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Glück gehabt!

Feuerwehreinsatz Glück gehabt!

Dicker schwarzer Rauch statt frisch geröstetem Kaffee: Eine Fehlfunktion in der Röstmaschine der Kaffeerösterei Niemeyer hat gestern um kurz nach 9 Uhr für einen großen Feuerwehreinsatz an der Brennerstraße in Rinteln gesorgt.

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Die Feuerwehr war mit drei Löschzügen vor Ort.

Quelle: jak

Rinteln. „Das hätte wirklich schlimm enden können“, sagt Ortsbrandmeister Thomas Blaue. „Warten kann man sich bei so einem Einsatz nicht leisten.“ Letztlich ging es glimpflich aus.

Als die Einsatzkräfte das Gebäude betraten, glühten die Rohre der Röstmaschine aufgrund der Hitze bereits tiefrot. „Stoßweise konnten wir sie mit Wasser kühlen“, berichtet Blaue nach dem Einsatz und sagt erleichtert: „Heute konnten wir zum Glück parken.“ Denn gerade in den Abendstunden stehen regelmäßig zahlreiche Falschparker vor dem neu eröffneten Mosquito im Alten Museum. Eine fatale Entwicklung: Denn im Ernstfall entscheiden bei einem Feuer nur wenige Minuten über Menschenleben.

Dass gestern Schlimmeres verhindert wurde, war dem beherzten Eingreifen der Feuerwehr zu verdanken. Mit drei Löschzügen und 50 Feuerwehrleuten aus dem gesamten Brandschutzabschnitt waren die Ehrenamtlichen vor Ort. Sechs Atemschutztrupps drangen während der starken Rauchentwicklung in die Kaffeerösterei vor und konnten mit geringem Wassereinsatz die bereits rot-glühende Röstmaschine so weit abkühlen, dass sich kein weiterer Rauch mehr bildete. „Dadurch entstand kein Wasserschaden“, sagt Blaue erfreut.

Weniger erfreut ist Blaue über die zahlreichen Falschparker im Bereich Brennerstraße, Kirchplatz und Ostertorstraße. „Da müssen wir sensibilisieren“, sagt er. Denn im Einsatzfall brauche die Feuerwehr den Platz, „da reichen nicht drei Meter für ein Fahrzeug“. Auch der Leiter des Ordnungsamts Ulrich Kipp bestätigt: „Das ist ein Problem.“

Aber das wisse man nicht erst seit heute, dementsprechend kontrolliere man bereits seit Anfang des Jahres verstärkt in diesem Bereich – insbesondere am Abend. Kipp verweist auf mehrere Kontrollen, die Mitarbeiter der Stadt und der Polizei in den vergangenen Monaten durchgeführt haben. So zum Beispiel am 6. Februar um etwa 20.15 Uhr, wo 28 Verwarnungen ausgesprochen wurden, zehn davon in dem fraglichen Bereich der Brennerstraße. „Wir haben dort einen verkehrsberuhigten Bereich“, erklärt Kipp. „Das Parken ist nur in gekennzeichneten Flächen erlaubt.“

Durch die neu eingestellte Mitarbeiterin im Ordnungsamt lassen sich diese Kontrollen in Zukunft wohl auch noch intensivieren. „Und wenn wir merken, dass die Straße so zugeparkt ist, dass Großfahrzeuge keinen Platz mehr haben, dann lassen wir auch abschleppen“, betont der Ordnungsamtsleiter.

Ilse Rosendahl, die Besitzerin der Kaffeerösterei, und ihr Lebensgefährte Alfred Tack sind nach dem Brand mehr als erleichtert. Beide waren vor Ort, als die Röstmaschine plötzlich zu qualmen, rauchen und glühen begann. Sofort verständigten sie die Feuerwehr, genauso wie zahlreiche andere Passanten, die den dunklen Rauch bereits auf der Straße feststellen konnten. „Richtig gebrannt hat es nicht“, erzählt Alfred Tack unserer Zeitung am Telefon, „aber geglüht und gequalmt. Denn wenn es richtig gebrannt hätte, dann wäre das Haus nicht mehr da.“

Gerade für die alten Fachwerkhäuser, die die Altstadt auszeichnen, ist Feuer eine immense Gefahr. „Damals hat man einfach auf Teufel komm raus gebaut“, sagt Blaue. „Brandschutzwände gab es nicht, oft sind Fenster zwischen den Häusern.“ Was besonders gefährlich ist, da diese in der Altstadt sehr nahe beieinanderstehen. Auch in den Gebäuden warten besondere Herausforderungen für die Brandschützer.

„Die Zwischendecken wurden oft aus Lehm und Holz errichtet, nicht wie heute aus Beton“, sagt Blaue. Dadurch können sich Funken und Flammen dort ausbreiten und noch Wochen später für weitere Brände sorgen. Daher verteilten sich die sieben Atemschutztrupps der Feuerwehren aus Rinteln, Möllenbeck und Todenmann auf allen Stockwerken und kontrollierten die Lage regelmäßig. Nach etwa einer Stunde konnte in der Brennerstraße Entwarnung gegeben werden.

Die Röstmaschine im Verkaufsraum wird vielen Kunden der Kaffeerösterei Niemeyer ein Begriff sein. Über ihr weiteres Schicksal lässt sich derzeit nichts sagen, ein Spezialist soll in den kommenden Tagen das Gerät begutachten und über die weitere Verwendung entscheiden. „Wir bewegen uns bei so einer Maschine im Bereich 60000 bis 80000 Euro“, sagt Alfred Tack. Bis die Lage geklärt ist, bleibt die Kaffeerösterei geschlossen. jak

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