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„Ich bin immer noch nicht überzeugt“

Debatte um Notebooks „Ich bin immer noch nicht überzeugt“

Es geht um 8000 Euro. Für Notebooks und einen Notebook-Wagen für die Grundschule Deckbergen. Diese Summe hat im Schulausschuss eine unerwartet hitzige Grundsatzdebatte um pädagogische Standpunkte ausgelöst. Klar wurde: Manche Rintelner Politiker würden am liebsten verhindern, dass die Grundschule das beantragte Geld bekommt – aus Prinzip.

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Sollten Kinder in Grundschulen vor Technik geschützt werden? Eigentlich sollte der Schulausschuss Mittel für die Grundschule Deckbergen nur zur Kenntnis nehmen– heraus kam aber eine Grundsatzdebatte.

Quelle: dpa

Rinteln. „Viele Sechstklässler können kaum noch mit der Hand schreiben“, eröffnete Ralf Kirstan von der FDP in der neuen Mehrheitsgruppe die Debatte. Er ist Lehrer am Gymnasium Ernestinum und wisse dies aus eigener Erfahrung. Daher sehe er die Anschaffung der Notebooks kritisch: „Das ist der falsche Weg.“ Dadurch würden die Schüler kaum mehr lernen, mit der Hand zu schreiben. Zudem seien Kinder zu Hause schon umgeben mit Technik – die Grundschule sollte da ein Ruhepol sein.

Regelrechte „Abwehrreaktionen“ gegen Papier und Handschrift

Matthias Wehrung, seines Zeichens ebenfalls Lehrer und für die CDU in der neuen Mehrheitsgruppe, schlug in dieselbe Kerbe: Er sehe pädagogisch keinen Sinn darin, in einer Grundschule Technik einzuführen. An seiner Schule sehe er regelrechte „Abwehrreaktionen“ von Kindern, die Aufgaben vom gedruckten Blatt oder handschriftlich lösen sollten. Die Einführung von Notebooks sei daher in höheren Schulstufen „ausreichend“.

Bürgermeister Thomas Priemer versuchte, dagegenzuhalten: Aufgabe der Verwaltung sei es nicht, einen pädagogischen Standpunkt zwischen Grundschulleitung und Gymnasiallehrern einzunehmen. Doch die 8000 Euro für Notebooks und Notebookwagen seien nun mal als Bedarf angemeldet worden. „Wir orientieren uns danach, was die Schulleitung für sinnvoll empfindet“, so Priemer.

Schorling wirbt um Verständnis für Investition

Heiner Bartling (SPD) stimmte ihm zu: „Wir sollten dem pädagogischen Urteil der Schulleitung trauen.“ Wozu braucht die Grundschule die Notebooks überhaupt? 2017 soll der Ganztagsbereich erweitert werden. Dem wird auch der jetzige PC-Raum zum Opfer fallen. Damit die Schüler weiter am Computer arbeiten können, sollen nun 15 Notebooks und ein Wagen für deren mobilen Einsatz angeschafft werden. „Mit einer ganzen Gruppe ist es sowieso schwierig, im Computerraum zu unterrichten“, warb Heike Schorling im Ausschuss nochmals um Verständnis für die Investition. Schorling ist Konrektorin der Grundschule Krankenhagen-Exten und sitzt als Lehrervertreterin im Ausschuss.

Der Unterricht am Computer sei individualisiert, ein mobiler Laptopwagen käme diesem Unterricht zugute. Zumal Medienpädagogik auf dem Curriculum jeder Grundschule stehe. Wehrung blieb skeptisch: „Ich bin nicht überzeugt von den Laptops.“ Dies wiederum führte Bartling zu der Grundsatzüberlegung, inwiefern es überhaupt Aufgabe des Ausschusses sei, sich in den Bedarf von Schulen einzumischen.

Priemer merkte an, dass es der Stadt als Schulträger nicht zustehe, die pädagogische Bewertung von Schulleitungen infrage zu stellen. „Wir können besprechen, welche Art von Computerbildschirmen angeschafft werden sollen, aber nicht, ob sie überhaupt angeschafft werden sollen.“

Kirstan jedoch bettete die Debatte in größeren Kontext ein: „Die Stadt befindet sich in einer desolaten Finanzlage, wir sollten die Mittel nicht nach dem Wünsch-dir-was-Prinzip durchwinken.“ „Was will die neue Mehrheitsgruppe hier eigentlich erreichen?“, wollte Ochs wissen. Bartlings Überlegung: „In aller Konsequenz müsste sie die Mittel für die Grundschule Deckbergen ablehnen.“

Dies stand jedoch gar nicht auf der Tagesordnung. Eigentlich ging es darum, die Haushaltsansätze nur zur Kenntnis zu nehmen. Dies taten die Ausschussmitglieder schließlich. mld

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