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Gymnasiasten erinnern an Holocaust-Opfer

Rinteln Gymnasiasten erinnern an Holocaust-Opfer

Zum Holocaustgedenktag haben am Mittwoch frühmorgens mehr als 30 Schüler aus den Leistungskursen Geschichte des Gymnasiums Ernestinum mit ihren Lehrern Thomas Weißbarth und Christian Fink an das Schicksal Rintelner Juden erinnert, die von den Nationalsozialisten vertrieben und ermordet wurden.

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Rinteln. „Einige wenige Opfer haben hier ein Grab, vielen anderen bleibt nur ein Grab in den Lüften“, wies Weißbarth auf die Millionen Opfer in den Konzentrationslagern und Gettos hin.

Die Schüler hatten Informationen über mehrere Einzelschicksale zusammengetragen und lasen diese nun zwischen den Grabsteinen vor. Anschließend legten sie nach jüdischer Sitte kleine Steine auf die Grabsteine.

Mit Rosen in der Hand ging es weiter in die Altstadt. Dort suchten die jungen Leute vier Stellen auf, wo Stolpersteine in das Straßenpflaster eingelassen sind, um an Juden zu erinnern, die bis in die dreißiger Jahre hinein in den Häusern dahinter gewohnt haben. Dort legten die Schüler jeweils Rosen ab und hofften, dass nicht wie im vergangenen Jahr die Blumen schon nach kurzer Zeit später wieder entfernt sein würden.

Nach den hierfür genutzten ersten beiden Unterrichtsstunden gingen die Schüler zum Gymnasium Ernestinum zurück, um ihre Zwischenzeugnisse in Empfang zu nehmen. Weißbart erklärte, diese kleine Aktion werde schon seit einigen Jahren durchgeführt. Schüler des Gymnasiums haben dazu immer Schicksale früherer jüdischer Einwohner erforscht.

Der Rintelner Historiker Uwe Kurt Stade nahm an dem Gedenken ebenfalls teil und bat die Lehrer, die Forschungsergebnisse für eine geplante Dokumentation über den jüdischen Friedhof in Rinteln zur Verfügung zu stellen. Stade: „Für dieses Projekt haben die Stadt Rinteln und der Verband jüdischer Gemeinden in Niedersachsen bereits ihre Unterstützung zugesagt. Das Ergebnis soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden.“

Der jüdische Friedhof am Ostertor ist der zweite in Rinteln und wurde 1817 eingerichtet. Der Vorgänger, der seit 1590 genutzt worden war, ist inzwischen verschwunden.dil

Nach dem Verlesen der Texte legen die Schüler Steine der Erinnerung auf den Grabsteinen ab, später in der Altstadt Rosen an den Stellen, wo Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Familien eingelassen sind.

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