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Im Osten geht’s los

Gymnasium Ernstinum in Rinteln Im Osten geht’s los

In Abitur-Prüfungen hat es getropft, beim Fach Musik teilweise mitten auf die Instrumente – doch damit soll am Gymnasium Ernstinum in Rinteln jetzt Schluss sein. Die große Sanierung des Flachdaches hat inzwischen begonnen. Ein Projekt, das knapp 1,2 Millionen Euro kosten wird.

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Das Flachdach auf dem Ernestinum ist inzwischen mehr als 30 Jahre alt – doch lange hat es keine Probleme gemacht. Seit einiger Zeit tropft es nun aber, unter anderem, weil es durch Lichtkuppeln (vorne) stark perforiert wird. Das Dach muss daher aufwendig saniert werden.

Quelle: mld

RINTELN. Dass das Dach fällig ist, ist nicht weiter erstaunlich – es stammt aus den siebziger Jahren und muss daher sowieso generalüberholt werden. Gleichzeitig gibt es das Problem, dass das Flachdach viele Durchbrüche aufweist, beispielsweise durch Lichtkuppeln – das Gymnasium verfügt über zahlreiche innen liegende Räume – und Luftschächte. Genau das sind dann die Schwachstellen, durch die das Wasser in die Decke dringt.

Schon kurz nach Fertigstellung habe es mit der sage und schreibe 9000 Quadratmeter großen Dachfläche Probleme gegeben, erzählt Peer Zach vom Hochbauamt des Landkreises Schaumburg. Anfang der Achtziger musste das Dach also nachgebessert werden.

Zach betreut die Maßnahme, denn seit 2005 sind Baumaßnahmen am Ernestinum ihm zugeschrieben. Jahrelang sei es ruhig gewesen, erzählt er. Doch in den vergangenen zwei, drei Jahren habe das Dach wieder angefangen zu lecken.

Wasser geht seinen eigenen Weg

Das Problem: Man habe nie ganz herausfinden können, wo die undichten Stellen im Dach eigentlich sitzen. Das sei das Problem gerade bei Flachdächern: Wo das Wasser eindringe und wo es letztlich im Innern des Gebäudes wieder herauskomme, sei unterschiedlich. „Durch unterschiedliche Methoden haben wir versucht, alle Leckagen zu orten“, erzählt Zach, „aber wir hatten nur teilweise Erfolg.“ Teilweise habe es nach Starkregen überhaupt nicht durch die Decke getropft, teilweise erst nach Tagen. Das Wasser müsse sich wohl unter der Dämmung großflächig verteilt haben.

Die Sanierung ist ein riesiges Unterfangen – denn gearbeitet werden kann nur in einzelnen Abschnitten. „Bei dieser Größe geht das nicht in einem Rutsch“, sagt Zach. Außerdem soll natürlich der Schulbetrieb nicht gestört werden. Deshalb hat der Landkreis als Schulträger die Maßnahme in den Sommerferien beginnen lassen. Das Gesamtprojekt wird sich auf drei Bauabschnitte aufteilen, die sich entsprechend der Sommerferien über drei Jahre hinziehen werden.

Der erste Abschnitt betrifft den östlichen Teil des Daches mit rund 3000 Quadratmetern Fläche. „Hier haben wir die größten Probleme“, sagt Zach. Darunter liegen die Kreisergänzungsbücherei sowie die Zuwegung zur Verwaltung.

Arbeiten vom Wetter abhängig

Die undichten Stellen würden vor allem in der sogenannten Dampfsperre sitzen, also den schwarzen Bahnen, die das Dach nach oben hin abdichten. „Die müssen wir komplett herunternehmen und danach neu aufbringen“, erzählt Zach. Dazu werden die alten Bahnen abgenommen, die darunterliegende Kiesschicht wird abgesaugt und dann die neue Schicht aufgebracht.

Bei der Gelegenheit wird auch neu gedämmt: Unter die Dampfsperre kommt eine energetischere Dämmschicht. Auch die Abdichtungen, Lichtkuppeln und Mauerabdeckungen werden erneuert. Gleichzeitig wird geschaut, an welchen Stellen die Perforierung des Daches verringert werden kann: Wo es geht, werden beispielsweise Lüftungen herausgenommen. Dadurch ist das Dach auf die Dauer weniger anfällig.

Bis zu Beginn des neuen Schuljahres sollen die Arbeiten, die Lärm machen, abgeschlossen sein. Doch natürlich sind Dacharbeiten stark abhängig vom Wetter. Insgesamt wird sich der erste Bauabschnitt über „zwei oder drei Monate“ hinziehen, schätzt Fritz Klebe, Baudezernent des Landkreises.

Im zweiten Bauabschnitt zu den kommenden Sommerferien soll der westliche Teil des Daches saniert werden, im dritten Abschnitt das Dach über dem ersten Obergeschoss. Dabei gebe es die wenigsten Probleme, so Zach. mld

factbox

Was passiert mit dem Asbest?

Bereits im Jahr 2015 und noch einmal im vergangenen Jahr hatte der „Verein gesunde schadstofffreie Schulen auch für das Schaumburger Land“ durch zahlreiche Nachfragen und eine Ortsbegehung mit dem Elternrat bewirkt, das eine Mängelliste für das Gymnasium Ernestinum erstellt wurde (wir berichteten). Dabei wurde unter anderem festgestellt: An Asbestbestandteilen am Buswartehäuschen gab es Schäden. Was passiert, wenn das Wartehäuschen wegen des IGS-Neubaus versetzt werden muss? Asbest wird so lange als unproblematisch eingestuft, wie es gebunden ist – doch beim Abriss würde es freigesetzt.

„Für solche Fälle gibt es Vorschriften, an die wir uns zu halten haben“, sagt Fritz Klebe, Baudezernent des Landkreises. Die Arbeiter müssten mit Abzügen und Masken ans Werk gehen, und die Asbestplatten kämen in große sogenannte „Big Bags“ und müssen dann im Entsorgungszentrum des Landkreises deponiert werden. „Asbest finden Sie immer noch in den Dächern in jedem zweiten Kleingarten“, sagt Klebe: „Leider.“  mld

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