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IGS: In drei Jahren wird es zu eng

Rinteln IGS: In drei Jahren wird es zu eng

Vor einem Jahr ging in Rinteln die Integrierte Gesamtschule in der Hildburgschule am Kollegienplatz an den Start. Seither sind dort IGS, Oberschule, Realschule und Hauptschule organisatorisch unter einem Dach, räumlich unter zwei Dächern (nämlich auch an der Ostertorstraße).

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Schulleiter Torsten Rudolf ist zufrieden mit dem Verlauf des ersten Jahres der IGS Rinteln und plant bereits für das zweite Jahr.

Quelle: dil

Rinteln. Auch für das neue Schuljahr wird wieder die Bildung von fünf neuen Klassen erwartet, Auetaler Schüler werden nach Obernkirchen verwiesen. „Noch reichen die Klassenräume, in drei Jahren wird es aber zu eng“, gibt Schulleiter Torsten Rudolf zu bedenken. Diesbezüglich gebe es jedoch bereits konstruktive und vertrauensvolle Gespräche zwischen Schulleitung und Schulträger. Über Bilanz und Ausblick der Schule sprach Rudolf mit unserem Redakteur Dietrich Lange. Herr Rudolf, wie verlief der Start der IGS?

Die IGS wird gut angenommen. Die Bildung der Klassengemeinschaften gestaltete sich zwar anspruchsvoll, da für Rinteln nicht nur die IGS startete, sondern auch die Inklusion mit dem damit verbundenen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf nach wie vor große Aufmerksamkeit erfordert. Dank unserer Sozial- und Sonderpädagogen sowie unserer engagierten Klassenleitungsteams sind inzwischen gute Klassengemeinschaften entstanden. Die Schritte hierzu beinhalteten beispielsweise Kennenlernfahrten, Sozialtrainings und diverse Projekte zum sozialen Lernen. Da es in der Hildburgschule kein Sitzenbleiben gibt, werden diese Klassengemeinschaften bis zu ihrem Schulabschluss zusammenbleiben. Und? Wie fällt ihre Bilanz am Ende des ersten IGS-Jahres aus?

Wir sind zuversichtlich, dass unser erster IGS-Jahrgang ein Jahrgang sein wird, auf den wir später mit Stolz zurückblicken werden. Die neue pädagogische Ausrichtung unserer Schule ist in vollem Gange. IGS bedeutet auch, mehr Freiraum zur freien Persönlichkeitsentwicklung zu gewähren. Zum Ende des ersten IGS-Jahrgangs zeigt sich, dass die Hildburgschule bereits außerordentlich gut angenommen wird. Unsere fünf Klassen, die wir pro Jahrgang haben, sind restlos voll. Vielen Familien, die nicht aus Rinteln kommen und ihre Kinder bei uns anmelden wollen, mussten wir bereits absagen, da keine Plätze mehr zur Verfügung stehen. Wie steht es mit neuen Anmeldungen?

Trotz des demografisch bedingten deutlichen Rückgangs der Schülerzahlen rechnen wir auch für das kommende Schuljahr mit fünf Klassen im fünften Schuljahrgang an der Hildburgschule. Die Anmeldungen laufen noch. Wie steht es mit der Lehrerversorgung? Gibt es genug Nachwuchs und ausreichend Stellen?

Am Ende dieses Schuljahres gehen zwei Lehrkräfte in den Ruhestand. Die Einstellungsgespräche mit zwei neuen Lehrkräften sind soeben abgeschlossen worden. Wir sind insgesamt schon ein sehr junges Team, ich mit meinen 44 Jahren zähle schon zu den Älteren. Wenn wir Stellen ausschreiben können, liegen uns gute Bewerbungen vor. Die Perspektive, an der IGS und insbesondere an der Hildburgschule in Rinteln zu arbeiten, ist für junge Lehrerinnen und Lehrer durchaus attraktiv. Aber Sie haben immer noch Abordnungen von Lehrern des Gymnasiums Ernestinum, wo unklar ist, ob dort wegen der Rückkehr zum G9-Abitur wieder mehr eigene Lehrerstunden gebraucht werden.

Das stimmt. Unklarheit gibt es aktuell im Hinblick auf die Unterrichtsversorgung. Nach Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren (G8) entstand an den Gymnasien eine Überversorgung mit Lehrerstunden. Anstelle von Neueinstellungen an den Gesamtschulen wurde von der Möglichkeit der Lehrerabordnung der Gymnasien an die Gesamtschulen Gebrauch gemacht. So arbeiten zurzeit sieben Lehrkräfte des Ernestinums 26 Stunden pro Woche auch an der Hildburgschule. Nach dem aktuellen Urteil zur Lehrerarbeitszeit an den Gymnasien – verbunden mit der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren (G9) – könnte es sein, dass die rechnerische Überversorgung an den Gymnasien nicht mehr besteht und auch die für das kommende Schuljahr bereits geplanten Abordnungen nicht mehr fortgeführt werden können. Wir gehen aber davon aus, dass für die Schulen zeitnah Planungssicherheit hergestellt wird. Wer entscheidet über diese Abordnungen?

Bei Abordnungen von bis zu einem halben Jahr entscheiden das die beteiligten Schulleiter, darüber hinaus ist die Landesschulbehörde zuständig. Wir würden wieder eine ganzjährige Lösung bevorzugen. Wir arbeiten sehr eng mit dem Ernestinum zusammen. Aber ich weiß natürlich, dass auch Herr Lüthen zurzeit keine klaren Zusagen machen kann. Wir hoffen auf Klarheit noch vor den Ferien. Wie lange reichen denn die Raumkapazitäten der Hildburgschule am Kollegienplatz und an der Ostertorstraße aus?

Die ersten vier Jahre mit der IGS geht es in den vorhandenen Gebäuden, danach wird es eng. Diese Lösung mit zwei Standorten ist zwar ungünstig, aber drei Jahre haben wir immerhin noch genug Platz. Danach haben wir mehr Bedarf. Wir befinden uns in vertrauensvollen und vertraulichen Gesprächen mit dem Landkreis als Schulträger. Wie stark ist Ihre Schule von der zunehmenden Zahl von Flüchtlingsfamilien, also Kindern ohne Deutschkenntnisse, betroffen?

Wie haben zurzeit 13 Flüchtlingskinder, vier davon aber an die IGS Obernkirchen abgegeben, wo es eine spezielle Klasse für das Lernen der deutschen Sprache gibt. Um die übrigen neuen Kinder kümmern sich unsere Lehrer und der ehemalige Förderschullehrer Heinz Hering, der ihnen die deutsche Sprache beibringt, finanziert von der Bürgerstiftung Schaumburg. Diese Kinder kommen aus Serbien, Albanien, Pakistan und dem Kosovo. Sie können kein Deutsch, und ihre Bleibechancen sind ungewiss. Die Sommerferien stehen vor der Tür. Wird wieder in diese Schule investiert?

Ja, nach dem Erdgeschoss im vergangenen Jahr soll jetzt das Obergeschoss renoviert werden. Die Räume werden mit Beamern und Computertechnik ausgestattet. Außerdem werden einige Fußböden erneuert. dil

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