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Jugendkriminalität stark zurückgegangen

Rinteln / Polizei präsentiert Jahresbilanz Jugendkriminalität stark zurückgegangen

Rintelns Polizeichef Wilfried Korte ist angesichts seiner gestern präsentierten Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2011 „total zufrieden“: Die registrierten Straftaten sind weniger, die aufgeklärten Fälle mehr geworden.

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Ein zufriedener Polizeichef Wilfried Korte (rechts) präsentiert mit Kriminalhauptkommissar Jörg Stuchlik eine positive Kriminalitätsstatistik für 2011.

Quelle: tol

Rinteln (pk). Und auch wenn es sich nicht eindeutig belegen lasse: Die forcierte Präventionsarbeit der Polizei, gerade in Sachen Handtaschendiebstahl und Einbruch (wir berichteten), dürfte ihren Teil zu der insgesamt positiven Polizeibilanz beigetragen haben, so Korte und Kriminalhauptkommissar Jörg Stuchlik einvernehmlich. Dazu kommt, dass es der Rintelner Polizei 2011 gelang, mit eigenen Ermittlungsgruppen drei größere Fälle zu lösen.
Insgesamt wurden 2011 1760 Fälle registriert (2010: 1850 Fälle). Das entspricht einem Rückgang registrierter Taten um etwa fünf Prozent. „Die Aufklärungsquote lag 2011 bei einem Spitzenwert von 65,23 Prozent und wurde damit erneut leicht gesteigert (2010: 64,59 Prozent; Anm. d. Red.)“, so Korte.
Die Anzahl der tatverdächtigen Jugendlichen (bis 20 Jahren) ist deutlich gesunken: von 1016 in 2010 auf 887 in 2011. Besonders augenfällig ist der Rückgang der Anzahl tatverdächtiger Kinder: von 68 in 2010 auf nur 37 in 2011. „Das ist ein echter Erfolg“, merkt Korte an, den der Polizeichef sowohl auf die zwei Jugendsachbearbeiter der Polizei zurückführt als auch auf das Bestreben, den Kontakt zu den Jugendlichen zu suchen und mit ihnen „auf Augenhöhe“ zu sprechen. Dadurch gewönnen die Jugendlichen Vertrauen und wiesen die Polizei auch mal auf Täter hin. „Je mehr Kinder und Jugendliche wir bekehren können, desto weniger erwachsenen Täter gibt es“, beschreibt Korte die Motivation dahinter.
Im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert verhielt es sich bei Rohheitsedelikten, wie Raub oder Körperverletzung. Von insgesamt 246 Fällen (2010: 282 Fälle), die 13,9 Prozent der Gesamtstraftaten ausmachten, konnten 92,28 Prozent aufgeklärt werden (2010: 94 Prozent).
Bei Straftaten „gegen die persönliche Freiheit“, wie Freiheitsberaubung oder Nötigung, handelt es sich laut Stuchlik meist um „Beziehungsdelikte innerhalb von Familien oder Freundeskreisen“. Hier registrierte die Polizei 76 Fälle, was einem Anstieg um 28,8 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote wurde mit 94,7 Prozent angegeben.
Erfahrungsgemäß am stärksten schlugen auch 2011 die Diebstahlsdelikte zu Buche: 688 Fälle registrierte die Polizei. Das entspricht zwar einem Anstieg um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wurde bei der Aufklärung jedoch ein Spitzenwert von 47 Prozent erreicht. Zumal die registrierten Wohnungseinbrüche um 13 Prozent auf 46 Fälle zurückgegangen sind. Eine positive Bilanz, die Korte und Stuchlik nicht zuletzt auf ihre Präventionsarbeit zurückführen.
Die Fälschungs- und Vermögensdelikte sind mit 355 Fällen in 2011 um sechs Prozent zurückgegangen und weist mit 84,7 Prozent eine hohe Aufklärungsquote auf.
29 Rauschgiftdelikte, also Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, stellte die Polizei fest und verzeichnete damit eine deutliche Abnahme um 62 Prozent. Das sei nicht zuletzt auf die 2010 sichergestellte Cannabis-Plantage in Kohlenstädt (wir berichteten) zurückzuführen.
Für drei größere Fälle wurden eigens Ermittlungsgruppen von drei bis fünf Beamten gebildet. Das bedeute zwar für alle Mitarbeiter Mehrarbeit, bescherte dem verhältnismäßig kleinen Kommissariat (auf 43 Stellen kommen 47 Mitarbeiter) aber drei beachtliche Erfolge. Die Ermittlungsgruppen überführten eine professionelle Diebesbande in Rolfshagen, eine in Rinteln und Auetal agierende organisierte Gruppe von Betrügern, sowie einen Rintelner Heroindealer (wir berichteten).
Auch im laufenden Jahr 2012 wolle die Polizei da weitermachen, wo sie 2011 aufgehört hat und gerade die Präventionsarbeit weiter vorantreiben. Dafür werde weiter eng mit dem Rintelner Präventionsrat, den Schulen, Altenheimen, Sicherheitsdiensten und Veranstaltern zusammengearbeitet.

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