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Jugendhaft für 35 Gramm Marihuana

Rinteln/Bückeburg / Prozess Jugendhaft für 35 Gramm Marihuana

Schon nach knapp einer Stunde sind gleich zwei Berufungsverfahren gegen einen Rintelner (21) zu Ende gegangen. Der Angeklagte, der in einem Fall einem Radfahrer eine Bierflasche an den Kopf geworfen und außerdem 35 Gramm Marihuana in seiner Wohnung gebunkert hatte, muss nun für sieben Monate hinter Gitter.

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Rinteln/Bückeburg (maf). Nach kurzer Erörterung vor der I. Großen Jugendkammer des Bückeburger Landgerichts unter Vorsitz von Richterin Dr. Birgit Brüninghaus zog der zunächst auf eine Bewährungsstrafe hoffende junge Mann seine Berufung zurück. Nicht zuletzt, weil auch die Staatsanwaltschaft, die ursprünglich in einem zweiten Strafverfahren gegen den 21-Jährigen wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung eine Verurteilung anstrebte, ihre Berufung zurücknahm. Damit bleibt es bei der Entscheidung des Rintelner Amtsgerichts, das in einem Verfahren sieben Monate Jugendhaft verhängt und in dem zweiten Prozess auf Freispruch erkannt hatte.

Der Fall: Im Juli 2010 durchsuchten drei Beamte die Wohnung des heute 21-Jährigen. Dabei fanden die Ermittler in einem Verbandskasten unter dem Fernseher rund 35 Gramm Marihuana. Das Rauschgift war teilweise in kleinen Plastikbeuteln zu jeweils ein bis zwei Gramm verpackt. Diese Portionierung deutete darauf hin, dass der Mann mit dem Stoff dealte.

Nachweisbar war letztlich aber nur der unerlaubte Besitz der Betäubungsmittel. Hierfür kassierte er Anfang des Jahres vom Rintelner Jugendschöffengericht eine Jugendstrafe von sieben Monaten. In diese Sanktion wurde eine frühere Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung einbezogen, für die der Rintelner sechs Monate erhalten hatte. Hierbei ging es um den Übergriff auf einen Radfahrer im April 2009. Das Opfer, ein Student, hatte in einem Supermarkt in der Nordstadt eingekauft und wollte gerade mit seinem Fahrrad den Parkplatz verlassen. Plötzlich lief der Angeklagte – er hatte am Tattag etwa fünf Liter Bier getrunken – hinter dem Radfahrer her und holte ihn am Ende des Parkplatzes ein. Grundlos warf er eine Bierflasche an den Kopf des Studenten, der eine Schädelprellung mit Schürfwunden erlitt.

Gegenstand der zweiten Berufung war eine Anklage wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung. Von diesem Vorwurf wurde der 21-Jährige im Februar 2010 vom Rintelner Jugendschöffengericht freigesprochen. Mit dem Freispruch war die Staatsanwaltschaft nicht einverstanden und ging in die Berufung, die sie jetzt aber zurücknahm.

In diesem Fall wurde dem Rintelner angelastet, er habe einen damaligen Schüler aus dem Haus gelockt, damit ein Bekannter diesen verprügeln konnte.

Das Amtsgericht konnte sich jedoch nicht davon überzeugen, dass der 21-Jährige von der geplanten Prügelattacke seines Bekannten auf den Schüler gewusst hatte und entschied deshalb auf Freispruch.

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