Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Hunderte bei Protestveranstaltung gegen Güterverkehr

Deutliches Signal in Richtung Berlin Hunderte bei Protestveranstaltung gegen Güterverkehr

So belebend kann politischer Protest für eine Kleinstadt sein: ein menschenvoller Marktplatz und nahezu die gesamte Prominenz aus der Rintelner Politik und Stadtverwaltung vor Ort. Anlass war die Kundgebung der Stadt Rinteln und der Bürgerinitiative (BI) „Transit Weserbergland“.

Voriger Artikel
„Rinteln mobil“ versetzt Tausende in Bewegung
Nächster Artikel
David gegen Goliath

Dicht an dicht stehen die Gegner der möglichen Güterbahnstrecke im Weserbergland am Samstag auf dem Marktplatz vor der Bühne.

Quelle: tol

Rinteln. Sie wollten ihren Protest gegen die möglichen Güterbahnstrecken im Weserbergland demonstrieren. Auf der Marktplatzbühne wurde Politikern, Aktivisten und Bürgern ein Forum geboten, um ihre Argumente öffentlichkeitswirksam vorzutragen.

 Die Bundestagsabgeordneten Maik Beermann, Michael Vietz (beide CDU) und Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann (SPD) und Petra Joumaah (CDU) demonstrierten Geschlossenheit und bezogen gemeinsam mit Diethard Seemann aus Coppenbrügge von der BI „Transit Weserbergland“ und Bettina Tovar-Luthin von der BI „Transit“ aus Hameln klar Stellung gegen die Güterverkehrspläne. Der durch die Güterzüge entstehende Lärm würde die Lebensqualität der Menschen von erheblich beeinträchtigen, argumentierten sie. Das Aufkommen der Güterzüge würde ganze Ortschaften und Städte zweiteilen, die Infrastruktur verschlechtern, immense Probleme im Straßenverkehr an den Bahnübergängen hervorrufen, den Naturpark Weserbergland gefährden und nicht zuletzt auch den Tourismus in der Region in Gefahr bringen, so die weiteren Einwände.

 Moderator Lars Lindhorst, wollte von Beermann, der unlängst das Positionspapier der Steinberger Bürgerinitiative für eine Ortsumgehung an Enak Ferlemann, dem Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, überreicht hat, wissen, ob bei dieser Gelegenheit denn auch über die Güterbahnstrecke gesprochen worden sei. Konkret sagte Beermann dazu zwar nichts, wies aber darauf hin, dass er Ferlemann noch an diesem Tag bei einer Veranstaltung der Jungen Union in Goslar treffen und ihm bei dieser Gelegenheit von der Protestveranstaltung berichten werde.

 Ob die von der Bahn zuletzt ins Gespräch gebrachte Route von Altenbeken über Bad Pyrmont und Hameln für den Bad Pyrmonter Ulrich Watermann nicht ein Schock gewesen sei, fragte Lindhorst weiter. Watermann erklärte: „Ja, aber für die Bahn ist diese Route attraktiver. Sie ist kostengünstiger, weil sie keinen durchgehenden Lärmschutz erfordern würde.“

 Nach der Diskussion wurden Hunderte Luftballons als symbolischer Gruß ins politische Berlin steigen gelassen. Anschließend hatten drei Bürger aus Rinteln, Hameln und Emmerthal das Wort, die von einer Güterbahntrasse unmittelbar betroffen wären. Dagmar Balsmeier aus Rinteln stellte klar: „Wenn alle fünf bis sechs Minuten ein Güterzug an unserem Haus vorbeirauscht, dann ist es nicht möglich, dort zu bleiben.“

 Bürgermeister Thomas Priemer war „überwältigt“ von „der Solidarität aus allen Ecken im Weserbergland“ und appellierte an die Anwesenden, sich in die Unterschriftenlisten der Bürgerinitiativen einzutragen. pk

Erste Ergebnisse aus Gutachten

Erste Ergebnisse aus den von der Arbeitsgruppe (AG) Bahn – einem Zusammenschluss der Stadt Rinteln und den anderen betroffenen Kommunen – in Auftrag gegebenen Gutachten liegen vor. So hat die Ingenieursgesellschaft für Verkehrswesen „Brilon – Bondzio – Weiser“ etwa eine Bestandsaufnahme der Schrankenschließungen an den Rintelner Bahnübergängen vorgenommen. Demzufolge entsteht derzeit durch die stündlich zwei durch Rinteln fahrenden Personenzüge der Nordwestbahn in Richtung Hameln beziehungsweise Löhne eine Sperrzeit von sieben Minuten pro Stunde. Falls der Bahnverkehr um stündlich fünf Güterzüge, die mit 100 Stundenkilometern und einer Länge von bis zu 740 Metern durch Rinteln fahren, erweitert wird, entstünde bei einer Sperrzeit von drei Minuten pro Zug eine zusätzliche Sperrzeit von 15 Minuten. Zusammen mit den Personenzügen zöge dies eine Schrankenschließung für eine Dauer von 22 Minuten pro Stunde nach sich. pk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg