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Hunde im Einsatz

Arensburg-Brand Hunde im Einsatz

Brandmittelspürhunde der Landeshundeschule aus Ahrbergen bei Hildesheim haben am Dienstag die Ruine der „Schlossklause“ an der Arensburg durchsucht. Die ehemalige Gaststätte ist am Mittwoch vergangener Woche ausgebrannt. Die Staatsanwaltschaft geht von Brandstiftung aus.

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Als der Brandmittelspürhund Dienstagmorgen vor der Ruine der Schlossklause zum Einsatz kommt, regnet es noch immer in Strömen.

Quelle: tol

Steinbergen. Vernommen worden sind dazu zwei Mädchen (15 und 16 Jahre alt) und zwei junge Männer (19 und 20 Jahre alt). Die Frage, die ein Spezialist von der Brandursachenkommission des Landeskriminalamtes und die Hundeführer mit ihren Hunden klären sollten, war, ob Brandbeschleuniger eingesetzt wurde oder nicht. Im ersten Fall wäre es vermutlich vorsätzliche Brandstiftung, im zweiten Fall „nur“ Fahrlässigkeit – was sich erheblich auf das mögliche Strafmaß auswirken würde.

Es regnete wie schon die ganze Nacht auch am Dienstagmorgen in Strömen. Naheliegende Frage an die fünf Hundeführer: „Können Ihre Hunde überhaupt noch einen Brandbeschleuniger wie Benzin riechen, nach dem tagelangen Regen? Hat der Regen nicht alle Spuren weggespült?“ Keineswegs, antworteten die Hundeführer, ihre Spürhunde würden jeden Tropfen Benzin oder Petroleum entdecken. Was Hundeführer Ulf Meurer mit seinem Vierbeiner „Jola“ außerhalb der Brandruine dann zu Trainingszwecken demonstrierte.

Die erstaunliche Leistung von Spürhunden bestätigte auch Polizeisprecher Axel Bergmann: Bei einem Einsatz im Nordkreis habe ein Spürhund eine fünf Meter tief vergrabene, in Folie eingewickelte Leiche gefunden.

„Dass gleich fünf Hunde zur Arensburg gekommen sind, ist Zufall“, so Bergmann. Denn in Ahrbergen, dem Landesausbildungszentrum für Hundeführer, finde gerade ein Lehrgang statt. Die Ermittlungen an der Arensburg würden die Hundeführer für einen praktischen Einsatz und für ihr anschließendes Training nutzen: „Wann trifft man während eines Lehrgangs schon auf eine frische Brandstelle?“ Eingesetzt wurden Deutsche und Belgische Schäferhunde.

Der für die Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg eigentlich zuständige Hundeführer und sein Hund sind in Nienburg stationiert. Spürhunde wurden in Rinteln zuletzt im Vorjahr auf dem Campingplatz am Helenensee und 2013 beim Großbrand des ehemaligen Fleischereiverarbeitungsbetriebes im Industriegebiet Im Emerten zu Hilfe geholt.

Wie Bergmann erklärte, werden Hunde zu ganz unterschiedlichen Aufgaben ausgebildet. So gibt es außer Brandmittelspürhunden auch Hunde, die Waffen, Sprengstoff, Drogen und Geld finden.

Vierbeinige Helfer sind unverzichtbare Partner in vielen polizeilichen Einsatzsituationen. Sieben Polizeihunde-Ausbilder sowie zwei Beschäftigte trainieren in Ahrbergen die über 200 Diensthunde in Niedersachsen.

Oft sind es die Diensthunde, die der Polizei spektakuläre Erfolge vor allem bei der Suche nach Vermissten, Rauschgift, Sprengstoff und Beweismitteln bescheren. Darüber hinaus gibt es viele andere Einsätze, bei denen die Vierbeiner unverzichtbar sind: zum Beispiel beim gezielten Vorgehen gegen gewalttätige Personen sowie beim Einsatz bei Großveranstaltungen aller Art.

Die Ausbildung zum Schutzhund dauert bis zu sechs Monate. Diensthunde mit besonderen Instinkten erhalten eine zusätzliche Spezialausbildung in weiteren acht bis elf Wochen.

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Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr