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Graue Herbstrenette für Sofia

Rinteln Graue Herbstrenette für Sofia

Ob Johannes und Gabriel Rothe ihre zwei in diesem Jahr geernteten Äpfel wohl ebenso geschmeckt haben wie der hausgemachte Apfelwein von Ulrich Hartmann den Beteiligten der Pflanzaktion im Generationenpark hinter dem Seetorfriedhof? Für Familie Rothe ist es der dritte Baum, den sie traditionell am zweiten Novembersamstag um 10 Uhr pflanzten.

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Jung und Alt im Generationenpark: Das Pflanzen der Apfelbäume für Neugeborene zieht 21 Eltern mit Kindern an.

Quelle: ama

Rinteln. Von Bettina Szrama

Die ganze Familie war anwesend, als Steffen Rothe und Söhnchen Gabriel den Spatenstich für die Zukunft von Reuben Joy setzten. Traditionsgemäß lag der Geburtstermin ihres dritten Kindes im Jahr vor dem Pflanztermin, und die Familie übernahm die Patenschaft für das junge Bäumchen der Apfelsorte Liberty, mit dem Reuben Joy nun für immer mit seiner Geburtsstadt verwurzelt ist.

 Gegen das nasskalte, aber trockene Novemberwetter gab es warmen Apfelwein, der von Mitarbeiterinnen vom Bürgerbüro ausgeschenkt wurde. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz verwies im Rückblick auf die alten Apfelsorten, die seit Beginn der Pflanzung vor neun Jahren jedes Jahr mit neuen Sorten aufgestockt werden und nun bereits Früchte tragen.

 Auch diesmal sind die Männer vom Bauhof mit tatkräftiger Unterstützung zur Stelle. Zuvor hatten sie das Pflanzloch ausgehoben und fachgerecht zwei Pflanzstäbe eingesetzt, an denen das Bäumchen angebunden und die Namensplakette befestigt wird. Für die Pflanzpaten, deren Aufgabe es nun ist, das Pflanzloch nach Einsetzen des Baumes zu füllen und festzutreten, wird ein Kostenbeitrag in Höhe von 50 Euro erhoben. Dafür erwerben sie unter anderem neben der Berechtigung, ihren selbst gewählten Apfelbaum im Generationenpark zu pflanzen und dessen Früchte zu ernten, eine Plakette mit eingraviertem Kindsnamen samt Apfelsorte sowie eine Urkunde. Danach kümmert sich die Stadt um die Bäume, obwohl es durchaus Paten gibt, die die Pflege selbst übernehmen.

 „In den letzten Jahren wurden auf dem ehemaligen Ziegeleigelände und heutigen Generationenpark 249 Bäume gepflanzt – mit nur geringen Verlusten. Manchmal ist eine Wühlratte oder eine Baumkrankheit der Grund, weshalb ein Baum ausgetauscht werden muss“, erklärt Bauhof-Amtsleiter Klaus-Ulrich Hartmann und bedauert, dass es in diesem Jahr nur 21 von 200 angeschriebenen Paaren sind, die ihrem Kind mit dieser Aktion ein Stückchen Heimaterde in der Weserstadt sichern. Besonders stolz ist er auf den ausgestreuten Samen vom vorigen Jahr, der sich zu einer prächtigen Bienenweide mit den verschiedensten Blumen entwickelt hat. Denn Bienenweiden zu schaffen, sei wichtig für das ökologische System.

 „Die Stadt ist sehr bemüht um eine blühende Lückenfüllung, und so werden wir dieses Projekt noch ausweiten“, sagt Hartmann und fasst bereits neue Bänke ins Auge, die zum Verweilen zwischen entfalteter Apfelblüte und bunten Sommerwiesen einladen. Zudem bietet die Anlehnung an den Friedhof einen guten Kontrast von Tod und Leben. Klaus Koschnick vom Imkerverein, Manfred Langemeier vom Obst- und Gartenbauverein sowie der Naturschutzbund Rinteln sind mit Recht stolz. Denn wo findet man eine ähnliche heimatliche Verbundenheit?

 Ihren Apfelbaum in der Weserstadt bekommen 2013: Nara Barth (Notaris), Arved Gührs (Freiherr von Berlepsch), Marlon Marenda, (Gelber Edelapfel), Jon Martin (Rubinola), Bela Schulz (Grahams Jubiläumsapfel), Marlene Jonek (Kaiser Wilhelm), IIan Bender (Prinzenapfel) Isabella Di Noi (Allington Pepping), Finja Sofie Ochs (Roter Bellefleur), Elina Sophia Lane (Florina), Pia Drescher (Bürener Zitronenapfel), Reuben Jay Rothe (Liberty), Ludwig Großmann (Luxemburger Renette), Sofia Kielgas (Graue Herbstrenette), Jannik-Maximilian Neermann (Teser), Paul Erik Vogt (Tiefblüte), Fynn-Pascal Pape (Winterrambur), Mio Beißner (Tannenkrüger), Luna Fabisch (Eifeler Rambur), Mats Meyer (Rote Sternrenette).

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