf der Nordseite sein. Diesen raubt der dort alles überragende Neubau (ohne Grundstück Investition von 1,04 Millionen Euro) die jahrzehntelang gewohnte, aber nicht verbriefte freie Sicht nach Süden. Das innovative Projekt hat auch seine Schattenseite.dil

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