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Hier wird die Problem-Dogge so zahm wie ein Lamm

Rinteln / Tierpflegestelle Hier wird die Problem-Dogge so zahm wie ein Lamm

Klar, im Tierheim werden Tiere aufgenommen, die kein Zuhause haben. Aber auch ein Tierheim stößt irgendwann an seine Grenzen, hat keinen Platz mehr oder nicht die nötige Zeit, um sich mit mitunter verstörten Tieren auseinanderzusetzen, sich um sie zu kümmern. Damit die Tiere trotzdem hinreichend versorgt werden, gibt es sogenannte Pflegestellen. Hier finden die Tiere Platz und bekommen die Aufmerksamkeit, die sie brauchen. Eine dieser ehrenamtlichen Pflegestellen befindet sich in Rinteln bei Monika Schemann.

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n der Pflegestelle von Monika Schemann haben sie es gut: Huuch (links), Eddy (rechts) und Balou (kleines Bild). Huuch hat Schemann längst übernommen. Nicht bleiben können Eddy und Balou. Sie suchen noch ein neues Zuhause.

Quelle: pk

Rinteln (pk). Zwar betreibt sie die Pflegestelle erst seit etwas über einem Jahr. An der nötigen Erfahrung mangelt es der Rintelnerin deshalb aber noch lange nicht. „Ich bin mit Hunden aufgewachsen, von klein auf war ich immer auch von Hunden umgeben“, erzählt Monika Schemann. „Ich glaube auch, dass es für Kinder gut ist, wenn sie mit Tieren aufwachsen. Sie entwickeln dadurch einen ganz anderen Bezug zur Umwelt und zu Tieren.“ Klar, dass sie sich als Erwachsene einen eigenen Hund anschaffte. „Und hätte mein Mann etwas dagegen gehabt, dann hätte ich ihn nicht geheiratet“, sagt Schemann lachend. „Aber mein Mann ist ebenfalls Hundeliebhaber.“
Als ihr gemeinsamer Hund, eine amerikanische Bulddogge, im Mai vergangenen Jahres im Alter von elfeinhalb Jahren starb, wollten die Schemanns eigentlich keinen neuen Hund. Ihr Tierarzt machte sie aber auf den Kalletaler Tierschutzverein Franziskushof und deren Pflegestellen aufmerksam. In den Schemanns sah er Menschen, die in der Lage sind, Hunden, die sonst niemanden haben, ein gutes Leben zu bereiten.
Die Voraussetzungen für eine Pflegestelle erfüllte Monika Schemann leicht: ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis, ein Hundeführerschein, genügend Platz, eigene Hunde und vor allem Erfahrung. „Davon habe ich 40 Jahre“, sagt sie.
Der Franziskushof verfügt bundesweit über zehn Pflegestellen für Katzen sowie über 12 für Hunde. Eine seiner Pflegestellen ist in Rinteln, bei den Schemanns. Wenn es im Tierheim zu eng wird oder Hunde einen Zwingerkoller bekommen, greift die Vorsitzende Mariane Danyluk zum Telefon und ruft etwa Monika Schemann an. So kam Schemann auch zu Eddy.
Eddy ist eine Olde English Bulldogge, die dem Teufel noch mal von der Schippe gesprungen ist. „Eddy befand sich auf einer Tötungsstation in Ungarn. Dort werden die Hunde nicht eingeschläfert, sondern aufgehängt. Die Tierschutzorganisation ,Bullterrier in Not‘ holte ihn da raus“, erzählt Schemann. Eigentlich war er schon weitervermittelt, „an einen guten alten Mann“, wie Schemann sagt. Aber dieser sei leider krank geworden.
Jetzt ist er wieder bei Huuch. Huuch ist eine Bordeauxdogge. Er war der erste Hund, den die Schemanns bei sich zur Pflege nahmen. Mehr als zwei Hunde darf eine Pflegestelle nicht annehmen. „Huuch ist noch ganz jung und war ein echter Problemfall. Der wurde wohl im Keller gehalten. Er machte alles kaputt, so konnten wir ihn natürlich nicht vermitteln“, erzählt sie. Inzwischen ist Huuch – Monika Schemann sei Dank – zahm wie ein Lamm. Und ein Zuhause hat er auch längst gefunden: bei den Schemanns.
Neben der Pflege ist auch die Vermittlung der Tiere Aufgabe einer Pflegestelle. Freilich werden die Tiere nicht jedem anvertraut. Daher gibt es Kontrollen. „Die mache ich sowohl vor als auch nach der Übergabe und schaue nach einiger Zeit mal nach dem Rechten“, sagt Schemann.
Einer der noch ein Zuhause sucht, ist der kleine Balou, ein sechs Monate alter Brackemix. Geimpft, gechipt, kastriert und entwurmt, braucht Balou „so schnell wie möglich ein neues Zuhause, bevor er sich zu sehr an uns gewöhnt“, sagt Schemann. Interessenten können sich bei Monika Schemann unter Telefon (0 57 51) 96 37 11 melden.

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