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„Ich schäme mich dafür“

Freiheitsstrafe für Rintelner „Ich schäme mich dafür“

Am Ende hat es nicht gereicht: Trotz aller Bemühungen, sich Hilfe zu suchen und an sich zu arbeiten, muss ein junger Vater nun ins Gefängnis.

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Quelle: pr.

Rinteln/Bückeburg. Der Rintelner, der vor genau einem Jahr in das Auto der Feuerwehr Uchtdorf eingebrochen ist, hatte jetzt mit seiner Berufung keinen Erfolg und kassierte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten.

Mit dem Urteil bestätigte die Kammer unter Vorsitz von Landgerichtspräsidentin Eike Höcker die erstinstanzliche Entscheidung des Rintelner Amtsgerichts und folgte zugleich dem Antrag des Ersten Staatsanwalts André Lüth. Dagegen hatte die Verteidigung auf Bewährung plädiert.

An einem September-Abend war der einschlägig vorbestrafte und unter Bewährung stehende Angeklagte in Uchtdorf unterwegs. Er hatte Alkohol getrunken (0,9 Promille) und vergessen, seine Medikamente zu nehmen. Kurz vor Mitternacht sah der 30-Jährige das geparkte Feuerwehrauto. Quasi aus einer Kurzschlussreaktion heraus zerschlug er die rechte Seitenscheibe des Fahrzeugs und entwendete den LCD-Farbbildschirm für die Rückfahrkamera. Den Monitor steckte er in seinen Rucksack und entfernte sich vom Tatort. Schnell wurde er von der Polizei gestellt, der Monitor an die Feuerwehr zurückgegeben. Der Schaden dürfte bei 300 Euro liegen. Als Motiv für den Diebstahl gilt finanzielle Not: Der 30-Jährige musste noch eine hohe Tierarztrechnung begleichen und Futter für den Hund besorgen.

Unterschiedliche Hilfe gesucht

Für diesen Einbruch erhielt er in erster Instanz sechs Monate ohne Bewährung. Danach suchte er sich gleich unterschiedliche Hilfen. So wandte sich der gesundheitlich angeschlagene Mann an eine Einrichtung zur beruflichen Weiterbildung. Dort bekommt er jetzt umfangreiche Unterstützung, auch eine ambulante Therapie ist geplant. „Ich schäme mich dafür, die Feuerwehr beklaut zu haben“, äußerte der Rintelner reumütig vor Gericht. Er versuche alles Menschenmögliche, um an sich zu arbeiten.

Zum Verhängnis wurde dem 30-Jährigen letztlich seine strafrechtliche Vergangenheit. So hatte er mehrere Chancen, die ihm die Justiz durch frühere Urteile gegeben hatte, nicht genutzt. Unter anderem hatte er fünf Monate vor dem Einbruch eine Bewährungsstrafe vom Bückeburger Amtsgericht erhalten. maf

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