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Hochwasserschutz in Rinteln

Landkreis plant Vorbeugung Hochwasserschutz in Rinteln

Früher sind die Hochwasser der Weser über die Menschen gekommen wie Schicksal. Doch ungebremst muss die Naturgewalt nicht bleiben. Ein Wortungetüm mit 36 Buchstaben soll im großen Rahmen für Abhilfe sorgen: eine Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie.

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Hochwasser an der Weser – hier in Großenwieden – können zur Bedrohung werden.

Quelle: Archiv

Rinteln. Daraus macht der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) einen Plan für das Einzugsgebiet der Weser. In wenigen Wochen wird er öffentlich ausgelegt. In den Landkreisen Holzminden, Hameln-Pyrmont und Schaumburg geht man bei der Vorbeugung tiefer ins Detail, und in Rinteln bereitet man sich auf den Moment vor, wenn die Stadt den Fluten direkt ins Auge sieht und nicht darin untergehen will.

 Im Bericht des NLWKN „Hochwasserrisiken managen: Maßnahmen im niedersächsischen Weser-Einzugsgebiet“ wird dargelegt, welche Maßnahmen von den zuständigen Akteuren zur Vorsorge und zur Bewältigung ergriffen werden, nachzulesen im Internet unter: www.nlwkn.niedersachsen.de. Darüber wurden Dachbehörden und Kommunen kürzlich in Göttingen bei einer Fachtagung informiert.

 „Uns geht das nicht weit genug ins Detail“, sagt Bernd Hugo, Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Schaumburg. „Deshalb haben die Landkreise Holzminden, Hameln-Pyrmont und Schaumburg sowie die Stadt Hameln vor fünf Jahren ein Konzept für die Oberweser in Auftrag gegeben.“

 Die Ermittlung der Grundlagen mit Überschwemmungsdaten auf dem neuesten Stand ist erledigt und vorletztes Jahr übergeben worden. Dieses Jahr steht die Novellierung der gesetzlichen Überschwemmungsgebiete der Weser an. Eine vorläufige Festsetzung hat das NLWKN vor zwei Jahren schon gemacht. Jetzt kommt die Verordnung des Landkreises Schaumburg dazu. Alle kritischen Punkte sind mit der Stadt Rinteln abgestimmt. Hierfür soll dieses Jahr noch das förmliche Genehmigungsverfahren eingeleitet werden, das wohl mindestens ein Jahr dauern wird.“

 Vor zwei Jahren wurde auch schon Teil II des Hochwasserkonzepts in Auftrag gegeben, der bis dieses Jahr erarbeitet wird. Inhaltlich geht es da um Hochwasserschutzmaßnahmen. „Der Plan ist so weit fertig“, sagt Hugo. „Das beauftragte Fachbüro wird ihn Mitte des Jahres an die Gemeinden übergeben, die für die Umsetzung zuständig sind. Mit diesem Konzept können dann EU-Mittel eingeworben werden. Der fertige Plan ist nur eine Empfehlung, aber abgestimmt mit Rinteln. Es gibt darin auch eine Kosten-Nutzen-Bewertung einzelner Maßnahmen. Und es werden sogar Auswirkungen eines nur alle 200 Jahre vorkommenden Hochwassers aufgezeigt.“

 Konkret wird Vorbeugung an folgenden Stellen vorgeschlagen:

  •  Ost-Contrescarpe: den vorhandenen Wall erhöhen;
  • Schildgraben, Konrad-Adenauer-Straße;
  • Engern Siedlung in Richtung Weser;
  • Objektschutzmaßnahmen an mehreren Stellen.

 „Da kann man überall was machen, ohne gleich heftig ins Stadtbild einzugreifen“, sagt Hugo. Wälle und Schutzwände sind die probaten Mittel dazu. Neue Baugebiete würden in Hochwasserzonen ohnehin schon nicht mehr ausgewiesen. Die Kosten für Schutzmaßnahmen könnten schnell in den Millionenbereich gehen, daher sei die EU-Förderung wichtig.

 In Rinteln ist die Verbesserung des Hochwasserschutzes ebenfalls fest im Visier. Die Feuerwehr hat schon vor Monaten ein Konzept für ihre Einsätze, dafür optimierte Ausrüstung und besser ausgebildetes Personal im Rathaus vorgestellt. „Nun warten wir auf ein ähnliches Vorkonzept des Technischen Hilfswerks (THW), das mit seiner Ausrüstung und der Erfahrung aus Hochwassern an der Elbe ein wichtiger Baustein der Einsatzplanung ist“, erklärt dazu Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp.

 Seit einigen Jahren verfügt das THW auch über die mobile Hochwasserschutzwand der Stadt, auf dem Bauhof gibt es Sandsäcke und eine Füllmaschine. „Für die Feuerwehren wurden schon Tauchpumpen angeschafft, damit sie Keller schneller trockenlegen können“, bestätigt Stadtbrandmeister Friedel Garbe.

 Das nächste Hochwasser kann also kommen – wenn es im Rahmen bleibt. Steigen die Pegel auf Rekordstände, wäre es besser, von den kommenden Empfehlungen das Meiste schon umgesetzt zu haben. Aber auch eine Verbesserung der Hochwasservorhersage wurde in Göttingen angemahnt. Zeit ist im Ernstfall knapp. dil

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