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Kein Fahrradverbot in der Fußgängerzone

Klare Absage in Rinteln Kein Fahrradverbot in der Fußgängerzone

Sollte Fahrradfahren in der Fußgängerzone zwischen 9 und 20 Uhr verboten werden, so wie vom Seniorenbeirat gefordert? Der Ortsrat Rinteln hat dieser Idee bei seiner jüngsten Sitzung eine klare Absage erteilt und geschlossen gegen den Antrag gestimmt.

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Quelle: PR.

Rinteln. „Ich beantrage, nichts zu veranlassen“, so Gert Armin Neuhäuser (WGS). Das Thema Radfahrverbot in der Fußgängerzone verfolge ihn nun schon lange. Bei dem aktuellen Antrag kritisiert er, dass zwar ein Verbot gefordert wird, aber lediglich festgestellt werde, dass es zu wenige Kontrollen gebe, ob Radfahrer tatsächlich nur Schrittgeschwindigkeit fahren würden.

Verbot könne nicht die Lösung sein

„Ja, es gibt zu wenige Kontrollen“, so Neuhäuser. Aber: Ein Verbot, gerade den gesamten Tag über, könne nicht die Lösung sein. „Auf einer Autobahn gibt es auch Geschwindigkeitsüberschreitungen, aber niemand kommt auf die Idee, da das Autofahren zu verbieten.“ Zweitens: Gerade eine Stadt wie Rinteln, die derart mit Radtourismus werbe und an der der Weserradweg entlangführe, könne nicht das Fahrradfahren verbieten. Drittes Argument: Die Polizei hat in den Jahren 2016 und bislang im Jahr 2017 keinen Fahrradunfall in der Fußgängerzone aufgenommen, daher sei das Radfahren dort ein „gefühltes Problem“. Und gelte es nicht sowieso eher, das Fahrradfahren – im Sinne der Umweltfreundlichkeit – attraktiver zu machen?

Ein komplettes Fahrrad-Fahrverbot vermittele eine „Scheinsicherheit“, sprach sich auch Ursula Mücke (SPD) gegen den Antrag aus. Wer sich nicht an Regeln halte und schneller als die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit fahre, der werde sich auch nicht an ein Verbot halten. Es gehe dabei um „gegenseitige Rücksichtnahme“.

„Zu viel auf einmal“

Der Antrag des Seniorenbeirates sei „zu viel auf einmal“, sprach sich auch Matthias Wehrung (CDU) dagegen aus. Zwar könne er die „gefühlte Unsicherheit“ durch zu schnell fahrende Radfahrer nachvollziehen, doch der Antrag sei „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“. Innerhalb der Mehrheitsgruppe werde man sich nun zusammensetzen, um ein „Fahrradkonzept“ für die Innenstadt zu erarbeiten. Ideen wären beispielsweise, Enge Straße und Bäckerstraße zu einer „Fahrradstraße“ umzuwandeln, indem man dort beispielsweise das Kopfsteinpflaster durch glattes Pflaster ersetze. So würde man vielleicht einen Anreiz für Radfahrer schaffen, die Fußgängerzone zu umfahren.

Übrigens war kein Vertreter des Seniorenbeirates bei der Ortsratssitzung in der vergangenen Woche selbst vertreten, um Stellung zu ihrem Antrag zu nehmen. „Ich finde das sehr schade“, so Kay Steding. mld

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