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In Ruhe den Markt beobachten

Stadtwerke verfolgen langfristige Strategie In Ruhe den Markt beobachten

274 Gasgrundversorger haben seit Anfang dieses Jahres ihre Preise um durchschnittlich 6,3 Prozent gesenkt oder bis zum Ende des ersten Quartals angekündigt, meldet das Verbraucherportal Check 24.

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Mit Zweijahresverträgen für Gas können Kunden Geld sparen.

RINTELN. Naheliegende Frage vieler Leser per Telefon und E-Mail: Werden auch die Stadtwerke Rinteln die Gaspreise senken? Leser Peter Weber formulierte das in einer E-Mail so: „Es drängt sich der Verdacht“ auf, dass die Stadtwerke die Sache „aussitzen“ wollten.

 Antwort von Thomas Rinnebach, Prokurist und Vertriebschef bei den Stadtwerken: „Preise senken, das haben wir schon die letzten sechs Jahre getan.“ Die Stadtwerke würden eine andere Preispolitik fahren. Nicht eine hektische Anpassung an die jeweilige Marktsituation, sondern eine langfristige Strategie, die dem Kunden Planungssicherheit und Preisstabilität über einen bestimmten Zeitraum gebe. Seit dem Jahr 2011, so Rinnebach, machten die Stadtwerke die Marktverwerfungen nicht mit.

 Dazu muss man wissen: Der Gaspreis ist nicht wie früher per Berechnungsformel an den Ölpreis gekoppelt, was dazu geführt hatte, dass Preissenkungen oder Steigerungen relativ spät bei dem Kunden angekommen sind. Heute orientiert sich der Gaspreis an der Börse und damit indirekt am Ölpreis. Damit reagiert der Gaspreis aber auch sofort auf politische Spannungen in der Welt. Rinnebach nennt ein Beispiel: Bei Beginn der Ukraine-Krise im Jahr 2014 stiegen die Gaspreise auf dem Weltmarkt, bei den Stadtwerken nicht.

 Die Stadtwerke Rinteln hätten in den vergangenen sechs Jahren ihre rund 4500 Gaskunden dreimal angeschrieben und ihnen ein Angebot gemacht: einen Zweijahres-Vertrag mit Preisgarantie. „Wir haben mit unseren Fix-Verträgen 2012 begonnen, mit einem Rabatt in Höhe von brutto 0,24 Cent pro Kilowattstunde für die Jahre 2012 und 2013. Damals lag der Heizölpreis noch bei über 80 Cent pro Liter. Niemand wusste, wo die Reise bei den Preisen hingeht. Andere Versorger haben sich eine solche Preisgarantie bezahlen lassen.“

 Das Programm sei dann mit ebenfalls 0,24 Cent pro Kilowattstunde Rabatt für die Jahre 2014 und 2015 verlängert worden. Auch in diesem Zeitraum habe der Heizölpreis fast durchgängig bei über 60 Cent pro Liter gelegen. „Für die Jahre 2016 und 2017 haben wir den Rabatt für die Kunden, die sich schon einmal für einen Fix24-Vertrag entschieden hatten, dann auf 0,45 Cent pro Kilowattstunde erhöht“. Bei allen Aktionen seien immer alle rund 4500 Gaskunden der Stadtwerke angeschrieben worden, von denen sich fast 60 Prozent für diesen Zweijahres-Vertrag entschieden hätten. Ein Kunde, der von Anfang an dabei war, habe dadurch – wenn man einen durchschnittlichen Verbrauch von 20000 Kilowattstunden zugrunde legt – 371 Euro gespart.

 Rinnebach sieht bei der derzeitigen Diskussion um die Gaspreise vor allem den psychologischen Effekt: Natürlich höre sich die Anzahl von 274 Gasanbietern hoch an, die jetzt eine Preissenkung angekündigt haben. Um aber wirklich vergleichen zu können, sollte man sich die Preisentwicklung über mehrere Jahre anschauen. „Und da stehen die Stadtwerke mit ihrer durchgängigen Rabattaktion seit 2012 nicht schlecht da.“

 Zudem: „Rabattaktionen vergisst man schnell, die bleiben oft nicht im Gedächtnis der Kunden hängen.“ Das zweite Problem sei, in den Vergleichsportalen würden Sonderaktionen wie der Erdgasfix-24-Tarif der Stadtwerke nicht in den Vergleich einbezogen. Man erhalte also ein unvollständiges Bild. Auch könnten die Preise zum Oktober, also rechtzeitig vor dem nächsten Winter, wenn der Gasverbrauch wieder steigt, wieder anziehen – unter Berücksichtigung der Weltlage, versteht sich.

 Noch einen Vorteil für die Kunden, so Rinnebach, sei nicht zu unterschätzen: Die Stadtwerke fördern energieeffiziente Technik. Gefördert werden unter anderem Wärmepumpen, Solaranlagen, Gas- und Elektroautos – und es gibt einen Umstellbonus von Heizöl- auf Brennwerttechnik. wm

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