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Immer öfter günstig und anonym

Rinteln / Bestattungen Immer öfter günstig und anonym

Die Gegensätze auf dem Seetorfriedhof sind groß – auch bei den aktuellen Trends: Baumgräber ab 337 Euro für 15 Jahre sind stark gefragt.

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Ein neues Hochbeet mit altem Obelisken präsentieren Vorarbeiter Kai-Uwe Wenthe (links) und Bauhofchef Klaus-Ulrich Hartmann.

Quelle: dil

Rinteln. Urne in die Erde, Bepflanzung drüber, anonym oder mit einer Plakette an einer zentralen Säule, für etwas mehr gibt es das Rasengrab mit Steinplatte. Bis über 10000 Euro investieren dagegen Übersiedlerfamilien in ihre Gräber, gestalten sie üppig und pflegen diese selbst intensiv. Bei ihnen wird Wert auf Licht und wenig Bäume gelegt, bei den übrigen Gräbern ist der Wechsel von Licht und Schatten gewünscht.

 „Vielfalt ist alles“, betonen Bauhofleiter Klaus-Ulrich Hartmann und Friedhofsvorarbeiter Kai-Uwe Wenthe auf dem Seetorfriedhof. Wenthe: „Wenn ich Interessenten an einem Grab über den Friedhof führe, muss ich Auswahl bieten, denn ich weiß ja nicht, wofür sich die Leute entscheiden.“

 Immer öfter ist eine kleine Einzel- oder Doppelgrabstätte gefragt, denn 60 Prozent der rund 250 Bestattungen pro Jahr in Rinteln sind bereits Urnenbeisetzungen. Vier Urnen auf einen Quadratmeter, so ein Grab wird gern genommen. Die Familien sind heute kleiner, die Kinder leben oft gar nicht mehr am Ort – wozu also mehr? Die großen alten Familiengrabstätten von acht und mehr Quadratmetern verschwinden langsam. Werden sie nicht mehr verlängert, also eingeebnet, bietet sich den Friedhofsgärtnern die Chance, neu zu gestalten und eine große durch mehrere kleine Grabstätten zu ersetzen. So ist zentral gerade ein Hochbeet entstanden, umrahmt mit nicht mehr benötigten Grabeinfassungen. Als Zierde steht ein schwarzer Obelisk am Rand, der an einen vor 100 Jahren Verstorbenen erinnert. „Aus dem Friedhof für den Friedhof – ökologischer Rückbau“, nennt Hartmann das.

 Weniger stark gefragt als erwartet sind die Rasengräber mit Steintafel und zentralem Gedenkstein, über die die Gärtner mit dem Rasenmäher fahren können. Zwei Flächen sind aber schon fast voll.

 Seit diesem Jahr gibt es die Baumbestattungen. Drei Säulen aus hellem Stein markieren die Standorte zwischen Kriegsgedenkstätte und WEZ-Markt. Etwas Kies, als Bodendecker die Trugerdbeere, rund ein Dutzend Namensplaketten finden sich schon auf der ersten benutzten Säule. „Bei dieser Bestattungsform, die wir auch in Krankenhagen anbieten, gehen wir von bis zu 30 pro Jahr aus“, sagt Hartmann. Platz ist genug.

 Eng wird es dagegen auf der Südseite des Seetorfriedhofs, wo die auffällig gestalteten und top gepflegten größeren Grabstätten von Übersiedlern sind. Ein Zweipersonengrab misst hier im Durchschnitt 2,40 mal 2,50 Meter. Kies ohne grüne Algen, blitzeblank polierte Marmorplatten, viele Engel, dort wird investiert. Wenige Meter weiter dient ein bisheriger Rasenstreifen schon als Erweiterungsfläche der ersten 1000 Quadratmeter. „Bäume sind bei dieser Klientel weniger gefragt“, weiß Hartmann. „Und auch zu große Nähe zur Extertalstraße wird abgelehnt.“ Der WEZ auf der anderen Seite stört dagegen niemanden. „Erst einkaufen, dann ans Grab und mit anderen Rintelnern sprechen, das mögen besonders Ältere“, hat Wenthe festgestellt.

 In Exten hat inzwischen auch die erste muslimische Bestattung in Rinteln stattgefunden. dil

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