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Immer dem blauen „XW“ hinterher

Rinteln Immer dem blauen „XW“ hinterher

Die typischen Rinteln-Touristen? Ältere Ehepaare mit Fahrrädern, viele schon mit E-Bikes, Satteltaschen auf dem Gepäckträger und einen Stadtplan in der Hand. Radfahrer, die vom Weserradweg kommen und sich in der Stadt umschauen, schildert Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Touristikzentrums Westliches Weserbergland (TWW), der sein Büro am Marktplatz in Rinteln hat.

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Wandern boomt, doch die Mehrheit der Touristen stellen in Rinteln nach wie vor unangefochten die Radfahrer auf dem Weserradweg.

Quelle: tol

Rinteln. Welches ist der Tourismusmarkt mit den größten Wachstumsraten? „Wandern“, sagt Gräbner. Auf dem Weserberglandweg, 2012 als Qualitätswanderweg zertifiziert und ausgeschildert mit dem blauen „XW“ auf grünem Grund, seit 2013 auf dem Markt. Für den, der die 13 Etappen von Porta Westfalica bis Hannoversch Münden abwandert, sind die 225 Kilometer Länge auch eine Herausforderung. Extremwanderer könnten gleich weitermachen: Auch der zweite Qualitätsweg in der Region – der Hansaweg zwischen Hameln und Herford – erfreue sich zunehmender Beliebtheit und runde gemeinsam mit dem vor einigen Jahren komplett überarbeiteten Rundwegenetz das Wanderangebot ab, betont Gräbner.

 Für beide Gruppen haben Gräbner und sein Team Angebote, die laufend der Nachfrage angepasst werden. Im Schnitt 500 Besucher am Tag hat die Homepage www.westliches-weserbergland.de, eine Zahl, die man vorzeigen kann, da kommt in der Breitenwirkung keine noch so aufwendige Touristik-Messe mit. Und es gibt noch einen Aspekt: Wer sich die Mühe macht und im Internet nach Zielen im Weserbergland surft, der will dort auch hin, hat das Weserbergland zumindest mit in die engere Auswahl genommen.

 Diesen potenziellen Kunden will es Gräbner mit seinem Team noch einfacher machen. Deshalb ist die Homepage immer laufend weiter optimiert worden und der neueste Service auch bereits im Aufbau. Der Besucher kann dann künftig im neuen Online-Shop Tickets, Führungen und Veranstaltungen selbst online zusammenstellen und als Paket buchen, tag- und stundengenau. Also beispielsweise eine Stadtführung durch Rinteln, eine Führung durch das Stift in Fischbeck, eine E-Bike-Tour, eine Fahrt ins Besucherbergwerk Kleinenbremen oder einen Rundgang durch Schloss Hämelschenburg.

 Hinter diesem neuen Angebot steht ein komplexes Buchungssystem. Wer online bucht, hat keine Wartezeit und kann sicher sein, dass er auch einen Platz bekommt. Den Online-Ticket-Shop kann man zwar schon nutzen, offiziell soll er in der nächsten Saison anlaufen.

 Wandern ist in diesem Jahr der Boom

 Wandern, sagt Gräbner, ist in diesem Jahr der Boom. Und die heimischen Touristiker haben eine Menge getan, um ihn zu bedienen. In Arbeit ist zurzeit beispielsweise eine neue Übersichtskarte im Maßstab 1:35000, auf der alle Rad- und Wandertouren, einschließlich der touristischen Ziele, im Zusammenhang dargestellt werden. Ein „Touren-Wegweiser“, der eine Tagesplanung einfacher macht. Verfügbar ab Anfang Oktober – „und für nächstes Jahr“, sagt Gräbner, „wird es noch eine praktische Broschüre dazugeben“.

 Auch für Radtouristen gibt es Neues: Auf dem Weserradweg gehört dazu das erweiterte Netz von Info-Points, passend zu Beginn der Saison wurde ein weiterer Point am Doktorsee eröffnet. Außer Service-Informationen wird dort dem Radler gezeigt, was es links und rechts des Weges noch zu entdecken gibt. Die Anlaufstationen sind gewissermaßen Schaufenster für die Region.

 Gräbner sagt, nicht jeder werde da spontan abbiegen, das zeigen die Erfahrungswerte. Aber viele würden wieder in die Region kommen, nachdem sie gesehen hätten, was es dort noch an lohnenswerten Zielen gebe. Die Info-Points dienen außerdem als Raststation und Wetterschutz.

 Laufen etablierte Angebote wie Draisine und Schillathöhle noch? „Ja“, sagt Gräbner, „aber man muss immer wieder neue Anreize bieten.“ Bei der Draisine ist es die E-Power, die über den Berg hilft und Spaß macht, in der Schillathöhle ist es beispielsweise die neue 3D-Show.

 E-Bikes sind stark nachgefragt

 Apropos E-Power: Auch diese hat sich zum Hit der Saison entwickelt. „Unsere E-Bikes mit einer Reichweite von rund 70 Kilometern sind stark nachgefragt, der Preis mit 20 Euro pro Tag für die Markenräder ausgesprochen attraktiv, übrigens nicht nur für Besucher.“

 Wofür gibt es noch eine Marktchance, einen ungedeckten Bedarf? „Für preiswerte und funktionale Unterkünfte für Radler“, sagt Gräbner, „da könnte das Angebot größer sein, vor allem für Radler, die in Gruppen kommen.“ Dabei merke man, dass insbesondere die Jugendherberge als preiswerte Gruppenunterkunft ausgefallen ist.

 Das Touristikzentrum Westliches Weserbergland hat bald sechs Partner. Im Mai hat die Gemeinde Emmerthal einen Dienstleistungsvertrag über vorbereitende Arbeiten mit dem Ziel einer vollständigen Integration unterschrieben. Schon jetzt gehören Rinteln, das Auetal, Hessisch Oldendorf und Aerzen zum Zweckverband. Porta Westfalica möchte ebenfalls beitreten. Auch ein Zeichen dafür, dass Kommunalpolitiker über die Gemeindegrenzen hinweg erkannt haben, dass Tourismus auf dem heutigen Markt nur noch über Kooperationen funktioniert.

 Gräbner sagt: Wer heute auf dem Tourismusmarkt Erfolg haben will, muss wissen, wer seine Zielgruppe ist, muss in den Verkauf und agieren, vor allem innovativ sein und Service bieten. Und da könne das „Westliche Weserbergland“ auf dem Markt inzwischen bundesweit mithalten. Alle profitieren davon.wm

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