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Hilfe für Menschen mit Behinderung

Rinteln Hilfe für Menschen mit Behinderung

Für teure Hochglanzmagazine hat die Stiftung für Rinteln nichts übrig. „Wir stecken unser Geld lieber in unsere Projekte“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Thomas Priemer in seiner Ansprache.

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RINTELN. Zwar hätte die 2007 gegründete gemeinnützige Organisation anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens Grund zum Feiern, aber die finanzielle Lage ist aktuell nicht einfach. Zwar wuchs das Stiftungsvermögen seit der Initialzündung durch zusätzliche Stiftungen auf heute 222000 Euro an. Allerdings verwende die Stiftung nicht das Vermögen, sondern nur die Zinserträge für seine wohltätige Arbeit, erklärte Priemer – und die Zinsen sind derzeit bekannterweise sehr niedrig.

Umso mehr freute ihn, dass der Stiftungsempfang mit etwa 100 Teilnehmern sehr gut besucht war. Das Leitmotiv „Hilfe für Menschen mit Behinderung“ mündete auch in einem konkreten Projekt, das die Stiftung in diesem Jahr umsetzen möchte: Nämlich einem Tastmodell für Blinde und Sehbehinderte Menschen, das an einem zentralen Ort in Rinteln aufgestellt werden soll. Für diese stelle es eine wertvolle Orientierungshilfe dar – und eine Möglichkeit, die Weserstadt sensorisch zu erleben. Aber auch für nicht-sehbehinderte Menschen sei das Tastmodell ein Mehrwert. „Die Erfahrung aus anderen Städten zeigt, dass die Modelle gerade von Touristen sehr gerne genutzt werden“, so Priemer.

Klare Worte auf dem Podium

Im Anschluss näherte sich der Vorsitzende des Behindertenbeirates, Manfred Pollmann, dem Thema. Er erklärte auch, wie alleine die Wahl der Begriffe einen Mentalitätswandel belege. Während man früher von Kriegsversehrten sprach oder andere abfällige Bezeichnungen wählte, spreche man heute von „Menschen mit Behinderung“. „Der Mensch steht also im Mittelpunkt“, so Pollmann, der auch auf ein Zitat von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verwies: „Alle Menschen sind behindert – wir Behinderte haben den Vorteil, dass wir es wissen.“

Zwischen den einzelnen Programmpunkten gab jeweils das Symphonische Blasorchester Rinteln ein musikalisches Zwischenspiel, das den Abend abrundete. Bevor es zum zwanglosen Sektempfang ging, fand eine durchaus kritische Podiumsdiskussion zum Thema statt, moderiert vom Journalisten Jakob Gokl. Bürgermeister Priemer, Behindertenbeirats-Mitglied Jeannine Ephan, Michael von Müller von der Lebenshilfe Rinteln sowie Superintendent Andreas Kühne-Glaser widmeten sich ganz unterschiedlichen Ansätzen.

Während Ephan und Müller vor allem wichtige Einblicke in den Alltag von behinderten Menschen zu berichten wussten, konnten Priemer und Kühne-Glaser Grundsätzlichkeiten klären. Ephan, die schon in der Vergangenheit immer wieder auf fehlende integrative Kindergartenplätze in der Stadt Rinteln hinwies, konnte diesen Appell direkt an Priemer stellen, der „bilaterale Gespräche“ versprach.

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