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Herzklopfen – auch nach 50 Bühnenjahren

Rinteln Herzklopfen – auch nach 50 Bühnenjahren

So richtig kam die „Klingende Wintergala“ im Brückentorsaal gestern zunächst nicht in Schwung. Ein Grund dafür war sicherlich, dass die Veranstaltung wegen technischer Probleme erst mit zwanzigminütiger Verspätung begann.

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Rund 180 Kilometer ist Anke Gerken ausZeven angereist, um Chris Roberts zusehen. Ihre Mühe wurde mit einemAutogramm belohnt.

Quelle: tol

Rinteln. Ein Zeitraum, der auch das sonst so geduldige Rintelner Publikum an seine Grenzen brachte. So wurde Moderator Peter Feller, der schließlich mit zwanzigminütiger Verspätung die Bühne erklomm, auch nur mit halbherzigem Applaus begrüßt. Der Profi, der seit Jahren die Gala gemeinsam mit den Weserspatzen organisiert, wusste aber zu besänftigen. „Wir werden jede Minute hinten dranhängen“, versprach er. „Ihnen entgeht gar nichts“.

 Als erstes enterten dann „Die Evergreens“ mit ihrer Drehorgel die Bühne. Doch weder bei „Was kann schöner sein (Que sera)“ noch bei „O mein Papa“ kam im Saal richtig Stimmung auf. Der Applaus war zwar da, allerdings erst am Ende der jeweiligen Lieder und auch das sonst für die Gala so übliche Schunkeln blieb aus. Ein Grund dafür könnte gewesen sein, dass in diesem Jahr viele Plätze des Brückentorsaals leer blieben, nur rund 250 Gäste waren zur Wintergala gekommen.

 Weiter ging es mit Uschi Bauer. Sie begann mit ihrem über sechs Millionen Mal verkauften Hit „Die kleine Bergkirche (Ave Maria)“, und fragte dann, welcher Gast denn noch arbeiten gehen müsse – worauf sich nur vereinzelt Hände hoben. Ihren nächsten Titel widmete sie daher den „Pensionisten“ im Saal. „Früher hatten Sie ein geregeltes Leben“, leitete die Sängerin ihr nächstes Lied ein. „Jetzt sind sie im Ruhestand und haben Stress.“ Der Titel lautet dann auch folgerichtig und sehr zur Freude des Publikums „Auch Senioren brauchen mal Urlaub“.

 Nach einem Zwischenspiel der „Bergkameraden“, die das Publikum unter anderem mit auf eine „Schlittenfahrt“ nahmen, war schließlich Sonja Christin an der Reihe. „Sie gehört ja fast schon zum Inventar“, sagte Feller über sie, denn die Sängerin stand schon viele Male in Rinteln auf der Bühne. Vielleicht lag es an der durch viele Auftritte gewachsenen Verbindung zum Publikum, dass auf einmal der Knoten platzte. Es wurde geschunkelt, geklatscht und mitgesungen.

 Chris Roberts, der eigentliche Stargast des Abends, hatte so leichtes Spiel – obwohl er auch nach seinem 50. Bühnenjubiläum noch immer Herzklopfen hat, wenn er die Bühne betritt. Das gestand er dem Publikum und legte zur Bestätigung gleich die Hand einer Zuhörerin auf seine Brust, die den Herzschlag selber nachfühlen durfte. Dann präsentierte er seinen Fans viele seiner größten Hits: „Ich mach‘ ein glückliches Mädchen aus dir“, „Hab‘ Sonne im Herzen“, „Ich bin verliebt in die Liebe“ und natürlich „Du kannst nicht immer 17 sein“.

 In der anschließenden Pause herrschte große Nachfrage nach Autogrammkarten der Künstler und die „Bergkameraden“ gaben eine spontane Gesangeinlage, bevor es mit dem zweiten Teil des Nachmittags schließlich winterlich-weihnachtlich wurde. Ricky King war der erste, der auf die Bühne kam, das Publikum hatte die gute Stimmung über die Pause gerettet und machte weiter mit. Bei „Bonanza“ wurde fleißig geklatscht und bei seinem größten Hit „Verde“ lautstark gesummt, bevor er mit der Melodie vom „Aschenbrödel“ schließlich den besinnlichen Teil des Abends einleitete.

 Richtig weihnachtlich wurde es dann mit den „Weserspatzen“, die mit „Erwin, der dicke Schneemann“, „Feliz navidad“ und „Süßer die Glocken nie klingen“ den weihnachtlichen Teil einläuteten, dem sich die Stars der ersten Hälfte anschlossen. Sie alle kamen noch einmal auf die Bühne, um mit den schönsten Weihnachtsliedern den Abend zu einem besinnlichen Abschluss zu bringen – aller anfänglichen Schwierigkeiten zum Trotz. Oder wie es Peter Feller formulierte: „Es ist nicht wichtig, ob wir um fünf oder um sechs zu Hause sind. Wichtig ist, dass wir um 20 Uhr zur Tagesschau wieder zu Hause sind.“

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