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Für Käufer eine gute Zeit

Internationaler Museumstag in Rinteln Für Käufer eine gute Zeit

Erika Brands aus Rinteln hatte ganz schön schwer zu tragen. Eine alte hölzerne Spieluhr schleppte sie am gestrigen Internationalen Museumstag in die Rintelner Eulenburg, damit Uhrmacher und Restaurator Jürgen Kaupel sie begutachten möge, und dazu noch eine ziemlich große Martin-Luther-Zinkfigur, ebenfalls mit Spieluhr versehen.

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 Die schwere Spieluhr, die Erika Brands mit ins Museum bringt und auf der Martin Luther würdig über eine Bibel hinweg in die Ferne blickt, könnte zu dessen 400. Geburtstag aus Zink gegossen worden sein, mutmaßt Museumsleiter Stefan Meyer.

Quelle: cok

Rinteln. Jürgen Kaupel und Museumsleiter Stefan Meyer konnten allerlei Interessantes dazu erzählen. Doch eines musste allen, die Fragen zu ihren Antiquitäten stellten, klar werden: Zu Geld machen kann man im Moment fast gar nichts.

 Dabei ist die hübsch bemalte Spieluhr aus der Zeit um 1880 von Brands wirklich etwas Besonderes. Um Musik zu hören, die Marseillaise etwa, oder „Muss i denn zum Städtele hinaus“, legt man gestanzte Blechspielplatten auf, dreht an einer Kurbel, und schon reißt ein Kamm mit unterschiedlichen Zacken die im Kasten versteckten Ton-Zinken an. So perlend und lautstark erschallt die Melodie, dass man glatt danach tanzen könnte. Brands besitzt einen ganzen Vorrat von diesen Blechspielplatten, alle noch vollkommen in Ordnung. Würde sie das Gerät allerdings verkaufen wollen, bekäme sie gerade mal um die 450 Euro – von einem Liebhaber.

 „Ja, für Käufer ist es eine gute Zeit“, sagt Kaupel, der lange Zeit ein Antiquitätengeschäft in Recklinghausen führte. „Aber was die Besitzer von schönen alten Dingen betrifft, da würde ich immer raten, die Sachen erst mal zu behalten. Vielleicht gehen die Preise auch mal wieder in die Höhe.“ Er betrachtet die schwere Spieluhr, auf der Luther würdig über eine Bibel hinweg in die Ferne blickt. Sie könnte zu seinem 400. Geburtstag im Jahr 1883 aus Zink gegossen worden sein und war mal ein beliebtes Konfirmationsgeschenk. In gewisser Weise Massenware, für die man mit viel Glück vielleicht 300 Euro erhalten könnte. Theoretisch.

 Auch das kleine Heimatmuseum in Exten profitiert vom deutschlandweit ausgerufenen „Tag des Museums“. Zu diesem Anlass hatten die Mitarbeiter der Heimatstube Exten extra eine kleine Sonderausstellung mit Porzellan des 19. Jahrhunderts arrangiert. „Im Vergleich zu manch anderem Sonntag ist jeder einzelne Gast hier eine hundertprozentige Steigerung der Besucherzahl“, seufzt Helga Heim, die sich um das Kaffee- und Kuchenangebot kümmert. „Unser Problem ist, dass wir zwar ein richtig gutes Angebot haben“, führt sie aus. „Wir sind ja für unser pädagogisches Konzept sogar prämiert worden. Aber die Vermarktung klappt nicht so richtig.“ cok, cm

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