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Gut aufgestellt – aber ...

Rinteln / Zukunftskonzept für Feuerwehren Gut aufgestellt – aber ...

Volles Haus im Feuerschutzausschuss. Die Präsentation des Feuerwehrentwicklungsplans hat am Montagabend das Gros der Führungskräfte der Rintelner Feuerwehren in den großen Sitzungssaal des Rathauses gelockt.

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„Das ist für uns so nicht hinnehmbar“

Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz sieht vor allem beim Hochwasserschutz – so wie hier 2011 in der Graf-Adolf-Straße – durch die Feuerwehr Investitionsbedarf.

Quelle: tol

Rinteln. Was Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz noch vor der Präsentation dazu veranlasste, zu betonen, „um die Dramatik zu nehmen, die gar nicht da ist“, dass dieser Plan erst noch diskutiert werden müsse. Was die Frage aufwirft, weshalb der Plan denn dann in der Sitzung schon zum Beschluss vorlag – den der Ausschuss folglich vertagte.

 Das Fazit von Ralf Schmitz und Michael Beivers von der Feuerwehr Paderborn, die vom Rintelner Verwaltungsausschuss für diesen Plan beauftragt wurden, lautete grob umrissen: Die Rintelner Feuerwehren sind insgesamt gut aufgestellt – aber: Sie sind auch teilweise altersschwach, im Bereich „Drehleiter“ zu langsam, die Organisation kann stellenweise verbessert werden – und in den nächsten 27 Jahren können für nötige neue Fahrzeuge Kosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro anfallen.

 564 aktive Feuerwehrleute

 Dazu gab es Anregungen, wie vor dem Hintergrund des demografischen Wandels die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehren sichergestellt werden könne.

 Mit 564 aktiven Feuerwehrleuten liegen die Rintelner Feuerwehren deutlich über dem in der „Verordnung über die kommunalen Feuerwehren“ veranschlagten Soll von 398. Dennoch sei der Personalstand bei drei Ortswehren unter und bei zweien gerade so auf Sollstärke.

 Stark seien die Rintelner Wehren mit Zugführern und Gruppenführern („den Führungskräften von morgen“, so Schmitz) ausgestattet. Dafür hake es bei den Truppenführern und Atemschutzträgern. Von „Überalterung“ sei insbesondere die Ortswehr in Schaumburg betroffen.

 Verbesserungsbedarf machten die Gutachter bei den Ausrück- und Eintreffzeiten der Drehleiter aus, die demnach bis zu zwei Minuten über dem veranschlagten Höchstwert von acht Minuten lägen.

 Die Organisation der Feuerwehren könne etwa durch Zusammenfassung von Ortsfeuerwehren zu taktischen Löschzügen oder Brandschutzabschnitten verbessert werden – bei gleichzeitiger Beibehaltung der Standorte.

 Derzeit verfügten die Feuerwehren über 39 Fahrzeuge im Wert von 5220000 Euro – während die Niedersächsische Feuerwehrverordnung ein Soll von nur 23 Fahrzeugen vorschreibt.

 Davon ausgehend, dass die Fahrzeuge innerhalb der nächsten 27 Jahre durch neue ersetzt werden müssen, veranschlagten die Gutachter mindestens 4325000 Euro und höchstens 4780000 Euro, während das Rintelner Stadtkommando von etwa 5,4 bis 5,9 Millionen ausgeht.

 Um die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehren zu sichern, müsse zudem in die Personalentwicklung investiert werden. So könne etwa das Ehrenamt gefördert werden, indem Patenschaften beim Übergang von der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr eingeführt werden. Weitere Boni könnten sein: Aufwandsentschädigungen, Steuererleichterungen, Ehrenamtskarten, die Übernahme von Führerscheinkosten, Fahrkostenübernahme oder Feuerwehrrente.

 Doppelmitgliedschaften sind vorstellbar

 Vorstellbar seien darüber hinaus Doppelmitgliedschaften sowohl für externe als auch für interne Feuerwehrleute, die Freistellung von Beschäftigten im öffentlichen Dienst, Stationierung von Einsatzfahrzeugen während der Arbeitszeit bei Unternehmen, die weitere Öffnung für Migranten, Frauen und Kinder sowie die Einrichtung einer Projektgruppe „Zukunftssicherung Feuerwehr Rinteln“ mit Vertretern aus Feuerwehr, Kommune und Wirtschaft. Der komplette Feuerwehrentwicklungsplan ist im Ratsinfosystem der Stadt Rinteln einsehbar.

 Ein Beschlussvorschlag wurde dann aber doch noch verabschiedet. Der Stadtbrandmeister Friedel Garbe wurde damit beauftragt, eine Konzeption zur Einrichtung einer Hochwasserschutzkomponente bei den Ortsfeuerwehren Engern, Ahe und Uchtdorf zu erstellen. „Das Thema Hochwasser muss vehement stärker in den Fokus genommen werden“, begründete Buchholz. „Bei einem Hochwasser, wie dem der Elbe, kann weder Edertalsperre noch Feuerwehr Rinteln etwas ausrichten.“pk

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