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Gründervater: In dieser Bandbreite einmalig

Rinteln / Sommeruni-Startschuss Gründervater: In dieser Bandbreite einmalig

Der Brückentorsaal gibt ein passables Auditorium maximum ab. Beim offiziellen Auftakt zur 7. Rintelner Sommeruni weht deshalb umso mehr ein Hauch der verflossenen Universitätsherrlichkeit durch den Raum, als am Sonnabendnachmittag 240 potenzielle Studentinnen und Studenten sowie 75 Referenten und Dozenten den Startschuss erwarten. Eine Woche lang wollen sie bei rund 100 Workshops und Vorträgen „studieren probieren“. So das Projekt-Motto, das die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm den Studiosi auf Zeit zur Abmilderung des bevorstehenden „Kulturschocks“ nach dem Wechsel vom Gymnasium auf die Uni nahe legt.

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Hendrik Hundertmark aus Bad Münder und und Jule Waßmuth aus Bad Nenndorf versprechen sich nach ihrem Turbo-Abi von der Sommeruni Entscheidungshilfe für die Wahl zwischen je zwei Studiengang-Alternativen.

Quelle: who

Rinteln (who). Insgesamt biete die Sommeruni eine „Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen“ und auch solche Studiengänge kennenzulernen, die man anschließend nicht studieren wird, unter Umständen sogar mit dem Ergebnis, dass der persönliche Weg in eine nicht akademische Berufsausbildung führt, so Hartmann-Grolm. Viele lokale Sponsoren und stille Helfer seien bereit, gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Und vielleicht braucht es dazu sogar nur noch leichte Denkanstöße, weil viele der jungen Sommeruni-Teilnehmer sich schon mit konkreten Vorstellungen für die Kurse eingeschrieben haben, zeigen die Kurzinterviews. So steht für Lisa Süllwold aus Rinteln bereits fest, dass sie zunächst zur Polizei gehen möchte und sie sich deshalb für den kommenden Donnerstag zum Besuch der niedersächsischen Polizeiakademie in Nienburg angemeldet hat. Als späteren Studiengang zieht die 18-Jährige die Vermessungslehre in Betracht und hat sich für den entsprechenden Sommeruni-Kurs angemeldet: „Weil ich mehr über das duale Studium heraus finden will.“

Für den 18-jährigen Hendrik Hundertmark aus Bad Münder hat sich der Findungsprozess auf zwei Alternativen verdichtet und er verspricht sich von der Sommeruni mehr Klarheit darüber, ob er nach seinem freiwilligen sozialen Jahr für das Lehramt oder den Berufsweg als Pastor studieren soll. Sein Vater habe ihn bereits vor zwei Jahren auf die Rintelner Sommeruni hingewiesen. Ebenso wie seine Mitschülerin Jule Waßmuth aus Bad Nenndorf. Die 17-Jährige, die wie er zum Turbo-Abi-Jahrgang gehört, verspricht sich ebenfalls Entscheidungshilfe von der Sommeruni-Woche. Für sie stellt sich die Wahl zwischen Sprachwissenschaften oder einem Management-Studiengang: „Weil ich noch nicht so entschlossen bin.“

Die Auswahlmöglichkeiten für Studiengänge, offeriert von 14 deutschen Universitäten und drei Akademien, sind wahrhaft groß, bestätigt Dr. Martin Beyersdorf. Der Leiter der zentralen Einrichtung für Weiterbildung an der Leibniz Universität in Hannover gehört zu den Gründervätern der Rintelner Sommeruni und begleitet das Projekt zum siebten Mal. „Wir schicken die meisten Lehrenden und die Uni Hannover ist sozusagen der wichtigste Partner vor der Haustür.“

Beyersdorf ist überzeugt vom Rintelner Sommeruni- Projekt: „Das System ist hervorragend und eine Erfolgsgeschichte und in dieser Größenordnung einmalig.“ Eine vergleichbare Bandbreite des Fächerangebots sei sonst nirgendwo zu finden. Das Gleiche gelte für die eingespielte Kooperation zwischen Erwachsenenbildung und Hochschule wie im Falle VHS Schaumburg und Leibniz Universität. Insgesamt mache die Universitätswoche mehr als Sinn, wenn sich infolge des demografischen Wandels spätestens „nach 2017 für die Universitäten die Aufgabe stellt, die Studierenden mit dem Lasso einzufangen“.

Undine Rosenwald-Metz, Direktorin der VHS Schaumburg, lobt das Rintelner Stadtmarketing als eine der Hauptgrundlagen für das Erfolgsmodell Sommeruni. Eine Steilvorlage, die Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz umgehend weiterspielt und bestätigt mit seinem Werbeblock für die jugendlichen „Rintelner auf Zeit“. Ob Draisinenstrecke, Möglichkeit für Nordic Walking mit Leih-Stöcken von der Tourist Information im Bürgerhaus am Markt oder Besuch im Museum in der Eulenburg mit Besichtigung der Relikte der früheren Universität Rinteln, Buchholz zieht alle Register. Und wenn das noch nicht reiche, dann gebe es ja noch die Möglichkeit, die Woche in Rinteln durch Teilnahme am dann bevorstehenden Altstadtfest zu verlängern.

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