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„Ich habe den Tacho nicht manipuliert“

Gericht „Ich habe den Tacho nicht manipuliert“

Weil er den Tachostand eines Audi A3 um mehr als 100000 Kilometer nach unten manipuliert haben soll, hat sich jetzt ein 35-jähriger Rintelner wegen Betruges vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Dem Mann wird vorgeworfen, das Auto statt mit dem tatsächlichen Tachostand von rund 290000 Kilometern mit nur etwa 150000 Kilometern verkauft zu haben.

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Rinteln. Der Käufer, der für den Wagen 2000 Euro hinblätterte, wurde dann durch den zufälligen Fund des Scheckheftes auf den falschen Kilometerstand aufmerksam.

 Rückblick: Der Ursprung der wirren und widersprüchlichen Betrugsgeschichte liegt bereits drei Jahre zurück. Damals verkaufte ein Mann aus der Nähe von Münster den Audi A3 als Bastlerfahrzeug über eBay.

 Das 15 Jahre alte und defekte Auto mit einem Kilometerstand von rund 290000 wurde mit einem Transporter nach Rinteln zum Angeklagten gebracht.

 Strittig ist bereits die Frage, wer den A3 bei Münster kaufte und nach Rinteln schaffte. Der Angeklagte gab an, er habe damit eine andere Person beauftragt und dieser einen Blankokaufvertrag mitgegeben.

 Vor Gericht konnte sich der damalige Verkäufer nun nicht mehr an den Erwerber erinnern. Im November 2013 – etwa ein halbes Jahr nach der Veräußerung – will er aber auf einer Lichtbildvorlage den Angeklagten als Käufer identifiziert haben.

 In Rinteln wurde der Audi sogleich vom 35-Jährigen und seinen Bekannten flottgemacht: Die Männer bauten einen Austauschmotor ein, ersetzten die Auspuffanlage und erneuerten die Bremsen. Und der 35-Jährige las auch gleich den Tachostand ab: Rund 150000 zeigte dieser nach Einlassung des Rintelners an. „Ich habe den Tacho nicht manipuliert“, beteuerte denn auch der Angeklagte.

 Den reparierten Audi gab er seiner Frau, die sich diesen Wagen gewünscht hatte. Sie fuhr damit einige Monate ohne Probleme, ehe ihr der Audi als Familienauto zu klein wurde. Mit einem Kilometerstand von etwa 150000 wurde der A3 daraufhin im Internet zum Kauf angeboten.

 Im Sommer 2013 – der Angeklagte befand sich in einem Auslandsurlaub – fuhr eine entfernte Verwandte mehrere Wochen mit dem A3. Der Rintelner autorisierte sie zum Verkauf des Autos, das ein junger Mann aus Schaumburg schließlich für 2000 Euro erwarb. Schnell hatte dieser technische Probleme mit dem Wagen und wurde misstrauisch. Beim Reinigen fand er in einem Fach unter dem Lenkrad das Scheckheft des Audis mit dem wesentlich höheren Kilometerstand.

 Eine von ihm angestrebte Rückabwicklung des Kaufvertrages scheiterte. So veräußerte der junge Mann nach etwa 20000 gefahrenen Kilometern den Wagen schließlich für 600 Euro.

 Spuren zur Aufklärung des Falles führen möglicherweise nach Polen. Von dort soll ein Zeuge anreisen und vernommen werden. Allerdings erst im Oktober. Dann ist eine Neuauflage des Prozesses geplant.

maf

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