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Großes Fest mit allen Gemeinden

Lange Nacht der Kirchen Großes Fest mit allen Gemeinden

Oskar und Cedric sind die Lichter-Engel in dieser „Langen Nacht der Kirchen“ gewesen. Unermüdlich verteilten sie in der Jakobi-Kirche am Kollegienplatz blau leuchtende Armbänder, die sich die zahllosen Gäste über das Handgelenk streiften, zusätzlich zu den bunten Bändern der anderen Rintelner Kirchen.

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Auch das Streichorchester des Gymnasiums Ernestinum spielt am Abend auf. 

Quelle: cok

RINTELN. Wer das Konzept der dritten Kirchen-Nacht richtig ausgenutzt hatte, war vom frühen Abend an bis gegen Mitternacht von einem Standort zum nächsten gewandert, und hatte damit einen schönen Einblick gewonnen, wie die Gemeinden sich den Bürgern der Stadt präsentieren.

Während es in der Nikolai-Kirche fast so zuging wie in einem großen Gottesdienst – die Besucher füllten die Kirchenbänke, lauschten dem Schaumburger Oratorienchor, staunten über das, was man von der mutigen Reformatorin Katharina Zell erfuhr und knabberten zwischendurch an Brot und Salzstangen –, hatten andere Gemeinden wie die der baptistischen Christuskirche, des Johannis-Kirchzentrums und der reformierten Jakobi-Kirche zu einem Fest mit großzügigem Büfett geladen, sparten auch nicht mit Bier und Wein und ließen gleichwohl streitbare Persönlichkeiten der Reformationszeit davon erzählen, wie sie oft Leib und Leben riskierten, um ihre Botschaften zu verbreiten.

Zell lässt staunen

Balthasar Hubmaier etwa war ein Theologe, der mit dem Tod auf dem Scheiterhaufen dafür bezahlte, dass er dafür einstand, dass die Menschen erst als einsichtige Erwachsene getauft würden. Er gilt als Begründer der baptistischen Kirche und schrieb ein Buch gegen gewaltvolle Verfolgung von Ketzern, aus dem die Ernestinum-Schüler Henning Netzel und Marcel Hader in der Christuskirche vortrugen.

Reformatorin Katharina Zell musste ihren Kampf für das Recht, auch als Frau in theologischen Disputationen ihre Stimme zu erheben, zum Glück nicht mit dem Leben bezahlen, wie man von Karin Gerhardt in der Nikolai-Kirche erfuhr. Trotzdem konnte man nur staunen über die Biografie dieser mutigen Frau, die nicht auf der Kanzel, aber bei ihrer wohltätigen Arbeit predigte und viele öffentliche Briefe schrieb, in denen sie darauf bestand, dass jeder Mensch nicht auf Befehl, sondern im eigenen Herzen seinen Weg zu Gott finden solle.

Auch die Kinder hatten ihren Spaß

Das war ja auch die Idee Martin Luthers, der für die Freiheit des Christenmenschen seine Lanze brach, nicht ohne sich gleichzeitig mit Reformatoren wie Ulrich Zwingli und Johannes Calvin bitter zu streiten – unter anderem darüber, ob man beim Abendmahl tatsächlich den Leib Christi aufnähme oder ob Brot und Wein nur symbolisch für Fleisch und Blut stünden. Gerade dieser Streit führte dazu, dass sich die protestantische Kirche in Lutheraner und Reformierte teilte, verdeutlichte Karl Appel, der in der Jakobi-Kirche als Johannes Calvin auftrat, bis in die Nacht musikalisch unterstützt vom Streichorchester des Ernestinums. So wurde es auch in Krankenhagen vorgespielt.

In der katholischen St.-Sturmius-Kirche ging es ruhiger zu. Das hatte sicher auch mit dem Reformations-Thema zu tun, das die Katholiken nicht so stark umtreibt. Außer dem schönen Gesang von Carmen Handel erzählte Pastor Peter Wolowiec von Ignatius von Loyola, dessen Orden sich der Gegenreformation verschrieb.

Im Johannis-Kirchzentrum trafen sich vor allem die Nordstädter auf dem bunten Mittelaltermarkt, der auch Kindern Spaß machte, und mit seinem Gospelgesang, den Speisen und allerlei Spiel rund um Luthers Thesenanschlag dafür sorgte, dass der Shuttle-Bus gen Rinteln-Nord gern genutzt wurde. Nach Exten und Krankenhagen fuhr der Bus etwas weniger voll besetzt, obwohl auch dort die „Lange Nacht der Kirchen“ gefeiert wurde, als Zeichen der guten Zusammenarbeit aller christlichen Kirchen in Rinteln. cok

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