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Karneval darf ruhig krachledern sein

Rinteln Karneval darf ruhig krachledern sein

„Die Krüge hoch“, brüllt Winfried Stark, Chef der „Original Steigerwälder“, in den Brückentorsaal und die aufgedrehte Festgemeinde lässt es sich nicht nehmen, dieser Aufforderung begeistert Folge zu leisten.

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Fröhliche Runde: In blau und weiß, mit Dirndln und Maßkrügen wird gefeiert.

Quelle: wk

Rinteln. Begleitet von schlachtrufartigen Bestätigungsrufen „...hoch“ stemmen die – zum Teil sogar auf Bänken und Tischen stehenden – Feiernden ihre randvollen Bierkrüge nach oben, um dann lautstark in das von der Kapelle intonierte „Prosit der Gemütlichkeit“ einzustimmen.

 Unüberseh- und -hörbar hat die Stimmung bei dem vom Rintelner Karnevalsverein ausgerichteten Oktoberfestes den Siedepunkt erreicht, und das, obwohl der Sonnabendabend noch nicht mal weit fortgeschritten ist. Eindeutig ein Verdienst eben dieser aus dem süddeutschen Donnersdorf angereisten Musikkapelle, die offenbar nicht ohne Grund von einem Künstler-Magazin als „beste Show- und Stimmungsband“ ausgezeichnet worden ist und bislang fünf Goldene und eine Platin-Schallplatte eingefahren hat.

 Auf die Schultern klopfen darf sich freilich auch der Karnevalsverein, der das Wagnis eingegangen ist, nach rund eineinhalb Jahrzehnten des von diesem – an gleicher Stelle alljährlich im Oktober – ausgerichteten „Bockbieranstichs“ in diesem Jahr stattdessen ein zünftiges Oktoberfest auf die Beine zu stellen. Nicht nur, dass beim „Wies’n-Vergnügen“ nun auch die Damen mit von der Partie sein dürfen: Die in fesche Dirndl gekleideten „Madln“ tragen ihren Teil zur besonderen Atmosphäre der Veranstaltung bei. „Es ist schon ein sehr schmückendes Kleidungsstück und es trägt sich super“, sagt Anne-Maren Wiebusch (33) aus Petershagen, um dann herzlich lachend nachzusetzen: „Es gibt schlimmere Klamotten, die pornomäßiger aussehen.“

 „Bei Frauen gilt ja generell die Regel: Man darf nur eines zeigen – Bein oder Dekolletté“, konkretisiert Melanie Schutzka, die ebenfalls ein hübsches Dirndl trägt. Dass auch sie damit manch Männerblick auf sich zieht, ist der Rintelnerin freilich durchaus bewusst. Mehr noch: „Wir haben uns schon amüsiert, weil unsere Männer es so toll finden“, verrät sie fröhlich. Sie selbst wiederum hat aber auch Gefallen am Bayern-Look der Herren: „Das ist super“, resümiert die 33-Jährige, die ihrem Ehemann genau deshalb eine zünftige Krachlederne gekauft hat. Zum einen, da ein Oktoberfest aus ihrer Sicht ja „etwas von Karneval“ hat, zum anderen, weil eine Trachten-Lederhose die strammen Waden ihres Gatten schön zur Geltung bringt.

 Gesponsert worden ist das Oktoberfest von der Sparkasse Schaumburg, den Stadtwerken Rinteln, der Schaumburger Privat-Brauerei und der Schaumburger Zeitung. Die Verköstigung der Besucher mit deftiger Kost hat die Fleischerei Rauch aus Rinteln übernommen.

 Hoch zufrieden mit dem Verlauf des Abends ist zudem Stephan Nagel, der mit seiner Herrenriege eben noch auf Tischen und Bänken getanzt und jetzt wieder festen Boden unter den Füßen hat: „Eine grandiose Stimmung, ein voller Saal, tolle Musik, das Bier schmeckt phantastisch und das Essen ist auch klasse“, bringt er es auf den Punkt.

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