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„Ja, es besteht Unsicherheit“

Gymnasium über IGS-Planung nicht erfreut „Ja, es besteht Unsicherheit“

Im Kollegium von Reinhold Lüthen, Schulleiter des Rintelner Gymnasiums Ernestinum, rumort es. Bei Weitem nicht alle Lehrer sind glücklich darüber, dass die Integrierte Gesamtschule am Standort des Gymnasiums einen Neubau bekommt.

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Torsten Rudolf

Quelle: jak

RINTELN. Auch die Tatsache, dass dafür Geld in Aula und Mensa des Ernestinums fließen wird, kann die ablehnende Grundhaltung einiger nicht ändern. „Ja, es besteht Unsicherheit“, bestätigt Lüthen. Er sehe der Veränderung allerdings optimistisch entgegen.

Für IGS-Schulleiter Torsten Rudolf ist der Neubau eine „Wunschlösung“. Andere Möglichkeiten seien geprüft und verworfen worden. Eine Schule unter zwei Dächern – nämlich am Kollegienplatz und an der Ostertorstraße – sei auf Dauer nicht optimal.

Auch Rudolf hat mitbekommen, dass speziell im Kollegium des Ernestinums teils große Vorbehalte gegenüber dem gemeinsamen Standort bestehen. „Aber wir arbeiten schon jetzt sehr eng zusammen“, sagt er. Auch Kreisdezernentin Katharina Augath betonte in der Vergangenheit mehrmals, dass die beiden Schulen landkreisweit wohl am besten zusammenarbeiten.

„Man muss bedenken, dass die eine Hälfte der Rintelner Kinder bei uns, die andere Hälfte beim Ernestinum in die Schule gehen“, sagt Rudolf. Und in der Grundschule – „die ist ja per se eine Gesamtschule“ – funktioniere es doch ebenfalls. „Auf schulischer Ebene sehe ich keine Probleme auf uns zukommen.“ Lüthen verweist darauf, dass bis vor zwölf Jahren die Realschule sogar im Gebäude des Gymnasiums gewesen ist: „Das hat auch funktioniert.“

Schon heute werden teilweise Lehrer des Gymnasiums für den Unterricht an der IGS eingesetzt. „Dadurch bekommen sie ein gutes Bild von unserer Arbeit“, so Rudolf. Er betont auch, dass die IGS natürlich ein ganz anderes pädagogisches Konzept verfolge als das Gymnasium: „Die Lehrer, die uns kennen, wissen das auch zu schätzen.“

In Bezug auf bestehende Vorurteile, an der IGS stünde quasi täglich die Polizei vor der Tür, kann Rudolf nur den Kopf schütteln: „Ich kann mich nicht erinnern, dass das in den letzten fünf Jahren überhaupt einmal der Fall gewesen ist.“

Die Polizei sei manchmal als Teil des Unterrichts eingeladen, mehr aber auch nicht. Von „mit Kot beschmierten Toiletten“ hat Rudolf ebenfalls nie etwas gehört. „Wir haben kein massives Polizei- oder Drogenproblem“, betont er. „Rein statistisch gesehen sind Drogen- und Sachbeschädigungen an Gymnasien verbreiteter.“

Grundlegende Probleme bezüglich der Aufsichtspflicht sehen die beiden Schulleiter ebenfalls nicht auf sich zukommen. Schon jetzt werde die Bushaltestelle am Gymnasium ja von Schülern mehrerer Schulen benutzt, so Lüthen. „Neuerdings ist da auch an fünf Tagen die Woche eine Lehrkraft der BBS vor Ort.“ Das wirke sich auch positiv auf das Benehmen der Schüler aus. Ähnlich würde das auch mit der IGS gehandhabt werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Torsten Rudolf uns da hängen lässt.“

Vorteile fürs Gymnasium sieht Lüthen abseits der Sanierung der Aula und des Ausbaus der Mensa auch darin, dass das Ernestinum ebenfalls Einrichtungen der IGS mitnutzen könne. Dort werde ein Besprechungsraum entstehen, den die Gymnasiallehrer ebenfalls für große Dienstbesprechungen nutzen könnten. Bisher müssten diese in der Mensa abgehalten werden.

Beide Schulleiter betonen, dass Ängste und Sorgen vor allem aus Unkenntnis heraus entstünden. Wenn Lehrer und Mitarbeiter nicht wüssten, wie der Schul- und Arbeitsalltag der anderen aussehe, komme es zu Vorurteilen. Bevor die Planungen nicht etwas konkreter seien, solle man der Zukunft entspannt entgegenblicken. jak

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