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Kein Abi im Jahr 2020?

Ernestinum an der Kapazitätsgrenze Kein Abi im Jahr 2020?

Guter Start ins neue Schuljahr am Gymnasium Ernestinum in Rinteln: fünf neue Klassen mit Schülerzahlen an der Kapazitätsgrenze, mehr als 100 Prozent Lehrerversorgung und frischer Wind in der Mensa.

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Frischer Wind in der Mensa des Gymnasiums: Carsten Meier (von rechts), Jörg Schreiber und Gerlinde Winter von Partyservice Meier in Krankenhagen versorgen jetzt die Schüler. Das freut in der von Schülern neu bemalten Mensa auch die Hausmeister Karl-Heinz Lange und Marc Seifert.

Quelle: dil

Rinteln. Frisch im doppelten Sinn: Schüler der Kunstkurse haben die Wände neu bemalt, außer Albert Einstein wählten sie ein amerikanisches Diner-Restaurant, Obst und Blumen als Motive für ihr knallbuntes Design. Und auf den Teller gibt es jetzt Frisches statt aufgewärmter Tiefkühlkost. Ein heimischer Partyservice löste den großen Fremdanbieter ab, der sein Essen von Rheine nach Rinteln brachte.

 „Das Essen kommt gut an“, sagt Schulleiter Reinhold Lüthen, der vor zwei Jahren noch Ärger mit Pizza- und Döner-Bringdiensten hatte, die den Schülern Alternativen zur ungeliebten Kost aus dem Heißluftkonvektor boten. Jetzt liefert der Partyservice von Carsten Meier aus Krankenhagen. Der Mensaausschuss hatte in der bereits von Meier versorgten Grundschule Exten einmal zur Probe gegessen und für den Wechsel gestimmt – zunächst für ein Jahr.

 Meier ist schon manchmal ausverkauft, gibt im Gegensatz zu dem Voranbieter auch Nachschlag. „Und wir haben von 7.15 bis 14.30 Uhr durchgehend geöffnet“, sagt Meier, der Jörg Schreiber als Betriebsleiter für die Ernestinum-Mensa einsetzt. Sein wachsendes Unternehmen versorgt auch einige andere Grundschulen und Kindergärten im Stadtgebiet.

 Der Appetit im Gymnasium dürfte wachsen, denn der neue fünfte Jahrgang ist mit 148 Schülern in fünf Klassen an der Kapazitätsgrenze. Maximal 30 Kinder pro Klasse sind zulässig. „Wir merken den allgemeinen Schülerrückgang noch nicht“, freut sich Schulleiter Lüthen über die anhaltende Beliebtheit des Gymnasiums. „Und wir haben sogar noch einige Eltern von leistungsschwächeren Kindern dahin gehend beraten, es ihre Kinder lieber erst mal an der Gesamtschule versuchen zu lassen. Wenn sich die Leistungen bessern, können sie immer noch zu uns kommen.“

Zufrieden ist Lüthen aktuell auch mit der Lehrerversorgung. „Wir liegen über 100 Prozent, wenn auch nicht in allen Fächern. Bei Physik und Chemie könnten wir noch Lehrkräfte brauchen, aber der Markt ist durch die jüngste Einstellungsoffensive des Landes leer gefegt.“

 Eine neue feste Lehrkraft hat das Gymnasium aber bekommen: Corinna Strohmaier unterrichtet Biologie und Musik. Außerdem haben fünf Referendare ihren Dienst an der Schule aufgenommen. „Bei Eignung und Bedarf sind sie die ersten Kandidaten, die wir einstellen würden. Und die Landesschulbehörde ist derzeit sehr hilfsbereit.“ Kein Wunder, hatte es doch Kritik an der Benachteiligung von Gymnasien gegenüber Gesamtschulen bei der Lehrerversorgung gegeben.

 Für Entspannung sorgt auch, dass die Belastung der Lehrer mit Zusatzstunden vom Land wieder zurückgenommen werden musste. „Das hatte uns vorher ja an der Neueinstellung von Lehrkräften gehindert“, erklärt Lüthen. „So hatte das Land ja unseren Lehrerstundenbedarf weggerechnet.“

 Ebenfalls entspannend sind die Auswirklungen der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium, dem G9. War bei der Einführung von G8, dem Abitur nach acht Jahren, der Lehrstoff gestrafft worden, so wird der reduzierte Lerninhalt jetzt einfach um ein Jahr gestreckt, um den Schülerstress zu mindern. Raumprobleme habe das Gymnasium auch noch nicht, sagt Lüthen.

Doch wie sieht die Rückkehr zu G9 praktisch aus? „Die aufsteigende Einführung des Abiturs nach 13 Schuljahren betrifft die Jahrgänge 5, 6, 7 und 8. Die Klasse 10 wird zudem ab dem Schuljahr 2017/18 nicht mehr Einführungsphase sein. Damit entfällt, dass Wechsler von Real- oder Gesamtschule bei uns den zehnten Jahrgang wiederholen müssen. Das erste Abitur nach 13 Schuljahren werden wir im Jahr 2021 haben“, rechnet Lüthen vor. „2019 wird zum letzten Mal das Abitur nach zwölf Jahren abgelegt. Das bedeutet, dass wir 2020 kein Abitur haben.“

 Kein Abitur 2020, was hat das für Konsequenzen? „Es ist noch zu klären, wie mit Schülern umzugehen ist, die ihr Abitur 2019 nicht schaffen und wiederholen wollen oder dürfen“, antwortet Lüthen. „Eventuell müssen sie das Jahr an einer Gesamtschule wiederholen. Und für Schüler in 2019, die nicht in den Jahrgang 9 versetzt wurden, verlängert sich so die Schulzeit um zwei Jahre. Aber bis es so weit ist, haben sich vielleicht Lösungen gefunden.“ dil

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