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Im Ernestinum wird schon gewählt

Rinteln / „Junior-Wahl“ Im Ernestinum wird schon gewählt

Heute ist der letzte Tag der Wahl. Allerdings nicht der Bundestagswahl, die ja erst am Sonntag stattfindet, sondern der „Junior-Wahl“, an der in der vergangenen Woche deutschlandweit mehr als 500000 Schüler teilgenommen haben.

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Quelle: tol

Von Jakob Gokl

Rinteln. Auch die Schüler des Ernestinums dürfen von der 8. Klasse aufwärts ihre Stimmen abgeben. Dabei geht es fast zu, wie bei einer echten Wahl.

 Es sei ein wirklich tolles Angebot, erklärt die 17-jährige Verena Feldmann, kurz bevor sie ihre Stimme abgibt. Informiert hat sie sich überwiegend im Unterricht mit dem „Wahl-O-Mat“. Bei diesem Internetangebot der Bundeszentrale für politische Bildung müssen die Nutzer 38 Thesen nach dem Schema „stimme zu“, „neutral“ und „stimme nicht zu“ bewerten. Im Anschluss werden ihre Antworten mit denen der wahlwerbenden Parteien verglichen und schließlich zeigt das Programm die Übereinstimmungen mit den einzelnen Parteien an.

 Noch unentschlossen ist der 17-jährige Denis Brug, der ein Wahlhelfer der Junior-Wahl ist. Wichtig für seine letztendliche Entscheidung seien auf jeden Fall die Themen Finanzen und Bildung, erklärt der Schüler.

 Nachdem seine Mitschüler von Denis Brug einen elektronischen Wahlschlüssel bekommen haben, strömen sie an die Wahlcomputer. Dort melden sie sich bei der Wahlsoftware „Polyas“ an, die auch für reguläre Wahlen an der Universität benutzt wird. Dann können sie auf dem gleichen Stimmzettel wie erwachsene Wahlberechtigte ihre Erst- und Zweitstimme abgeben. Einziger Unterschied: Sie haben ein zusätzliches Feld, mit dem sie ungültig wählen können.

 Eigentlich ist auch die Juniorwahl geheim, doch wirklich Rücksicht nehmen die Schüler darauf nicht. Die Bildschirme sind von außen leicht einzusehen, allerdings zeigt niemand ein großes Interesse an der Stimmabgabe seiner Kollegen. Ein paar Schüler erzählen sich direkt danach, was sie gewählt haben.

 Ob ihnen die Direktkandidaten bekannt wären? „Nicht wirklich“, meint Lea Fiebiger aus der 8. Klasse. Einzig Ralf Kirstan (FDP) war ihr bekannt, der sei ja Lehrer am Ernestinum. Informiert hat auch sie sich hauptsächlich über das Internet. Ihre Mitschülerin Alene Wiemann dagegen griff zusätzlich zur Tageszeitung, um sich auf dem Laufenden zu halten. Für sie ist auch schon klar, was sie wählen wird. Wichtig bei der Entscheidung seien soziale Themen gewesen, erklärt sie.

 Andere sitzen anfangs noch etwas hilflos vor dem Wahlzettel. „Ich entscheide mich spontan“, meint einer von ihnen. Ein Wahlprogramm hat er nicht gelesen, aber mit seinen Eltern kurz über das Thema gesprochen.

 Ein positives Fazit zieht Wahlleiter Carsten Ruhnau, der auch am Ernestinum unterrichtet. „Die Wahl erhöht eindeutig das Interesse“, erklärt er. Eine Studie der Bundeszentrale für politische Bildung habe zudem ergeben, dass durch das Projekt auch die Wahlbeteiligung bei Erstwählern steigt.

 Wie die Schüler des Ernestinums gewählt haben, das wisse Ruhnau jetzt allerdings noch nicht. Erst heute Abend, nachdem alle gewählt haben, bekommt er eine elektronische Auswertung des Ergebnisses. Bekannt geben darf er dieses jedoch erst Sonntagabend, wenn nicht nur die Wahllokale der Schule, sondern die im ganzen Land geschlossen haben.

 Einige Schüler treffen sofort eine Entscheidung, andere brauchen ihre Zeit, um eine Wahl zu treffen.  tol

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