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„Haus am Waldkater“ nimmt Betrieb auf

Senioren- und Pflegeeinrichtung „Haus am Waldkater“ nimmt Betrieb auf

Am Dienstag hat das „Haus am Waldkater“ als Senioren- und Pflegeeinrichtung mit bis zu 50 Bewohnern bei der Lebenshilfe Rinteln seinen Betrieb aufgenommen und 15 neue Arbeitsplätze geschaffen. Voraussetzung war unter anderem auch eine Überprüfung der Rettungseinrichtungen – eine Feuerwehrgroßübung am Montag bot dazu die Gelegenheit.

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Mit einer Großübung testet die Feuerwehr die Rettungseinrichtungen der Senioren- und Pflegeeinrichtung.

Rinteln. Bei Feuer stehen Aufzüge nicht mehr zur Verfügung – bettlägerige Personen oder Rollstuhlfahrer müssen mit Drehleitern gerettet werden. Dafür sind auf der Westseite des Gebäudes am ersten und zweiten Geschoss große Außenbalkone errichtet worden. Für den Rettungseinsatz hat die Werkfeuerwehr der Lebenshilfe eine spezielle Hubrettungsbühne angeschafft, die frühere Drehleiter wurde verkauft. Vom festgelegten Stellplatz wird die Plattform direkt vor den Balkon gesteuert. Der Arbeitsradius beträgt bis zu 42 Meter Höhe oder Weite, der Korb hat eine Traglast von 500 Kilogramm.

Mit der Großübung am Montagabend wurden sowohl das neue Pflegepersonal, die Patienten und Bewohner als auch mehr als 250 Einsatzkräfte überrascht. Angenommen wurde ein Kellerbrand, den um 19.03 Uhr die Brandmeldeanlage feststellte. Der Qualm, so die Lage, breitete sich rasch im gesamten Gebäude bis ins Dachgeschoss aus. Mit dem Hausalarm müssen die Mitarbeiter die unterschiedlichen Wohnbereiche evakuieren. Einige Bewohner gelangen alleine auf den Außenbalkon – können selbst gehen oder ihren Rollstuhl nutzen. Bettlägerige Patienten werden auf Rettungstüchern ins Freie getragen.

Die ersten Einsatzkräfte stellte zunächst die permanente Besatzung der Werkfeuerwehr. Über Funkmeldeempfänger wurden die weiteren Aktiven der Werkfeuerwehr zudem die Ortsfeuerwehr Rinteln alarmiert. Zusätzliche Kräfte forderte danach Rintelns Ortsbrandmeister Thomas Blaue an, Werkbrandmeister Marco Behrens stand ihm dabei als Fachberater zur Seite. Am Montagabend rückten alle Ortsfeuerwehren nördlich der Weser, zudem die Wehr aus Möllenbeck und ein Löschzug mit Drehleiter aus Bückeburg an.

Für die Betreuung oder Behandlung der Bewohner kam die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) und die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) des Landkreises hinzu. Die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes erhalten dabei Unterstützung von der Feuerwehr Rodenberg, da binnen kurzer Zeit Behandlungszelte aufgebaut werden müssen. Seitens des Landkreises rückten auch der Gerätewagen Atemschutz und der neue moderne Einsatzleitwagen 2 an. Bei entsprechenden Großeinsätzen übernehmen zunächst die örtlichen Einsatzleitwagen. Bestimmte Abschnitte können danach auch aus der großen Kommandozentrale gesteuert werden. Darin sind der Fernmeldezug des Landkreises und die Technische Einsatzleitung (TEL) mit Fachberatern tätig.

Von den beiden Balkonen des „Hauses am Waldkater“ evakuierten Werkfeuerwehr und Ortsfeuerwehr gemeinsam im Wechsel. Während oben Personen gerade vom Balkon in den Rettungskorb einstiegen, war die Hubrettungsbühne gerade am Boden und entließ die „Geretteten“. An der Südseite des Gebäudes agierte parallel die Drehleiterbesatzung aus Bückeburg. Binnen einer Stunde nach Alarmierung waren 55 Personen aus dem zweiten Obergeschoss, 22 Personen aus dem ersten Obergeschoss über Leitern gerettet worden.

Die Menschen wurden danach erfasst, erhielten sogenannte Verletztenkarten. Zur weiteren Betreuung und Versorgung übernahmen sie die Helfer des DRK.

Für die Wasserversorgung arbeiteten die Ortswehren Todenmann, Engern, Steinbergen, Ahe, Deckbergen, Schaumburg und Möllenbeck zusammen. Sie förderten Löschwasser über die lange Wegstrecke von der Kurt-Schumacher-Straße zum Gelände der Lebenshilfe.

„Überaus gelungen“, urteilten Beobachter über den Ablauf der Übung sowie das Agieren der mehr als 250 Einsatzkräfte. Seitens der zuständigen Aufsichtsbehörde für die Werkfeuerwehr war Siebelt Ubben von der Polizeidirektion Göttingen anwesend. Von der Kreisfeuerwehr waren stellvertretender Kreisbrandmeister Dirk Hahne und Abschnittleiter-Nord Uwe Blume zugegen, ebenfalls Stadtbrandmeister Friedel Garbe und dessen Stellvertreter Bernd Entorf. Einzig die Wetterlage, ein später heißer Sommerabend, war vorher nicht geplant. Dies strapazierte alle Beteiligten. tol

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