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„Jetzt reicht es“

Rintelner Seniorenbeirat kritisiert Politik und Verwaltung „Jetzt reicht es“

Aus Enttäuschung und Verärgerung, dass viele Anregungen und Wünsche des Seniorenbeirats von Politik und Verwaltung selten oder gar nicht gehört geschweige denn umgesetzt werden, gehen der Vorsitzende Eckard Strohmeier und sein Gremium jetzt in die Offensive.

Rinteln. „Jetzt reicht es. Wir müssen mehr Druck auf Politik und Verwaltung aufbauen, um unsere Belange durchzusetzen. Wir werden zukünftig zu bestimmten Themen immer Anträge stellen, damit wir endlich Gehör finden“, erklärt Strohmeier. In der jüngsten Seniorenbeiratssitzung wurde dieses Ansinnen auch gleich in die Tat umgesetzt: Vier Anträge wurden gestellt.

 Zum Thema Seniorentaxi stellt der Beirat fest, dass von den Rintelner Taxiunternehmen nur drei die Bons im Wert von 2,50 Euro entgegennehmen. „Man ruft ein Taxi, und am Ende der Fahrt muss man erfahren, dass die Bons nicht angenommen werden. Das ist äußerst unbefriedigend“, so Strohmeier.

 Deshalb stellt der Seniorenbeirat den Antrag, dass bei der Ausgabe der Bons durch die Ausgabestelle im Bürgerbüro zusätzlich eine schriftliche Kurzinformation über die Taxiunternehmen ausgehändigt wird, die sich verpflichtet haben, die Bons für das Seniorentaxi anzuerkennen.

 Für den Bereich der Stadt Rinteln soll das Angebot für die Nutzung erweitert werden. Anspruchsberechtigte Personen ab 65 Jahre oder Personen ohne Altersbegrenzung mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent erhalten Bons, die für Taxifahrten im Stadtgebiet von Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr benutzt werden können.

 „Jetzt gilt die Regelung montags bis freitags ab 18 Uhr bis zum anderen Morgen 6 Uhr und Samstag ab 14 Uhr bis Montagmorgen. Für Senioren und Menschen mit Behinderung ist es aber wichtig, dass sie auch während des Tages diese Bons nutzen können“, erklärt Strohmeier.

 Für die älteren Bürger wird es mit zunehmendem Alter immer wichtiger, dass die Nord- und Südstadt mit ihren Versorgungseinrichtungen mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bequem erreichbar ist. „Die Vielfalt der Fahrpläne an den Bushaltestellen ist für ältere Mitbürger häufig unübersichtlich, verwirrend und oft zur Information wenig hilfreich“, stellt Strohmeier fest.

 Als Konsequenz dieses Missstandes beantragt der Beirat, einen gemeinsamen Netzplan aller Anbieter des ÖPNV für das gesamte Stadtgebiet in der Größe des Rintelner Stadtplanes zu erstellen – ohne Werbeanzeigen – mit der gleichen Falttechnik.

 Fuß- und Radwege spielten für die ältere Generation für die Mobilität die wichtigste Rolle. Diese Wege müssten daher komfortabel, sicher, barrierefrei und vernetzt sein. „Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche Knackpunkte. Die Situation auf der Weserbrücke, dem Pferdemarkt und in der Hartlerstraße ist unbefriedigend, unübersichtlich und sogar gefährlich. Die Anlagen und Regelungen für den Rad- und Fußverkehr müssen kontinuierlich an die Verkehrsbedürfnisse überprüft und angepasst werden“, so Strohmeier. Der Seniorenbeirat beantragt daher die Teilnahme an Ortsbesichtigungen der Verkehrsbehörde und der Polizei, die diese Knackpunkte betreffen.

 Strohmeier stellt fest, dass die Anforderungen und Aufgaben des Seniorenbeirats immer umfangreicher werden und durch regelmäßige monatliche Sitzungen nicht mehr allein zu bewältigen sind. Die Zusammenarbeit mit dem Senioren- und Pflegestützpunkt sowie anderen Organisationen wie Rheumaliga und Sozialverband sei nötig, um eine neutrale vertrauliche Beratung aus einer Hand für Senioren zu erreichen.

 „Der Seniorenbeirat möchte, dass die Stadt einen geeigneten Raum für regelmäßige Sprechzeiten zur Verfügung stellt, damit die Bürger nicht nur telefonisch, sondern auch persönlich ihre Sorgen und Wünsche vertragen können“, sagt Beiratschef Strohmeier.

 Das große Ziel sei ein Mehrgenerationenhaus als Informationszentrale, wie sie in anderen Kommunen im Landkreis schon vorhanden sind, wo sich Sozialbüros unter einem Dach vereinigen.peb

 Ein Knackpunkt für Fußgänger und Radfahrer ist die Weserbrücke: Von hinten kommt der Radfahrer herangeprescht. Der Fußgänger muss auf das Klingeln reagieren. Sonst kommt es zum Unfall. Senioren können aber schlechter hören. Eine Reaktion verzögert sich oder bleibt aus.  peb

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