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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Kindertagesstätten Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Das ist eine schon lang geführte Debatte. Nicht nur die Bezahlung von Männern und Frauen differiert häufig. In den Rintelner Kindertagesstäten wird zwischen Erst- und Zweitkräften unterschieden - auch bei der Entlohnung. Das soll sich aber bald ändern.

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Die gleichen Aufgaben, aber unterschiedliche Bezahlung? Diese Ungleichheit soll in Rintelner Kitas jetzt geändert werden.

Quelle: pr

Rinteln. Auch innerhalb derselben Branche ist gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit noch lange keine Selbstverständlichkeit: In Kindertagesstätten beispielsweise wird in Rinteln zwischen Erst- und Zweitkräften unterschieden – auch in der Entlohnung. Das könnte sich allerdings bald ändern.

Die Zweitkräfte sollen ab dem 1. August 2017 in eine neue Entgeltgruppe umsortiert werden, wenn sie die entsprechende Ausbildung vorweisen können und dieser Änderung auch zustimmen. Der Haushaltsplan 2017 soll entsprechend angepasst werden.

Zweitkräfte werden derzeit nach der Entgeltgruppe S3 des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst bezahlt, Erstkräfte nach der Entgeltgruppe S8a – das macht nach Tariftabelle einen Unterschied von gut 360 Euro monatlich aus. Wenn alle Gremien Ende Januar entsprechend entscheiden, werden Erst- und Zweitkräfte künftig nach demselben Tarif bezahlt.

Zehn Kindertagesstätten mit 82 Fachkräften

Die Stadt Rinteln betreibt laut eigenen Angaben zehn Kindertagesstätten mit derzeit 82 Fachkräften. Bei elf würde die Höherstufung in Frage kommen. Die Mehrkosten dafür jährlich: rund 47000 Euro. Da die Änderung ab 1. August vorgesehen ist, würden für das aktuelle Jahr bereits 19000 Euro anfallen.

Doch warum wird eigentlich in Erst- und Zweitkräfte unterschieden? Kitas werden im Regelfall von staatlich anerkannten Sozialpädagogen oder Erziehern geleitet. Sie sowie Personen mit gleichen oder ähnlichen Abschlüssen werden als Erstkräfte betitelt.

Mit Zweitkräften sind staatlich anerkannte Kinderpfleger und sozialpädagogische Assistenten gemeint, die natürlich große Mitverantwortung bei der Erziehung der Kinder und dem Betrieb einer Kita tragen.

Dieser Verantwortung will die Stadt Rinteln Rechnung tragen: „Das Fachpersonal in den Einrichtungen wird inhaltlich immer mehr gefordert“, heißt es in der Beschlussvorlage zu diesem Thema. Alle Erzieher seien in den städtischen Einrichtungen mit allen pädagogischen Aufgaben betraut, und die Unterscheidung sei daher „überholt“.

Weiterer Grund für Höherstufung

Aus der Beschlussvorlage geht allerdings hervor, dass die Höherstufung auch noch einen anderen Grund hat: Die Stadt will als Arbeitgeber für Erzieher „attraktiver“ sein. Es gebe einen „unzureichenden Personalmarkt“, sprich: Die gleiche Bezahlung dient auch dem Kampf um die besten Köpfe. Außerdem soll „langfristig“ die Qualität der Kitas gesichert werden.

Für Uwe Vogt, Vorsitzender des Sozialausschusses, ist die Gleichbezahlung von Erst- und Zweitkräften auch eine Frage des Standortvorteils für Rinteln: Für junge Leute müsse der Anreiz geschaffen werden, in die Stadt zu kommen – und zu bleiben. Das gilt zum einen für die Bezahlung dieser Berufe, aber auch für die Aufrechterhaltung des Angebotes an Kindertagesstätten. „Wir müssen für unsere Kinder etwas tun, da dürfen wir nicht sparen“, so Vogt.

Daher rechne er auch damit, dass für die Sache gestimmt wird, wenn es am 24. Januar noch einmal in den Sozialausschuss, danach in den Verwaltungsausschuss und am 26. Januar abschließend in die Ratssitzung gehen wird.

In anderen Kommunen hat man die Frage übrigens längst geklärt: In Obernkirchen beispielsweise wurde die Gleichbezahlung von Erst- und Zweitkräften im Jahr 2015 eindeutig bejaht.

Und andernorts kennt man die Unterscheidung in Erst- und Zweitkräfte gar nicht. Beitrag aus einem Online-Forum für Erzieher: „Bei uns werden auch alle Erzieher gleich bezahlt. Ich arbeite nun schon seit mehr als 25 Jahren im Beruf. Ich kenne diese Aufsplittung in Erst- und Zweitkraft überhaupt nicht. (…) Schließlich leisten alle die gleiche Arbeit. Na, das wäre ja ein weiterer Grund, einen Arbeitskampf anzustreben.“

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