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Gott sprach: Es werde Licht

St. Nikolai-Renovierung Gott sprach: Es werde Licht

„Ich bin so glücklich, dass die Wand wegkommt“, freut sich Pastorin Sabine Schiermeyer. Gestern Vormittag wurde im Chorraum von St. Nikolai begonnen, die hölzerne Bau-Schutzwand wieder abzubauen, am späten Nachmittag war sie dann bereits verschwunden. Ende Mai vergangenen Jahres war die Wand errichtet worden, damit die fünf großen Chorfenster umfassend renoviert werden konnten.

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Langsam senkt sich die Wand: Ihre Platten und Holzstützen werden stückweise von oben nach unten entfernt.

Quelle: tol

RINTELN. Jetzt nach zehn Monaten sind die Arbeiten abgeschlossen. Nur an einem nordwestlichen Kirchenfenster des Rintelner Gotteshauses wird noch gearbeitet werden.

Die Nikolai-Kirche kann ab dem Wochenende wieder vollständig genutzt werden. Die Zeit der Dunkelheit ist vorbei, ab heute fällt wieder Sonnenlicht durch die Chorfenster ins Kirchenschiff. Die Holztafeln um den Altar werden heute vorsichtig entfernt, am Freitag wird ordentlich geputzt.

Vor 72 Jahren – am 4. April 1945 – wurde die Weserbrücke gesprengt, dabei zerbarsten auch die Fenster der Stadtkirche. Bis 1956 gab es eine Notverglasung. Danach hatte der aus Rinteln stammende Glaskünstler Eberhard Klonk die neuen fünf großen Chorfenster gestaltet und in seiner Marburger Werkstatt angefertigt.

Verankerungen angegriffen

An diesen großen Fenstern nagte im Laufe der Jahrzehnte allerdings der Zahn der Zeit. Die Eisenverankerungen der einzelnen Fenstertafeln waren von Rost angegriffen und gefährdeten die Stabilität des Sandsteinmaßwerks.

Der Kitt, mit dem die zum Teil sehr kleinen, einzelnen Scheiben mit den Bleirouten verbunden sind, war fast ganz verschwunden und der Mörtel brüchig. Die Farbe des Glases hatte durch Kondenswasser gelitten.

Große Gefahr bestand vor allem durch die Rostentwicklung wie auch Luftfeuchtigkeitsschäden. Die angerosteten Eisenhalterungen verlaufen durch die Sandsteinsäulen hindurch, könnten sie sprengen, da der Rost ihr Volumen vergrößert.

Kräftige Farben und ein Schutzgitter

45 einzelne Tafeln der Chorfenster mussten abgenommen und nummeriert werden. Sie wurden in einer Glaswerkstatt, die noch mit diesem alten, mundgeblasenen Glas umgehen kann, aufgearbeitet. Die  eingebrannte Farbe wurde erneuert, einzelne Mosaikstücke wurden ausgetauscht und fehlerhafte Bleibahnen repariert.

Die Sonne wird jetzt diese Arbeiten ans Licht bringen. Das mittlere Fenster hat kräftige Farben. Außen haben die Fenster zudem ein neues Schutzgitter bekommen.

Rechtzeitig zur Karwoche und den Osterfeiertagen wird auch der Altar mit dreiteiligem Retabel von 1582 für alle Kirchenbesucher wieder sichtbar: Die Haupttafel zeigt die Abendmahlsszene. Darüber ist die Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes angeordnet, ganz oben ist Gottvater zu sehen.

Über die abgeschlossene Sanierung sind auch die Konfirmanden erfreut, sie können am 23. April vor dem Altar eingesegnet werden.tol

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