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Hilmar Dressler veröffentlicht Knittelverse

Mehr als eine Familiengeschichte Hilmar Dressler veröffentlicht Knittelverse

„Ich selber zähle zu den Alten, / die keinesfalls die Klappe halten“ – ja, tatsächlich, der inzwischen 94 Jahre alte Meister des Knittelverses, Hilmar Dressler, hat ein neues Büchlein – sein achtes – herausgebracht.

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Das Stöbern lohnt sich: „Dresslers Vergangenheit“ heißt das achte Buch des Ex-Rintelners Hilmar Dressler.

Quelle: jak

Rinteln. Dieses ist von der ersten bis zur letzten Seite in bewundernswert geistreichen Reimen verfasst.

 Als Olympia-Funktionär und Sportjournalist hat der ehemalige Produktionschef von „Continental“ eine gewisse Berühmtheit erlangt. Diesmal nahm er sich die Geschichte seiner Familie vor. Auch wer nicht dazugehört, kann mit seinen Reim-Erzählungen großen Spaß haben.

 In Sachsen aufgewachsen verbrachte Hilmar Dressler später sein halbes Leben in Rinteln, wo er – kaum angekommen – die hübsche Entdeckung machte, dass auf einer Grabtafel an der Nikolaikirche einer seiner mutmaßlichen Urahnen abgebildet ist: Christoffel von Trandorf, ein wahrlich rühmlicherer Vorfahre als ein gewisser Rintelner Dressler, der als Strauchdieb gerichtsnotorisch wurde, wohl aber nichts mit seiner Familie zu tun hatte. Da macht es doch mit einem Augenzwinkern stolz, wenn man sagen kann, dass „manches Tröpfchen von dem Blute, / das einst den Rittersmann gefüllt, / nun auch in meinen Schläfen quillt.“ Natürlich sucht auch er, wie Ahnenforscher es insgesamt bevorzugen, unter all den Ur-Ur-Urgroßeltern freudig diejenigen heraus, mit denen man ein bisschen angeben kann.

 Genau deshalb ist das Büchlein nicht nur eine Familien-, sondern auch eine Zeitgeschichte, die davon erzählt, wie Menschen mit bürgerlichem Hintergrund sich ihre Existenz erkämpften und sicherten. Es gab Politiker darunter und – im 18. Jahrhundert – einen nicht unbekannten niederländischen Marinemaler, Jan Christian Schotel. Tüchtige Geschäftsleute finden sich in der Ahnentafel, die mit Tabak handelten, Fabrikbesitzer waren, medizinische Geräte erfanden oder eine dokumentenechte Tinte, alles fein belegt. Freilich: „Nicht jeder aus dem Ahnenkreise / hat sich auf ganz spezielle Weise / aus seiner Umwelt abgehoben und in Bedeutsamkeit geschoben“.

 Nun aber sieht man ihre Fotos, ab und zu ein historisches Dokument, und man könnte Lust bekommen – das würde Dressler auch gern erreichen –, sich selbst mal in der eigenen Familienvergangenheit umzusehen. Der begabte Knittelvers-Schmied hatte es bei seiner Arbeit nicht gerade leicht. Seit Jahren mehr oder weniger erblindet und inzwischen auch in einem Seniorenheim in Steyerberg lebend, war er auf sein gutes Gedächtnis, aufs Diktieren und auf die Mitarbeit seines Sohnes Holger angewiesen, der die Redaktion des bei K-Design in Engern gedruckten Büchleins übernahm. „Mir selbst blieb schließlich überlassen, / die Knittelverse zu verfassen“. Das ist ihm erneut auf sehr vergnügliche Weise gelungen. cok

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