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Haftstrafen nach Überfall in Wohnung

Rinteln/Bückeburg / Prozess Haftstrafen nach Überfall in Wohnung

Von schwerem Raub spricht keiner mehr. Sonst wäre die Sache anders ausgegangen. Mindeststrafe in einem Fall aus Rinteln: fünf Jahre Haft. Gefängnis gibt’s trotzdem: Im Prozess gegen vier Männer, die einen Rintelner (24) in dessen Wohnung an der Braasstraße überfallen haben sollten, hat das Bückeburger Landgericht drei Angeklagte verurteilt und einen freigesprochen.

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Rinteln/Bückeburg (ly). Der bereits inhaftierte Haupttäter (31), schuldig der gefährlichen Körperverletzung sowie eines Diebstahls mit Waffen, bekommt drei Jahre und drei Monate Haft. Dabei bezog die 1. Große Strafkammer allerdings eine vorausgegangene Entscheidung ein. Ein 26-Jähriger, der das Opfer zuvor schon einmal verprügelt hatte, soll 22 Monate Freiheitsstrafe verbüßen. Er stand unter Bewährung. Mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe inklusive 100 Sozialstunden kommt ein weiterer Mann (23) davon, der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung geleistet hatte.

Wie heftig die Gewalt nach dem Eintreffen in der Wohnung eskalierte, muss ihn selbst überrascht haben. Aus Furcht, zwischen die Fronten zu geraten, sahen er und der freigesprochene Rintelner (23) tatenlos zu, als der Wohnungsinhaber übel zugerichtet wurde. Für eine Verurteilung wegen schweren Raubes hätten die Täter allerdings mit dem Ziel zugeschlagen haben müssen, ihrem Opfer Sachen wegzunehmen. Erst beim Verlassen der Wohnung jedoch war einer von ihnen auf die Idee gekommen, schnell noch einen DVD-Brenner mitgehen zu lassen.

Den Männern ging es auch nicht darum, Beute zu machen. Ihr Motiv: Per SMS aufs Handy hatte der Rintelner das Gerücht verbreitet, die Freundin eines Angeklagten sei mit einem anderen fremdgegangen. Dafür sollte er einen Denkzettel erhalten, Schläge inbegriffen.

Gleich zu Beginn des Überfalls bekam der heute 24-Jährige einen Schlagstock gegen beide Schienbeine, danach Faustschläge und einen Tritt ins Gesicht, bis er stark aus der Nase blutete. Erst da kamen die beiden Angreifer zur Besinnung. Ihr Opfer musste mit dem Rettungswagen ins Rintelner Kreiskrankenhaus transportiert werden. Der junge Mann kann von Glück reden, dass er keinen Schädelbruch erlitten hat. Es blieb bei multiplen Prellungen, vor allem am Schädel.

Der Hausherr hatte behauptet, dass er außerdem acht- bis zehnmal mit einer Pistole auf den Kopf geschlagen worden sei. Diese Geschichte bezweifelt das Gericht, weil der Rintelner offenbar zu Übertreibungen neigt. „Die Kammer hat den Eindruck, dass der Zeuge nicht verlässlich die Wahrheit sagt“, hieß es.

Dennoch: „Überfälle in der Wohnung stellen eine schwerwiegende Beeinträchtigung dar“, so Richterin Birgit Brüninghaus in der Urteilsbegründung. Regelmäßig würden Opfer dadurch langfristig traumatisiert. Den beiden Haupttätern attestierte Brüninghaus „hohe kriminelle Energie“.

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